Die "Wien zu Fuß"-App hat viele tolle Spazierrouten in petto, etwa an der alten Donau. © Bohmann

 

Die App für alle SpaziergängerInnen

Schritte zählen, Wien entdecken, Motivation tanken: Die "Wien zu Fuß"-App hat alles, was FreundInnen des flotten Schritts brauchen. CLUB WIEN hat die App getestet.

Schritt für Schritt in ein gesünderes Leben: Wer mehr geht, verbraucht Kalorien, hält sein Gewicht, ist an der frischen Luft, tut etwas für sein kardiovaskuläres System und hat Spaß. Es gibt also viele gute Gründe, die Beine zu schwingen. Allerdings ist es nicht immer leicht, die Motivation dafür aufzubringen. Auch wir tun uns da manchmal schwer. Was also tun? Schrittzähler helfen vielen Menschen. Man sieht seinen Fortschritt und wird angestachelt, noch mehr zu leisten. Doch wir wollen noch mehr. Die "Wien zu Fuß"-App der Mobilitätsagentur Wien bietet genau das. Neben einem Zähler gibt’s Routen, Spaziergänge und die Möglichkeit, sich mit anderen zu messen und zu vergleichen.

Die App finden Sie sowohl im iTunes Store als auch bei Google Play. Wir haben die App runtergeladen und für Sie getestet.

Die Nutzung der App ist herrlich unkompliziert. Mit dem Schrittzähler kann man gleich loslegen. Dafür verbindet sich die App mit dem Smartphone und hat so alle Infos darüber, welche Distanzen man zurücklegt. Wenn man also auf einem langen Spaziergang das Handy zu Hause vergisst, werden die Schritte nicht gezählt. Keine Angst: Gesund sind sie natürlich trotzdem. Die App zeigt uns, wie viele Schritte wir jeden Tag absolvieren. Auch wöchentliche, monatliche und noch längere Statistiken sind verfügbar.

 

Motivation im Smartphone

Die Schritte der letzten Wochen vor dem Download der App werden auch gleich gezählt, schließlich sind die Daten ja im Handy gespeichert. Da wir oft ohne Handy unterwegs sind, haben wir an manchen Tagen so gut wie keine Schritte, an anderen viel. 10.000 haben wir des Öfteren erreicht und das ist so quasi das Standardziel in der Schritte-Community. Die App macht auf jeden Fall Lust auf mehr, denn mit kreativen Ideen wird hier nach allen Regeln der Kunst motiviert. Nicht nur den Drang, vergangene Bestmarken zu überbieten, haben wir. Man wird auch noch mit diversen Abzeichen für fleißiges Marschieren belohnt.

Wir haben zum Beispiel schon das Abzeichen "Flink wie die Post". Das erhält man für 72 absolvierte Kilometer. Der Name rührt daher, dass eine Wiener Briefträgerin oder ein Wiener Briefträger diese Distanz durchschnittlich in einer Woche absolviert. Da wir durch jede Art von Sammeln sehr leicht zu begeistern sind, wollen wir natürlich auch die anderen Abzeichen.

Außerdem gibt es Goodies für Fleißige. Im März kann man sich etwa für 20.000 Schritte via Gutschein aus der App eine #gofuture-Haube holen. Die hält dann garantiert die Ohren warm. Dann wären da noch die Bestenlisten. Es gibt Listen für jede Woche, jeden Monat sowie Allzeit. Nach unserem montäglichen Morgenlauf etwa stehen wir vorübergehend auf Platz vier der Liste für die Woche. Das macht Lust auf mehr. Als Motivationstool ist die "Wien zu Fuß"-App wirklich unschlagbar. Wir sind gefangen und werden künftig ordentlich süchteln.

Wohin soll’s gehen?

Die nächste hilfreiche Funktion ist der Routenplaner. Damit kann man watscheneinfach sämtliche Fußwege durch Wien planen. Egal ob neue Route zum Büro, Wege durch die Stadt oder zielloses Flanieren: Die Karte ist einfach zu nutzen und sehr genau. Plus: Man kann sich "Points of Interest" anzeigen lassen, also besonders interessante Platzerln entlang der Route. Grünanlagen, Sehenswürdigkeiten oder Fußgängerinnen- und Fußgängerzonen werden auf der Karte angezeigt. So haben wir zum Beispiel auf dem Weg zum Supermarkt entdeckt, dass wir den auch bequemer in der Fußgängerinnen- und Fußgängerzone gehen könnten. Vielleicht stoßen Sie ja auf einen Park, der nahe des Arbeitswegs ist, den Sie aber noch nie erkundet haben. Zu sehen gibt’s sehr viel.

Viele schöne Spazierwege

Ein ganz dickes Highlight sind aus unserer Sicht die Spazierrouten. Auch Menschen, die schon viele Stunden damit verbracht haben, Wien abzugehen, könnten hier noch Inspiration finden. Die Auswahl der Routen ist sehr gelungen und schafft es, die verschiedensten Ecken der Stadt miteinzubinden. So gibt es feine Wege direkt in der Stadt, zum Beispiel den Spaziergang "Alles bleibt im Wandel. Vom Julius-Tandler-Platz zum Yppenplatz", aber auch Ideen für den nächsten Spaziergang am Stadtrand, siehe etwa "GrünGrätzlWege: Vom Georgenberg nach Speising".

Die Routen widmen sich teilweise auch spezifischen Themen. Zwei Beispiele für solche Spaziergänge wären "Mischkost in der Vorstadt. Vom Orient ums Eck zum ältesten Heurigen Wiens" oder "Stadtspaziergang: jüdisches Wien". Die Auswahl ist groß und wird sicher noch weiterwachsen. Uns steht für den Test der Sinn nach ganz Klassischem: Alte Donau. Die gleichnamige Route führt von der UNO-City über den Schüttauplatz und vorbei am Gänsehäufel entlang der Alten Donau und der Kagraner Brücke bis zum Arbeiterstrandbad. Wie viele Routen ist auch diese zu jeder Jahreszeit ein Genuss. Im Winter erlebt man den Weg gänzlich anders als im Sommer mit einem Eis in der Hand. Wir genießen die Landschaft und die ruhige und entspannende Wirkung des Wassers. Ein feiner Spaziergang, den wir jederzeit empfehlen können.

Fazit: Die App ist gelungen. Neben Routenplaner und Spazierideen begeistert uns vor allem die Interaktivität und die Motivation, die man geboten bekommt. Das Erfolgserlebnis, neue Abzeichen zu holen, ist zum Beispiel ein echter Schub. "Wien zu Fuß" macht aus Spazieren ein digitales Erlebnis, das man mit anderen teilen kann. Ein guter Platz in der Highscore-Liste kann zum Beispiel einiges. Wir empfehlen die App jedenfalls wärmstens.