30.APRIL 2019 
Freizeit
Die neue Achterbahn "Teststrecke" ist in Wien eingetroffen. Ausgerüstet mit zwei Loopings und einer Geschwindigkeit von über 80 Kilometer pro Stunde verspricht sie Adrenalin pur. © Bohmann/Radim Vrska

Nostalgie pur: Ausflug in den Prater

Zuckerwatte, Achterbahn oder eine Runde mit dem Wiener Riesenrad: Vergnügen, Köstlichkeiten und Wiener Charme an einem Ort. Wer kennt und liebt ihn nicht, den Wiener Prater! Zum Auftakt in die neue Saison probierte CLUB WIEN die neuesten Attraktionen.

Der Frühling ist da und mit ihm startet auch die Saison im Wiener Prater. Der moderne Vergnügungspark bietet seinen Besucherinnen und Besuchern Jahr für Jahr ein außergewöhnliches Unterhaltungsprogramm. Neben dem historischen Riesenradplatz mit dem Wiener Riesenrad und Madame Tussauds nimmt der Vergnügungspark seine Gäste mit in eine Welt aus Geschwindigkeit, Höhenluft und modernster Unterhaltungstechnologien. CLUB WIEN hat sich mit Stefan Lang und Stefan Sittler-Koidl getroffen. Beide gehören zu den Urgesteinen der Praterfamilien, zu den Wiener Originalen. Ein Beruf abseits des Freizeitparks für beide unvorstellbar. Stefan Sittler-Koidl ist zudem der aktuelle Präsident des Praterverbands. Abenteuer, Tradition und Wiener Charme: Bei einem Rundgang durch den Freizeitpark präsentieren die beiden Praterunternehmer die Neuheiten der Saison und die Dauerbrenner.

Es war einmal ...

Im Jahr 1766 eröffnete Kaiser Joseph II. den Wiener Prater für die breite Bevölkerung. Aus dem einstigen kaiserlichen Jagdgebiet wurde ein bunter Ort des Vergnügens. Von da an lockten Hochschaubahnen, Kinos und Volksfeste unzählige Wienerinnen und Wiener in den Prater. Im Laufe der Jahre veränderte sich der Freizeitpark immer wieder. Seinen nostalgischen Charme verströmt er nach wie vor und lockt mit modernster Unterhaltungstechnologie, kombiniert mit dem gewissen Wiener Flair, jährlich Millionen Menschen an.

 "Letztes Jahr war ein Rekordjahr. Das Riesenrad hatte seit den 90er-Jahren das stärkste Jahr seines Bestehens. Das beweist uns, dass wir hier einiges richtig machen und wir den Menschen genau das geben, was sie brauchen: Freude und Spaß im Leben", so Sittler-Koidl. Der Vergnügungspark floriert und das ist auch spürbar. Liegt es daran, dass der Wiener Prater jedes Jahr mit neuen Top-Attraktionen begeistert oder die Betreiberinnen und Betreiber ihre Leidenschaft zum Freizeitpark spürbar machen? Wahrscheinlich ist es die Kombination, die es ausmacht und den Wiener Prater zu einem ganz besonderen Ort werden lässt. "Ein Ausflug in den Prater, das mögen einfach alle. Eine Runde mit der Achterbahn und man fühlt sich wieder lebendig", so Sittler-Koidl.

Die Gondeln des Wiener Riesenrads wurden 2016 renoviert. Unter anderem bekamen sie neue Fenster für einen noch besseren Ausblick über die Dächer Wiens. © Bohmann/Radim Vrska © Bohmann/Radim Vrska
© Bohmann/Radim Vrska © Bohmann/Radim Vrska
© Bohmann/Radim Vrska © Bohmann/Radim Vrska

Das Wiener Original: das Wiener Riesenrad

Es ist eine Sehenswürdigkeit, das Wiener Wahrzeichen und ein fixer Bestandteil der Wiener Kultur: das Wiener Riesenrad. Und wie heißt es so schön: "Wer nicht ein Mal in seinem Leben eine Runde mit dem Riesenrad gedreht hat und nie den herrlichen Blick über die Dächer Wiens genossen hat, der war nie wirklich in Wien!". So ist eine Fahrt im Wiener Riesenrad Pflichtprogramm beim Besuch des Freizeitparks.

Das Wiener Riesenrad ist 122 Jahre alt und damit das älteste Riesenrad der Welt. Kurz nachdem es erbaut worden war, gab es weltweit einige Nachbauten der beeindruckenden Attraktion, diese hielten sich aber nicht lange. Erst 100 Jahre später eröffneten in vielen Städten wie London und Paris erneut Kopien des Riesenrads. Das Original ist und bleibt das Wiener Riesenrad.

