Noch bis 19. September läuft im MUSA die Ausstellung zu Bambi-Schöpfer Felix Salten. © Klaus Pichler

 

Das ist der September in Wiens Museen

Lust auf Kultur im Spätsommer? Dann haben Sie es gut in Wien. In den Museen der Stadt gibt es ein breites Angebot spannender Ausstellungen. Wir haben ein paar Tipps für Sie.

Der Herbstbeginn naht und langsam, aber sicher, steht vielen verstärkt der Sinn nach Kultur statt nach Freibad. Gut also, dass die Wiener Museen mit einem prallen Ausstellungsangebot locken. Von neuen Schauen bis zu Sammlungen, die bald enden, gibt es einige Highlights, die Sie nicht verpassen sollten.

Im Schatten von Bambi

Achtung: Diese Ausstellung neigt sich dem Ende entgegen! Noch bis 19. September läuft diese Ausstellung zum Leben von Felix Salten. Ende 1922 erschien dessen Roman "Bambi". Bekanntermaßen wurde daraus ein Welterfolg, Disney-Klassiker inklusive. Dabei vergisst man aber gerne, dass Salten auch Journalist, einflussreicher Kulturkritiker, Theatergründer und vorrangiges Mitglied des literarischen Netzwerks Jung-Wien war. Zum 75. Todestag des Autors läuft im Wien Museum MUSA die Ausstellung "Im Schatten von Bambi. Felix Salten entdeckt die Wiener Moderne". Sowohl im MUSA als auch in der Wienbibliothek im Rathaus gibt es viele Ausstellungsstücke und den Nachlass Saltens zu entdecken. Sehr empfehlenswert!

Gestern bei M. E. Mayer eingetroffen

Etwas mehr Zeit, nämlich bis zum 3. Oktober, hat man für diese Ausstellung. Das Jüdische Museum Wien widmet einem einst sehr beliebten, heute leider vergessenen Wiener Unternehmen eine Schau. Die Parfümerien von M. E. Mayer waren im Vorkriegswien der letzte Schrei. „Gestern bei M. E. Mayer eingetroffen, heute schon eine Mundzier“, schrieb etwa Anton Kuh 1925 im Feuilleton über ein Parfüm. Mit Standorten am Lobkowitzplatz 1 und am Graben 17 sowie einer Vielzahl an selbst produzierten Cremes, Seifen, Parfüms und mehr verzückte das Unternehmen Wien. Die Fabrik in der Pernerstorfergasse nahm einen ganzen Häuserblock ein.

Wie populär M. E. Mayer war, zeigt das Gästebuch. Franz Werfel, Hedy Lamarr, Carl Zuckmayer, Louise Rainer und viele mehr zählten zur Kundschaft. Franz Lehár ließ sich das Badesalz gar nach Bad Ischl schicken. Nach dem Anschluss wurde das wertvolle Imperium „arisiert“, die Inhaber mussten flüchten. 1950 kauften die Söhne die Firma zurück und führten die Geschäfte bis 1978 weiter, die Glanztage waren aber vorüber. Das Jüdische Museum würdigt das einflussreiche Unternehmen mit einer Präsentation im Schaudepot.

Susan Meiselas: Mediations

Der September bringt auch neue Höhepunkte, zum Beispiel im Kunst Haus Wien. Ab 16. September läuft ein Schwerpunkt zur US-Fotografin Susan Meiselas. Seit den 1970er-Jahren fängt sie mit ihrer Kamera soziale und politische Brennpunkte ein. Ihre Dokumentation von Kriegen, Krisen und Revolutionen sowie ihr einmaliger Blick auf kulturelle Identität oder Feminismus bewegen. Das Kunst Haus zeigt diverse Serien der Fotografin, darunter „Mediations“, über die nicaraguanische Revolution. Nicht minder packend ist ihre neue Serie zu britischen Frauenhäusern, „A Room of Their Own“, die mit Fotos, Aussagen und Gegenständen der Bewohnerinnen nachdenklich macht.

Imkern in Wien

Die Wiener Bezirksmuseen sind immer einen Besuch wert. Laufend gibt es Ausstellungen rund um die Geschichte unserer Grätzln. Ab 9. September widmet sich das Bezirksmuseum Währing dem Thema Bienenzucht. Die Ausstellung „Imkern in Wien - 100 Jahre Imkerinnen und Imker Wien West“ wurde vom „Verein für Bienenzucht und Bienenhaltung - Imkerinnen und Imker Wien West“ gestaltet. Mit Bildern, Infotexten und Gerätschaften aus dem Alltag einer Imkerin oder eines Imkers wird die sehr reichhaltige Geschichte der Bienenzucht in Wien zum Leben erweckt. Besichtigen kann man die Sonderausstellung jeweils am Donnerstag, 17 bis 19 Uhr, am Sonntag, 10 bis 12 Uhr, und am Montag, 10 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Die Sammlung Schedlmayer

Die bildende Kunst aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist reich an herausragenden Kunstwerken, etwa von Koloman Moser, Adolf Loos und Josef Hoffmann. Das österreichische Sammlerpaar Hermi (1941 bis 2018) und Fritz Schedlmayer (1939 bis 2013) hat eine einmalige Sammlung der Epoche zusammengetragen, die nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Ab 10. September kann man im Leopold Museum unter anderem viel zum Architekten Otto Prutscher sehen, aber auch herausragende Werke von Koloman Moser, Adolf Loos und Josef Hoffmann sowie von Vertreterinnen und Vertretern der österreichischen Moderne wie Broncia Koller-Pinell, Jean Egger, Franz Wiegele oder Anton Faistauer.