Wien in Zahlen: In den letzten zehn Jahren gab es einen Bevölkerungszuwachs von 217.555. Das sind + 13 Prozent. © iStockphoto

So leben die WienerInnen

In Wien wohnen rund 1,9 Millionen Menschen. Doch wie leben diese WienerInnen? Wie groß sind ihre Wohnungen? Wie heißen ihre Babys? Und wo leben die meisten von ihnen? Fragen über Fragen. CLUB WIEN klärt auf und geht diesen Fragen nach.

Wien ist bereits zum vermehrten Male zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt worden – zu Recht. Denn Wien hat viel zu bieten: kulturelle Vielfalt, historische Geschichte, Natur inmitten der Stadt. Und dann wäre da noch die Bevölkerung. Die urtypische Wienerin beziehungsweise der urtypische Wiener wird meist als Grantlerin oder Grantler dargestellt, doch ist dies natürlich nur ein Vorurteil. Die meisten Wienerinnen und Wiener sind meist ganz umgängliche Menschen. Die Magistratsabteilung für Wirtschaft, Arbeit und Statistik veröffentlicht seit über 25 Jahren die Broschüre "Wien in Zahlen". Im Rahmen einer kleinen Serie hat CLUB WIEN einen Blick hineingeworfen und sich Hintergrundinformationen zur Wiener Bevölkerung geholt.

Die WienerInnen

In Wien leben 1.888.776 Menschen. 48,5 Prozent davon sind Männer und 51,5 Prozent Frauen. In den letzten zwölf Jahren gab es einen Bevölkerungszuwachs von rund zwölf Prozent. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern liegt bei 77,7 und bei Frauen bei 82,6 Jahren. Das durchschnittliche Alter der Wienerinnen und Wiener ist 40,2 Jahre. "Wien ist das jüngste Bundesland Österreichs: Vor 50 Jahren waren wir mit einem Durchschnittsalter von 42,0 Jahren die Letzten im Länder-Ranking. Vorarlberg lag mit 31,4 Jahren auf Platz eins. Während die anderen Bundesländer in der Zwischenzeit deutlich gealtert sind, hat sich Wien um zwei Jahre verjüngt", so Klemens Himpele, Leiter der MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik. 181 Nationen leben in der Hauptstadt. Die fünf häufigsten Geburtsländer der Wienerinnen und Wiener sind Österreich mit 64 Prozent, Serbien mit fünf Prozent, die Türkei mit vier Prozent, Deutschland mit drei Prozent und Polen - ebenfalls mit drei Prozent. Weniger als fünf Wienerinnen und Wiener sind jeweils aus San Marino, Dschibuti oder Mikronesien. So viel zu den Hard Facts der Wiener Bevölkerung, doch wie leben die Wienerinnen und Wiener?

Ja, ich will

Zuerst wird der Job gefunden, dann die Frau oder der Mann und danach läuten die Hochzeitsglocken. Wenn alles gut geht, kommt kurze Zeit später der Storch mit dem Baby. Ein klassisches österreichisches Familienbild - gibt es das noch?

Laut einer Statistik ist die Heiratsrate in den letzten Jahren rapide gesunken. Wurden in der Hauptstadt im Jahr 1970 noch über 10.000 Ehen geschlossen, so ist die Zahl in den letzten Jahren auf unter 8.000 gesunken. Gleichzeitig nehmen nicht konventionelle Beziehungsformen wie Living Apart Together (LAT - getrennt zusammenleben) und Cohabiting (unverheiratet zusammenwohnen) zu. Diese Lebensformen werden vor allem von den jüngeren Personen gelebt. Wenn sich ein Paar entschließt, doch zu heiraten, wird erst später der Bund der Ehe eingegangen. Lag das mittlere Alter der Frauen im Jahr 1970 bei 21,7 und bei den Männern bei 24,4 Jahren, so war die Braut im Jahr 2016 durchschnittlich 29,8 und der Bräutigam 31,7 Jahre alt.

Angesichts dieser Zahlen könnte man glauben, dass die Ehe langsam ausstirbt, doch in den letzten Jahren wurde ein Anstieg von Eheschließungen verzeichnet. Der Trend zur Ehe ist wohl doch nicht vorbei. Vielleicht auch, weil Heiraten jetzt für alle möglich ist. So können seit dem 1. Jänner 2010 in Österreich zwei Personen gleichen Geschlechts eine eingetragene Partnerschaft begründen und ab 31. Dezember 2018 auch heiraten.