Aufgepasst! Das Essen dreht Loopings

Das Die Erlebnisgastronomie Rollercoaster Restaurant gibt es seit 2016. Es ist das erste Restaurant Österreichs, in dem die Speisen und Getränke mittels Katapultantriebe durch Loopings befördert werden, bevor sie zu den Gästen an die Tische gleiten. Mittels eines Bestell-Tablets können die Gäste ihre Speisen und Getränke ordern. Die Speisen werden in der Küche zubereitet und in speziellen Gefäßen an zwei Roboter weitergeleitet. Anstelle von Kellnerinnen und Kellner warten diese schon auf das Essen und schicken die Speisen über die Achterbahngleise zu den jeweiligen Tischen. Auch Cocktails gibt es vor Ort - das Besondere: Hergestellt werden sie von den Robotern.

Wollten Sie schon immer einmal von Robotern bedient werden? Ihr Essen durch eine Achterbahn sausen lassen? Und bei Discolicht essen? Dann sind Sie im Rollercoaster Restaurant bestimmt richtig.

Horror-Clown hautnah

Eine absolute Neuheit im Prater ist die Virtual-Reality-Geisterbahn "The Clown". Wer eine Fahrt mit der modernen Bahn wagt, sollte starke Nerven haben, denn sie schickt ihre Opfer durch einen 3,5 Minuten langen Albtraum in der virtuellen Realität. Gruselclowns, ein blutrünstiger Metzger und andere schaurige Gestalten warten dort bereits sehnsüchtig auf die Besucherinnen und Besucher. VR-Brille und Kopfhörer erwecken den Schrecken zum Leben. Damit das Erlebte dann so richtig unter die Haut fährt, wird mithilfe von Wärmelampen Feuer und mithilfe von Ventilatoren Wind nachgeahmt. Übel riechende Düfte und Spritzer vermeintlichen Bluts sorgen für den Extra-Gruselkick.

Den 360-Grad-Film für die Gruseltour hat die Wiener Firma "vrisch" produziert. Gedreht wurde unter anderem in einer aufgelassenen Fleischerei und einer alten Villa in Hietzing.

Was wäre ein Vergnügungspark ohne eine legendäre Achterbahn? Diese Saison gastiert die "Teststrecke" im Wiener Prater und sorgt für viel Action und Bauchkribbeln. © Bohmann/Radim Vrska © Bohmann/Radim Vrska
© Bohmann/Radim Vrska © Bohmann/Radim Vrska

Wagen Sie sich auf die Teststrecke?

Diese Saison gastiert die Achterbahn "Teststrecke" im Wiener Prater. Zwei Doppelloopings auf einer 630 Meter langen, 28 Meter hohen Bahn, die Mutige mit 80 Kilometern pro Stunde durch die Luft katapultiert. Adrenalinausschüttung pur und für Praterunternehmer Stefan Sittler-Koidl ein absolutes Muss. "Die Fahrt mit dem Doppellooping ist sensationell. Wer es ein Mal erlebt hat, wird es lieben." Der Doppellooping ist eine Stahlachterbahn und gehört zu den legendären Schwarzkopf-Achterbahnen.

Hotel Psycho

Urlaub mal anders. Checken Sie ein und erleben Sie die Welt des Schreckens. Das Hotel Psycho eröffnete im Jahr 2014 und wurde für die neue Saison mit noch mehr Grusel und Schrecken erweitert. In einer 360 Grad drehbaren Gondel wird man durch das Hotel kutschiert. Hinter uneinsichtigen Ecken und knarrenden Türen lauern schaurige Gestalten, kreischende Zombies und furchteinflößende Monster. Aufgrund der drehbaren Gondeln ist jede Fahrt spannend und weitere gruselige Monster warten schon hinter der nächsten Tür.

Der Freifallturm verspricht eine herrliche Aussicht über ganz Wien - und plötzlich kommt der Fall. © Bohmann/Radim Vrska © Bohmann/Radim Vrska
Adrenalin pur! © Bohmann/Radim Vrska © Bohmann/Radim Vrska

Der freie Fall

Hoch hinauf geht es auch mit der nächsten Attraktion. Den Freifallturm gibt es im Wiener Prater seit 2017. Die Passagiere nehmen rund um den Turm ihren Platz ein und werden langsam nach oben gezogen. Mit baumelnden Füßen und dem Turm im Rücken kann man einen herrlichen Ausblick über die Stadt genießen. Aus 85 Metern Höhe geht es ohne Vorwarnung im freien Fall blitzschnell wieder nach unten. Ein Kribbeln im Bauch und das Gefühl von Freiheit - der Freifallturm ist ein absoluter Adrenalinkick.

On the top - am Kettenkarussell. © Bohmann/Radim Vrska
Vor allem beim Sonnenuntergang ist eine Fahrt mit dem Kettenkarussell ein unvergessliches Erlebnis. © Bohmann/Radim Vrska © Bohmann/Radim Vrska

Ein atemberaubender Höhenflug

Die Tour endet beim welthöchsten Kettenkarussell. Mit einer Höhe von 117 Metern ist der Praterturm eine Sensation und verspricht seinen Gästen eine atemberaubende Aussicht. Die Fahrt ist jedenfalls ein Muss, denn wie oft hat man schon die Gelegenheit, eine Karussellfahrt in dieser Höhe zu genießen?

Zum krönenden Abschluss geht es in das Schweizerhaus. Dort warten schon das wohlverdiente Budweiser und die traditionelle Stelze.