Gerade im Winter ist es wichtig sich einzucremen. Denn bei Kälte bildet die Haut kaum noch Talg, sie ist daher empfindlicher und damit anfälliger für Infektionen. © iStockphoto

 

Winterpflege: So schützen Sie Ihre Haut vor der Kälte

Draußen weht ein eisiger Wind und drinnen steht die Heizungsluft. Alles andere als optimal für eine strahlende, gesunde Haut. Wie Sie sich vor Kälte und trockener Heizungsluft schützen können, erklären CLUB WIEN und DIE UMWELTBERATUNG.

Sobald es draußen kälter wird, schalten wir die Heizung an. Dieser Temperaturunterschied zwischen innen und außen und die zumeist trockene Heizungsluft lässt unsere Haut schnell austrocknen. Bereits bei weniger als acht Grad Celsius kommt es zu einer schlechteren Durchblutung und die Talgproduktion wird eingeschränkt. Die Folge: rissige, spröde und gereizte Haut. Wind, Wetter und Lichtmangel kommen als Belastungsfaktoren hinzu. Deshalb brauchen wir im Winter eine spezielle Pflege. CLUB WIEN hat sich mit Sandra Papes von DIE UMWELTBERATUNG getroffen. Die Expertin für Kosmetik verrät wertvolle Tipps und Tricks zur richtigen Pflege in der kalten Jahreszeit.

Unsere Haut, das größte menschliche Organ

Die Oberfläche der Haut eines durchschnittlichen Erwachsenenkörpers entspricht einer Fläche von etwas weniger als zwei Quadratmetern und hat ein Gewicht von 14 Kilogramm. Zudem hortet das Organ rund ein Viertel des im Körper gespeicherten Wassers. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Erhaltung der Hautgesundheit auch entsprechende Aufmerksamkeit gewidmet werden muss.

 

Ein heißes Bad im Winter

Auch wenn ein heißes Bad bei niederen Temperaturen nur zu verlockend ist, sollten Sie die Dusche der Badewanne vorziehen. Denn langes Baden entzieht der Haut Feuchtigkeit, lässt sie stark aufquellen und schwächt die natürliche Schutzbarriere. Es kann zu winzigen Rissen kommen, die die Haut anfälliger für Pilze, Bakterien und Viren machen. Wer dennoch gerne ein Bad nimmt, sollte maximal 20 Minuten baden und rückfettende Dusch- und Badeöle verwenden, um die Haut zu schonen.

Nicht zu heiß und nicht zu lang: Duschen im Winter

Zu häufiges Duschen kann im Winter schnell zu trockener Haut führen. Deshalb sollte man in der kalten Jahreszeit wenn möglich nicht täglich duschen und sich nur mit warmem Wasser waschen. Waschgels und -öle müssen nicht zwingend bei jeder Dusche verwendet werden. Es reicht, diese maximal zwei Mal pro Woche zu verwenden. Denn jedes Reinigungsprodukt entfernt auch die körpereigenen Hautfette und bringt den natürlichen Säureschutzmantel der Haut aus dem Gleichgewicht. Beim Duschen und Waschen versorgen Sie die Haut am besten mit milden Pflegeprodukten oder handgefertigten Seifen. Alkoholhaltige Gesichtswasser oder Peelings sollten Sie im Winter vermeiden. Gönnen Sie sich ab und zu ein nährendes Ölpeeling oder ein entspannendes Ölbad, dann strahlt Ihre Haut auch im Winter.

"Feste Seifen und Haarseifen sind im Winter ideal", so Papes. "Flüssige Produkte enthalten immer viel Wasser und brauchen, um stabil zu bleiben, Konservierungsstoffe. Diese gelten als bedenklich, da sie zu Hautirritationen führen und ähnlich wie Hormone wirken können."

Wer besonders trockene Haut hat, sollte sich mit Duschgels und Cremen, die rückfettende Zusätze enthalten, pflegen. "Das perfekte Duschgel ist übrigens farblos, enthält keine Duftstoffe und schäumt wenig", erläutert Papes weiter.

Fetthaltige Cremen

Fetthaltige Cremen sind im Winter wichtig. Fette und Öle in der Körperpflege schützen die Hautoberfläche vor der Verdunstung von Wasser und verhindern das Trockenheitsgefühl.

"Benutzen Sie auch im Winter Sonnenschutz, vor allem beim Skifahren. Denn in den Bergen ist die UV-Strahlung intensiver. Schnee verstärkt die Strahlung durch Reflexion. Beim Wintersport brauchen Lippen und Gesicht einen Schutz vor der UV-Strahlung", so Papes. Anstatt zu chemischen Filtern zu greifen, die wie Hormone wirken können, verwenden Sie mineralische Filter wie Titandioxid. "Nicht wundern, wenn sich Haut oder Lippen weiß färben. Anders als chemische Filter ziehen mineralische nicht in die Haut ein, sondern legen sich auf die Oberfläche und reflektieren die Sonnenstrahlen", erklärt die Fachexpertin.