Wenn der Storch vorbeikommt

Nach der Hochzeit kommt das Baby - nicht immer, aber doch häufig. In Wien sind im Jahr 2017 20.576 Kinder auf die Welt gekommen. Das Durchschnittsalter der Mütter ist 29,8 und damit deutlich älter als noch im Jahr 1970. Damals bekamen Frauen mit durchschnittlich 21,9 Jahren ihr erstes Kind. Von den Neugeborenen sind rund 3,3 Prozent Mehrlingsgeburten.

Marie, Pauline oder doch Chantal?

Wer hätte das gedacht? Unsere Großeltern wohl kaum. Alte, traditionelle Namen sind auf dem Vormarsch und der Einfluss aus den USA lässt langsam nach. Sind noch vor wenigen Jahren Neugeborene auf den Namen Jennifer oder Kevin getauft worden, so heißen heutzutage viele Sprösslinge Lorenz, Marie oder Charlotte. Nicht nur zurück zu den Wurzeln, sondern auch kurz und knackig sollen die Namen sein. Ein Trend, der vor allem unter den Mädchennamen zu finden ist. Die beliebtesten Namen in Wien aus dem Jahr 2017 lauten:

Mädchen: Sophia, Sara, Anna

Buben: Alexander, Maximilian, Muhammed

Wohnfläche pro WienerIn

Ist das Kind erst einmal geboren, heißt es, eine passende Wohnung für die Familie zu suchen. Die durchschnittliche Wohnfläche liegt bei 35 Quadratmetern pro Person. In einem durchschnittlichen Wiener Haushalt wohnen in der Regel 2,07 Personen.  

Laut einer Statistik der MA 23 leben die meisten Wienerinnen und Wiener, das sind über 40 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner, in Wohnungen mit einer Größe von 60 bis 90 Quadratmetern. 16 Prozent wohnen in Kleinwohnungen mit 45 Quadratmetern, 18 Prozent in Wohnungen mit einer Größe von 90 bis 130 Quadratmetern und sechs Prozent in Großwohnungen mit mehr als 130 Quadratmetern.

Einige Stadtteile der Gemeindebezirke Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring sowie Margareten und Brigittenau haben einen hohen Anteil an Kleinwohnungen mit weniger als 45 Quadratmetern. Die vorherrschenden Wohnungsgrößen sind in Wien Wohnungen mit einer Nutzfläche zwischen 45 und 90 Quadratmetern, die etwa einen Anteil von 62 Prozent ausmachen. Diese befinden sich vor allem in Favoriten, Simmering und in der Brigittenau sowie in Stadtgebieten mit verstärkter Neubautätigkeit. In Floridsdorf und der Donaustadt dominieren großflächig Wohnungen mit einer Nutzfläche zwischen 60 und 90 Quadratmetern. Einen sehr hohen Anteil an Großwohnungen gibt es in der Inneren Stadt.

Hier wohnen wir

Wien hat 23 Bezirke. Die Josefstadt (8. Bezirk) grenzt an die Innere Stadt und ist mit einer Fläche von 1,08 Quadratkilometern der kleinste Wiener Gemeindebezirk. Die Donaustadt (22. Bezirk) liegt im Osten Wiens und ist mit einer Fläche von 102,34 Quadratkilometern der größte. Die meisten Wienerinnen und Wiener wohnen jedoch in Margareten. Das ist der 5. Bezirk, der innerhalb des Gürtels liegt. In diesem Bezirk wohnen 276,6 Personen pro Hektar. Das ist ganz schön viel. Leistbare Wohnungen und die gute Lage machen diesen Bezirk zu dem am dichtesten besiedelten Wiens. Nur 14,4 Personen pro Hektar leben in Hietzing. Obwohl der 13. Bezirk zu den größeren Bezirken gehört, ist er nicht dicht besiedelt. Der Bezirk gehört zu den Nobelbezirken in Wien.

Der Hund, Wiens liebstes Haustier

Im Jahr 2017 wurden rund 55.705 Hunde in Wien gezählt. Im Vergleich zum Jahr 2007 nahm die Zahl der Hunde um elf Prozent zu. Man könnte sagen, die Wienerinnen und Wiener sind auf den Hund gekommen. Die Hauptstadt gilt generell als eine sehr hundefreundliche Stadt. Es gibt viele Hundezonen, hundefreundliche Lokale und Restaurants und auch einen Hundestrand auf der Donauinsel. Am "hundeliebsten" sind in Wien die Donaustädterinnen und Donaustädter. Auf 100 Einwohnerinnen und Einwohner kommen 4,55 Hunde. Am niedrigsten ist dieser Wert in Rudolfsheim-Fünfhaus, wo er bei 1,68 Hunden pro 100 Bewohnerinnen und Bewohner liegt. Der Durchschnitt liegt in Wien bei 2,95 Hunden.