Die neue Hochebene samt Bogen und Discokugel ist das Highlight des 24. Wiener Eistraums. © Bohmann/Andrew Rinkhy

 

Der coolste Eistraum aller Zeiten

Es ist so weit: Der Wiener Eistraum ist da! Eine Wunderwelt für alle FreundInnen der Schlittschuhfahrt im Herzen der Stadt: Das gibt's ab 18. Jänner und nur in Wien. Hinter der beliebten Wintertradition stecken viel Arbeit und eine logistische Großtat.

Ganz schön was los: Eine Woche vor der großen Eröffnung des Wiener Eistraums herrscht auf dem Areal Hochbetrieb. Das Team von Thomas Karaba, dem technischen Leiter des Projekts, hat noch reichlich Arbeit vor sich. Zum 24. Mal verwandelt sich der Bereich vor dem Wiener Rathaus in die wohl schönste Eisfläche Österreichs. Doch heuer ist kein Jahr wie jedes andere. Die Organisatorinnen und Organisatoren von stadt wien marketing bringen den Event buchstäblich auf den nächsten Level.

 

Zu ebener Erde und im ersten Stock

Der Wiener Eistraum hat heuer erstmals zwei Etagen. Mit dem sogenannten "Sky Rink" hat man eine Terrasse geschaffen, die via einer 120-Quadratmeter-Rampe mit den Eislaufschuhen erreichbar ist. Im ersten Stock stehen 850 Quadratmeter Eisfläche zur Verfügung. Das ist eine weltweit einzigartige Attraktion. Die Terrasse steht auch schon. Thomas Karaba nutzt den erhöhten Punkt, um sich ein Bild über den Fortschritt der Arbeiten zu machen.

"Wir sind sehr gut im Zeitplan. Natürlich macht uns das Wetter zu schaffen. Alles ist nass, das macht die Arbeit schwierig und ist auch zermürbend. Aber wir halten durch", sagt Karaba. Die Feuchtigkeit spürt man schon nach kurzer Zeit bis in die Knochen, der stundenlange Einsatz des Teams ist bewundernswert. Außerdem herrscht akute Rutschgefahr, worauf Thomas Karaba bei jeder Gelegenheit hinweist. Sicherheit wird bei ihm großgeschrieben.

Ein Blick über das Gelände zeigt die vielen Baustellen. Nahe dem Eingang liegt eine Vielzahl an Scheinwerfern, Richtung Burgtheater sehen wir Holz, aus dem bald die Hütten und Stände gebaut werden. Um all das zu bewältigen, braucht es ein starkes Team. Über 100 Arbeitskräfte sind im Einsatz.

Wasser + Kühlschlauch = Eis

"Momentan arbeiten wir an allen Ecken und Enden, zum Beispiel an den Kühlschläuchen hier", sagt Karaba und zeigt auf die schmalen grauen Schläuche, die quer über den gesamten Boden gelegt wurden. "Wir haben zuerst eine Isolierung aufgetragen, damit der Untergrund nicht friert, und jetzt verlegen wir die Schläuche. Durch die fließt dann eine Kühlflüssigkeit auf Glykol-Basis. Glykol darum, weil das auch bei minus 20 Grad flüssig ist. Mit den Schläuchen vereisen wir dann rund 900 Kubikmeter Wasser und tragen eine zehn Zentimeter dicke Eisschicht auf, welche beste Bedingungen für die Gäste bietet."

Wie die fertige Eisfläche ungefähr aussehen wird, verrät ein Blick auf den Kleinen Eistraum nebenan. Dort wird schon seit November gekurvt. Speziell gebaut wurde übrigens auch die Eisstockfläche, deren Bahnen gemietet werden können.

Hoher Materialaufwand

Insgesamt braucht der Wiener Eistraum 400.000 Meter Kühlschläuche für fast 9.000 Quadratmeter Eis. Zwischen Eis und Asphalt befinden sich 7.000 Quadratmeter Isolierung. Rundherum wird eifrig gehämmert und geschraubt, um die über 2.000 Laufmeter Banden aufzuziehen. Für das gesamte Areal werden 1.700 Kubikmeter Holz benötigt, das Holzpodest hat insgesamt 1.500 Quadratmeter.

Der Materialaufwand ist beachtlich. "Pro Tag werden zehn Lkws an Material angeliefert. Das dauert rund zehn Tage, dann ist alles da", sagt Karaba. Unter anderem sind 50 Tieflader für Holzbodenbeläge, 25 Hängerzüge für Unterkonstruktionen, sprich Boden, Gerüstbau für die Rampe, Terrasse und Eisstockfläche, sowie fünf Kräne im Einsatz. Für die gesamte Eistechnologie braucht man 22 Sattelschlepper. Während der Bauzeit sind auch 60 Container vonnöten.

Doch damit nicht genug. Für den Event braucht es auch vier Kassen, sechs Kassenautomaten, zwölf Drehkreuze, 1.000 Garderobenkästchen sowie 2.000 Paar Schlittschuhe und insgesamt 40 Lichtmasten.

Der Einsatz lohnt sich

Noch nicht in Arbeit ist die Elektronik. "Das ist dann der letzte große Bereich, momentan werden nur Kabel verlegt. Wir hoffen, dass dann auch das Wetter besser ist", sagt Karaba. Auch hier wird nicht gekleckert. Es gibt einen 130 Quadratmeter großen LED-Screen und 6.000 laufende Meter Baumbeleuchtung. Dazu gesellen sich 600 LED-Scheinwerfer und 150 LED-Notlichtlampen. Für den gesamten Eistraum werden zwölf Kilometer Stromverkabelungen und rund 100 Stromverteiler benötigt.

Gearbeitet wird übrigens bis wenige Stunden vor dem Publikumseinlass. "Letzte Schritte sind dann unter anderem das Aufstellen der Hinweisschilder oder das Aufhängen der Feuerlöscher. Da widmen wir uns also dem Feinschliff", sagt Karaba. Bis dahin ist das Team rund um die Uhr im Einsatz, um den Wienerinnen und Wienern ein märchenhaftes Eislauferlebnis bieten zu können. Thomas Karaba und seine Crew werden dann mit Stolz von sich sagen können, dass sie den spektakulärsten Eistraum aller Zeiten geschaffen haben.