01.APRIL 2021 
Freizeit
Sie suchen einen Ort der Erholung, abseits des ganz großen Andrangs? Wir empfehlen den Setagayapark. Da werden auch Sie zum Zenmeister. © Bohmann

Eine kleine Parksafari durch Wien

Donauinsel und Türkenschanzpark sind immer einen Besuch wert. Es gibt in Wien allerdings 1.000 Parkanlagen, darunter viele, die Sie vielleicht noch nicht kennen.

Wien ist eine der grünsten Städte der Welt. Das spiegelt auch die Zahl der Parkanlagen wider. Rund 1.000 gibt es in der Stadt. Und doch zieht es die meisten Menschen immer wieder in die bekanntesten Anlagen: Donauinsel, Prater, Kurpark Oberlaa oder der Schlosspark Schönbrunn sind ein paar Beispiele.

Dabei haben gerade die kleineren Parks viel zu bieten, denn jeder von ihnen hat seinen eigenen Charme. Bei frühlingshaftem Wetter gibt es also nichts Besseres als eine kleine Wiener Parksafari. Dabei sehen Sie ganz neue Pflanzen, Aktivstationen, Ausblickspunkte und erleben generell Wien von einer neuen Seite. Plus: Im Gegensatz zu den hochfrequentierten Parks kann man in den Geheimtipps leichter entspannen und den Alltag hinter sich lassen.

Wir haben einige Tipps für Sie gesammelt.

Der Meditative

Nach Aufregung steht Ihnen der Sinn nicht? Wie wäre es dann mit Erholung fernab von jeglichem Trubel? Wie wär’s mit einem nahezu Zen-buddhistischem japanischen Garten und das mitten in Döbling? Der Setagayapark wurde von einem japanischen Gartengestalter entworfen und das sieht man auf den ersten Blick. Schon das Bambustor im Tokusabari-Stil lässt darüber keine Zweifel aufkommen. In einem Steinmonument beim Eingang ist das Wort „Furomon“ eingraviert, das heißt auf Deutsch „Paradies“.

Egal ob beim Wasserlauf, der über Kaskaden in einen Teich mündet, oder unter den asiatisch angehauchten Pflanzen und Bäumen: Hier kann man die Seele baumeln lassen und nach Herzenslust meditieren. Da wundert es auch nicht, dass die meisten Menschen diesen Park erleichtert und federnden Schrittes verlassen. Sehr empfehlenswert!

Der Vielfältige

Ein Besuch in diesem Garten zeigt die Welt der Flora von ihrer schönsten Seite. Vom Griechischen Garten über einen Asiatischen Garten bis hin zu einem Pannonischen Bauerngarten: Der Schulgarten Kagran punktet mit einmaliger Vielfalt. Kräuterspirale, steirischer Beerengarten, Shakespeare Garden Vienna und vieles mehr locken auf 60.000 Quadratmetern mit einer einmaligen Gestaltung, die in jedem der Themengärten individuell ist.

Normalerweise üben hier die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule für Gartenbau und Floristik ihre Kunst. Jeden ersten Donnerstag im Monat, von April bis Oktober, öffnet der Garten aber für die Allgemeinheit seine Pforten. Und das Beste zum Schluss: Von 2. bis 6. April hat der Schulgarten geöffnet, somit steht einem Besuch zu Ostern nichts im Weg. Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr.

Die Sportlichen

In Wien gibt es eine große Anzahl an Aktivparks. Was das heißt? Ganz einfach: In diesen Parks finden Sie diverse Sportstationen wie zum Beispiel Klimmzugstangen oder Balancegeräte. Man kann sagen, die Aktivparks sind kostenlose Freiluftfitnesscenter. Die Bewegungsparcours helfen, fit zu bleiben, und damit sind sie ein wahrer Segen für Körper, Geist und Seele. Wo ist also der nächste? Wahrscheinlich ganz in ihrer Nähe! Diese Parks gibt’s in fast jedem Bezirk, in den meisten sogar mehrere. Eine übersichtliche Auflistung finden Sie auf der Homepage der Stadt Wien.

