Ganz vorsichtig wird das Wasser-Farb-Gemisch mit dem Schlauch aufgetragen. Insgesamt braucht das Team mehr als 30 Stunden um die Eisfläche für "Holiday on Ice" vorzubereiten. Mehr Impressionen finden Sie in unserer Bildergalerie. © Bohmann/Andrew Rinkhy
Robert Janda ist Leiter von Betrieb und Technik in der Wiener Stadthalle und kennt die "Holiday on Ice"-Produktion wie seine Westentasche. © Bohmann/Andrew Rinkhy
In diesem Container werden das Wasser, die Naturkreide und die weißen Farbpigmente, die für den typischen Glanz sorgen, gemischt. © Bohmann/Andrew Rinkhy
Das reine Wasser wird mit dieser Schlauch/Hockeyschläger-Konstruktion eingelassen. Der Schläger sorgt für Stabilität und Kontrolle bei der Wasserzufuhr. © Bohmann/Andrew Rinkhy
Das Gemisch wird in vier Schichten aufgesprüht. Ganz wichtig: Saubere Gummistiefel um die Eisschicht schön weiß zu halten. © Bohmann/Andrew Rinkhy
Robert Janda kann auf ein erfahrenes Team vertrauen. Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind schon seit Jahrzehnten in der Halle tätig. © Bohmann/Andrew Rinkhy
Magdalena Hankus, Leiterin des Bereichs Corporate Communications, und Robert Janda tauschen sich aus. © Bohmann/Andrew Rinkhy
Eine homogene Eisfläche ist ganz wichtig, darum kontrollieren Janda und sein Team den Fortschritt laufend. © Bohmann/Andrew Rinkhy
Teamarbeit wird in der Wiener Stadthalle großgeschrieben. Nur so kann eine Megaproduktion wie "Holiday on Ice" bewältigt werden. Die Wiener Stadthalle steht auch in ihrer 60. Saison für Events mit Qualität. © Bohmann/Andrew Rinkhy

 

Die Wiener Stadthalle wird zum Eislaufplatz

2018 feiert die Wiener Stadthalle ihre 60. Saison. Die Eisrevue "Holiday on Ice" war von Anfang an fixer Bestandteil im Veranstaltungsprogramm. Am 18. Jänner hat die neue Produktion "Time" Premiere. CLUB WIEN war dabei, als die Stadthalle vereist wurde.

Von 18. bis 28. Jänner werden rund 50.000 Besucherinnen und Besucher in die Wiener Stadthalle strömen. Ihr Ziel: "Holiday on Ice". Der Dauerbrenner unter den Showevents fasziniert seit über 70 Jahren weltweit das Publikum. Das neue Programm "Time" verspricht erneut eine spektakuläre Show. Doch bevor das Publikum die Stars der Eisfläche bejubeln kann, sorgt das Team der Wiener Stadthalle für den richtigen Untergrund.

Es werde Eis

Die Halle D, wo sonst die großen Showacts wie Depeche Mode, Bob Dylan, Lenny Kravitz oder Metallica ihre Konzerte geben, wird zur Eisfläche. Ein paar Tage vor der Veranstaltung ist die Halle menschenleer. Die Bühne ist schon weg. Auf dem Parkett sind die Mitarbeiter der Wiener Stadthalle damit beschäftigt, das Eis zu schaffen. Dass die Wiener Stadthalle überhaupt zum Schlittschuhplatz werden kann, ermöglicht eine eigene Kälteanlage, die hier fix installiert ist. Robert Janda, Leiter von Betrieb und Technik in der Wiener Stadthalle, erklärt, wie das genau funktioniert. "Direkt unter dem Boden verlaufen die Kühlschläuche der Anlage, mit der wir den Boden auf minus elf Grad abkühlen können. Wenn wir Wasser auftragen, gefriert das also sofort. Während der Show hat die Eisfläche eine Temperatur von minus sechs Grad." In der Wiener Stadthalle könnte man eine Fläche von 1.800 Quadratmetern vereisen. Die Eisfläche für "Holiday on Ice" ist rund 700 Quadratmeter groß. Dafür benötigt man rund 25 Kubikmeter Wasser.

Für den perfekten Glanz bei der Show

Das Eis besteht aus mehreren Schichten. Zuerst kommt eine Schicht aus purem Wasser. Danach werden vier Schichten eines Wassergemischs aufgetragen. Das besteht aus Wasser, Naturkreide und weißen Farbpigmenten und sorgt dafür, dass die Eisfläche ganz weiß ist und unter dem Showlicht glänzt. "Diese Schichten müssen ganz langsam und vorsichtig aufgetragen werden, damit nicht gleich wieder alles weggeschwemmt wird. Nur so ist eine homogene Fläche möglich", sagt Janda. Einer seiner Kollegen steht in frisch gereinigten Gummistiefeln auf der Eisfläche. Vorsichtig lässt er das Gemisch aus einem Schlauch auf das Eis laufen. Ein langsamer Prozess, der einiges an Geduld und ein genaues Auge erfordert. Insgesamt dauert es 30 Stunden, das Eis aufzutragen, und das Team arbeitet die Nächte vor der Show durch.

Teamarbeit ist Trumpf

Abgerundet wird die Eisfläche mit einer dreieinhalb Zentimeter dicken Schicht aus reinem Wasser. Das wird mit einem Schlauch, an dessen Ende ein Eishockeyschläger befestigt ist, eingelassen. Der Schläger hält den Schlauch stabil und sorgt für einen gleichmäßigen Wassereinlauf. "Das ist nur einer der vielen kleinen Tricks, die unser Team entwickelt hat. Diese Veranstaltung ist für uns eine Herausforderung, einfach aufgrund des hohen Auf- und Abbauaufwands. Allerdings können wir auf ein sehr erfahrenes Team vertrauen", sagt Janda. Viele seiner Kolleginnen und Kollegen sind seit Jahrzehnten in der Halle und kennen jeden Zentimeter in- und auswendig. "Holiday on Ice" ist neben "Masters of Dirt" und den Erste Bank Open im Herbst die arbeitsintensivste Veranstaltung.

Nicht nur die Eisfläche ist beeindruckend. Die Zahlen rund um "Holiday on Ice" zeigen deutlich, dass die Wiener Stadthalle für den Event keine Mühen scheut.

Eisfläche, Equipment & Technik

  • 12 Stunden Eisbodenmontage 
  • circa 3,5 Zentimeter dicke Eisschicht 
  • 36 Stunden Eisherstellung 
  • 8 Stunden für die vollständige Entfernung von Eis und das Verpacken des Eisbodens 
  • 7.500 Meter Strom- und Steuerkabel 
  • 26 pyrotechnische und Feuereffekte während der Show 
  • 16 Tonnen Hängegarnitur 
  • 10 Tonnen Licht- und Tontechnik 
  • 11 Besatzungsmitglieder, davon 3 Eistechniker 

"Nicht nur vor dem Event sind wir gefordert. Auch danach arbeiten wir auf Hochtouren, schließlich findet nur 48 Stunden nach dem Ende von 'Holiday on Ice' schon der nächste Event statt", sagt Janda. Das Eis wird dann abgekratzt und in einen Schacht direkt neben der Eisfläche gekehrt, wo es schmelzen und in die Kanalisation rinnen kann. Bis dahin wird das Eis aber noch die perfekte Bühne für zwei Wochen Showprogramm sein und für rund 50.000 Menschen glänzen.