Notfallmediziner Philip Eisenburger im Schockraum mit einem mobilen Ultraschallgerät. © Bohmann/Mischa Nawrata

 

Zentrale Notaufnahme

PatientInnen erhalten im Notfall beste medizinische Betreuung von einem fächerübergreifenden Team.

Schon beim Eingang werden Patientinnen und Patienten künftig mit einer Ersteinschätzung hinsichtlich der Dringlichkeit begutachtet. Es wird sofort festgestellt, ob Patientinnen oder Patienten vorgereiht werden müssen, ob sie warten können oder hier an "falscher" Stelle sind – weil etwa kein Notfall vorliegt und Hausärztinnen und -ärzte die "bessere" Adresse sind. "Generell ist die Zentrale Notaufnahme des Krankenhauses Nord ein bauliches Meisterstück", erklärt Philip Eisenburger, künftiger Vorstand der Abteilung für Notfallmedizin des Spitals. Er meint damit die ideale Erreichbarkeit von Rettungszufahrt und Hubschrauberlandeplatz sowie die Nähe zu Radiologie, Operationssälen und Intensivstationen.

Zehn Untersuchungsräume

Die Abteilung wird eine Ambulanz mit zehn Untersuchungsräumen, einen Eingriffs- und einen Röntgenraum sowie eine Beobachtungszone beherbergen. Eisenburger: "Dahinter liegt eine Station mit 22 Betten, wovon 18 mit Monitoren überwacht werden können." Das optimiert Prozesse und bündelt die Abklärung, da die Patientinnen und Patienten bis zu 24 Stunden vor Ort bleiben können - bis geklärt ist, ob sie auf eine andere Station müssen oder wieder nach Hause dürfen. Darüber hinaus gibt es in Wiens erster Notfallabteilung einen intensivmedizinisch voll ausgestatteten interdisziplinären Schockraum, in den Patientinnen und Patienten sowohl mit internistischen, chirurgischen als auch unfallchirurgischen Problemen gebracht werden.

Großes Team an Ärztinnen und Ärzten

Ein eigener Computertomograf ist dabei nur für Schockraumpatientinnen und -patienten konzipiert. "Dadurch ist das Gerät im Notfall immer verfügbar", so Notfallmediziner Eisenburger. Vor Ort werden Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner, Ärztinnen und Ärzte für Innere Medizin sowie Anästhesistinnen und Anästhesisten, Unfallchirurginnen und -chirurgen und Neurologinnen und Neurologen arbeiten. Aus dem Ärztinnen und Ärzte-Pool der Abteilung für Notfallmedizin werden darüber hinaus zwei Notarzteinsatzfahrzeuge der Wiener Berufsrettung und der Notarzthubschrauber "Christophorus 9" besetzt. Die Notarzteinsatzfahrzeuge sind am Areal stationiert, gemeinsam mit weiteren Rettungsfahrzeugen.

 

Blut kommt mit der Post

Als eines der ersten Institute wird Anfang Mai das Institut für Labormedizin im Krankenhaus Nord den vollen Betrieb aufnehmen. Auf einer Fläche von insgesamt rund 600 Quadratmetern werden 24 biomedizinische Analytikerinnen und Analytiker und vier Fachärzte in einem hochtechnisierten Labor Blut- und Gewebeproben analysieren. "Das Besondere daran: Es ist alle hochatomatisiert", erklärt Abteilungsleiter Walter Krugluger. Ein computergesteuertes Rohrpostsystem schickt Proben durchs Haus. "Jede Rohrpost ist gechippt. Dank dieser Digitalisierung werden die Blutröhrchen im Labor automatisch entladen und sofort dem Analysegerät zugeführt. Die biomedizinischen Analytikerinnen und Analytiker können sich daher ganz der Betreuung der Analysegeräte und der Qualität der Analytik widmen." Damit wird künftig viel Zeit gespart und die Qualität der Ergebnisse gesichert. Die behandelnden Operateurinnen und Operateure wissen bereits bei der Abgabe der Rohrpost beinahe auf die Sekunde genau, wann der Befund fertig sein wird.

Unter dem Mikroskop

Das Institut für Pathologie und Bakteriologie hilft bei der Diagnose von Erkrankungen. Auf rund 1.000 Quadratmetern wird Sandra Grillenberger das Institut für Pathologie und Bakteriologie mit sieben Ärzten, 16 biomedizinischen Analytikerinnen und Analytikern und vier Obduktionsärztinnen und -ärzten leiten. Sie erläutert die diagnostischen Schwerpunkte im hochtechnologisch ausgestatteten Labor: "Die moderne Pathologie steht im Dienste der Lebenden. Wir untersuchen Gewebeproben zum Beispiel aus Magenspiegelungen oder Operationspräparaten sowie bakteriologische Proben - Harn, Blut, Wundabstriche. Das spielt eine essenzielle Rolle bei der Früherkennung, Diagnose und Therapie von Erkrankungen wie etwa Krebs." Darüber hinaus hat auch die Obduktion zur Feststellung der Todesursache weiterhin einen großen Stellenwert.