Entspannung gegen Falten

Ein weiterer entspannender und wohlriechender Tipp für Ihre Haut ist die Lavendelöl-Kompresse. Geben Sie zu einem halben Liter heißen Wassers 20 Tropfen Lavendelöl dazu. Tauchen Sie ein flauschiges Tuch ein, winden Sie es aus und legen Sie es für zehn Minuten auf Ihr Gesicht. Gönnen Sie sich eine Woche lang jeden Abend eine wohltuende Kompresse und der winterliche Stress wird förmlich an Ihrer Haut abprallen.

Hände und Füße

Bei Kälte produziert die Haut weniger Fett und fühlt sich zurück im Warmen sehr trocken an. Besonders häufig sind hiervon unsere Hände betroffen, da diese oft der Kälte ausgesetzt sind. Deshalb benötigt ihre Haut in der kalten Jahreszeit eine fettreichere Pflege als im Sommer. Denn Fett schützt die Haut vor dem Verlust von Feuchtigkeit und dadurch vor dem Austrocknen. Je trockener die Haut, desto mehr Fett sollte die Creme liefern. Dafür eignen sich Produkte, die Olivenöl oder auch Nachtkerzenöl enthalten. In Nachtkerzenöl finden sich Omega-6-Fettsäuren, die empfindliche Haut beruhigen.

"Cremen Sie die Hände vor dem Schlafengehen ein. Das ist besonders wirksam, weil die Hände nicht mehr gewaschen werden und Sie nichts mehr anfassen. Die Creme kann daher in Ruhe einziehen", rät die Expertin. 

Zarte Lippen

Spröde und aufgerissene Lippen? Honig kann helfen. Tragen Sie eine kleine Menge auf und lassen Sie den Honig zehn Minuten lang einwirken. Seine pflegenden Wirkstoffe machen die Lippen weich, geschmeidig und mildert Hautentzündungen.

Pflege für unterwegs bieten Lippenpflegepräparate mit hochwertigen pflanzlichen Fetten und Wachsen wie Bienenwachs, Shea- oder Kakaobutter. Beim Wintersport sollte die Lippenpflege zusätzlich einen hohen Lichtschutz enthalten. Lippenpflege erhalten Sie in jeder Apotheke oder im Drogeriemarkt. Achten Sie beim Kauf auch auf die Inhaltsstoffe. Viele Produkte enthalten Mineralöl und Kohlenstoffe, diese sind gesundheitsschädlich und krebserregend.

Ein Maskenmenü

Sie haben am Wochenende mehr Zeit und möchten Ihre Haut so richtig verwöhnen? Mixen Sie sich eine Bio-Beauty-Maske. Es gibt eine Fülle an verschiedenen Rezepten für pflegende Gesichtsmasken. In der Regel gilt: Gesunde Nahrungsmittel wirken von innen wie von außen. Hier ein kleines Menü für Ihre winterliche Gesichtspflege:

Mohn-Maske

Für die Maske benötigen Sie einen Teelöffel gequetschte Mohnsamen (Mörser), zwei Esslöffel (vegane) Milch und ein Teelöffel pulverisierte Haferflocken. Vermischen Sie alles gut und tragen Sie die Paste anschließend auf das Gesicht auf. Lassen Sie es so lange einwirken, bis die Maske trocken ist. Das dauert circa 30 Minuten. Anschließend mit warmen Wasser abwaschen.

Kaffee für die Haut

Vermengen Sie zwei Teelöffel Kaffeesatz, zwei Esslöffel Honig und zwei Esslöffel Olivenöl zu einer Maske und tragen Sie diese gleichmäßig auf Gesicht und Hals auf. Sparen Sie die Augenpartien aus. Lassen Sie die Maske 10 bis 15 Minuten einwirken, bevor Sie diese mit lauwarmen Wasser abwaschen. Das Peeling entfernt alte Hautschuppen undfördert die Zellerneuerung.

Honig mit Ei

Mischen Sie Honig mit einem Teelöffel Zitronensaft und etwas Eiweiß. Tragen Sie die Masse auf und lassen Sie diese 15 bis 20 Minuten einwirken. Waschen Sie die Masse anschließend mit lauwarmem Wasser ab.

Gesundheitsbrei

Verrühren Sie zwei Esslöffel Weizenvollkornmehl, einen Teelöffel Weizenkeimöl, einen Teelöffel Honig und eine halbe Tasse Milch. Massieren Sie den Brei ein und lassen Sie ihn 15 Minuten einwirken. Danach abwaschen.

Ein Winterbad

Auch wenn häufiges Baden die Haut austrocknen kann, können Sie sich trotzdem hin und wieder ein entspannendes Bad gönnen. Nach einem langen Winterspaziergang wärmt es den Körper wieder auf und ist wohltuend: Geben Sie vier Esslöffel Honig oder fette Milch mit vier bis zehn Tropfen ätherischem Öl in die Badewanne. Ätherische Öle nie ohne Emulgator (Milch oder Honig) ins Badewasser geben, da sie sonst die Haut reizen können. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist und bleiben Sie nicht zu lange im Wasser.