Wir lieben diese kleine Nachbarschaftssportstudios. Ein Beispiel gefällig? Da wäre der Luise-Montag-Park. Als kleines, aber feines Eck in einem ruhigen Teil Simmerings ist diese Sportanlage sehr beliebt unter den Grätzlbewohnerinnen und -bewohnern, die hier regelmäßig trainieren. Vor allem Crossfit- und Körpergewichtsübungen kann man sehr gut ausüben. Klimmzüge, Dips und andere Übungen an Stange und Reck sind hier ideal auszuführen.

Der neue Blick auf Wien

Die Aussicht vom Kahlenberg kennt jeder. Vom Donauturm über die Stadt blicken? Sicher ein Highlight, aber auch das ist nichts Neues. Wenn Sie denken, dass es keine neuen Perspektiven auf die lebenswerteste Stadt der Welt gibt, sollten Sie einen Abstecher zur Parkanlage Roter Berg in Hietzing machen. Das 30.000 Quadratmeter große Areal ist eine unfassbar weitläufige Anlage mit einem Wienblick, der sich gewaschen hat.

Von den schmucken Häuschen des 13. Bezirks über die Sternwarte Ottakring bis mitten in die Stadt reicht der Blick. Ein wunderschönes Panorama, das sich auch als Fotomotiv ganz hervorragend macht. Zusätzlich hat man hier unglaublich viel Platz für ein Picknick oder eine Partie Frisbee oder was auch immer Spaß macht. Ein unterschätztes Idyll, das man als Wienerin oder Wiener zumindest einmal gesehen haben muss.

Der Naturbelassene

Platz ohne Ende? Check! Perfektes Joggingareal? Check! Picknick-Eldorado? Check! Unterhaltung in der Nähe? Check! Fernblick bis in die Slowakei? Check! Die Parkanlage Löwygrube ist ein ganz großer Klassiker in der Freizeitgestaltung der Wienerinnen und Wiener. Kein Wunder, liegt doch der Böhmische Prater direkt daneben. Auf unfassbaren 164.000 Quadratkilometern werden hier alle Freizeitwünsche wahr. Außerdem liegt gleich daneben der Laaer Wald, ein echtes Paradies mit dem wunderschönen Butterteich.

Das Areal punktet mit Naturnähe und erfreut sich nicht zuletzt unter Hundebesitzerinnen und -besitzern großer Beliebtheit. Die Anlage liegt auch direkt auf dem Stadtwanderweg 7, einer ganz tollen Runde um den Laaer Berg. Auch ein Radweg führt durch die Löwygrube. Eine Kinderwagen-Wanderung gibt’s auch, kein Wunder also, dass sich Familien hier sehr wohlfühlen.

Die grüne Lunge des Grätzls

Stellvertretend für die vielen Lungen der Stadt, die gleichzeitig Mittel- und Treffpunkt sowie Hotspots ihrer jeweiligen Grätzl sind, steht hier der Rudolf-Bednar-Park im Nordbahnviertel in der Leopoldstadt. 2008 fertiggestellt, ist dieser Park der größte in Wien errichtete Park seit 1974. Die Anlage ist Herz und Seele des neuen Nordbahnviertels. 31.000 Quadratmeter, 280 Bäume, Quartiergärten, Kletterseile, Schaukeln, Hängematten, Skatebereich und Streetball: Im Rudolf-Bednar-Park finden alle etwas.

Dieser Park ist, wie gesagt, Stellvertreter für all die vielen Parks quer durch Wien, die das Leben in dieser Stadt so angenehm machen. Besuchen Sie doch einmal den Park in Ihrer Nachbarschaft, statt schon wieder in den Prater zu tingeln. Sie werden angenehm überrascht sein! Die komplette Liste aller Wiener Parks finden Sie auf der Homepage der Stadt Wien.