Wien hat sich im Laufe der Jahre und Jahrhunderte stets verändert. Hier ein Blick auf den einstigen Maximilianpatz mit Votivkirche, heute Rooseveltplatz. © iStockphoto

Durch das historische Wien in Jahreszahlen

Wann wurde Wien erstmals als Stadt erwähnt? Wann wurde mit dem Bau von Schloss Schönbrunn begonnen? Wann wurde die Donauinsel eröffnet? Wann fand der Eurovision Song Contest in Wien statt? CLUB WIEN begibt sich auf eine Reise durch Wien in Jahreszahlen.

Geschichte und Geschichten: So lassen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Wiens am besten erzählen. Fixpunkte dabei sind aber immer auch Zahlen. Bei einer Reise durchs historische Wien sind das freilich Jahreszahlen. Seit 25 Jahren veröffentlicht die MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik die Broschüre "Wien in Zahlen" und widmet sich in einem Abschnitt auch der Geschichte Wiens. Im Rahmen einer kleinen Serie hat CLUB WIEN einen Blick hineingeworfen und sich Hintergrundinformationen zu Wien in Jahreszahlen geholt.

Vindobona, Wenia, Wien

Für den Beginn reisen wir weit in der Zeit zurück. Um 50 nach Christus errichten die Römer im Osten dessen, was einmal Österreich sein wird, ein Militärlager. Sein Name: Vindobona. Bis zur ersten urkundlichen Erwähnung Wiens, damals noch unter "Wenia", dauert es ein bisschen: Das war 881. Mitte der 30er-Jahre des 12. Jahrhunderts gelangen schließlich die Babenberger in den Besitz von Wien. Im sogenannten Tauschvertrag von Mautern wird Wien erstmals als "civitas" bezeichnet, also als Stadt. Das war 1137. Im gleichen Jahr beginnt übrigens der Bau der ersten, damals noch romanischen Stephanskirche, der Vorläuferin des heutigen Stephansdoms. Ein anderes Wahrzeichen Wiens wird um einiges später errichtet: Das Riesenrad im Prater wird 1897 eröffnet.

Öffentliche Beleuchtung nach Sonnenuntergang

Bedeutend länger als die Babenberger herrschen die Habsburger über Wien, nämlich von 1282 bis 1918. Unter ihrer Herrschaft bleibt es auch nach Sonnenuntergang hell in der Donaumetropole. Nach einem Testlauf mit 17 Laternen in der Dorotheergasse ein Jahr davor wird am 5. Juni 1688 die Ära der öffentlichen Beleuchtung in Wien eingeläutet. Nur wenige Jahre später, 1695, wird mit dem Bau von Schloss Schönbrunn begonnen. Seinen Anstrich im typischen Gelb erhält es allerdings erst im 18. Jahrhundert.

Wiens erster Gemeindebau

Weniger feudal, aber aus stadthistorischer Sicht ebenfalls bedeutend ist der Metzleinstaler Hof am Margaretengürtel. Er gilt als erster Gemeindebau Wiens und wird 1925 eröffnet. Das war auch notwendig, Wohnraum war schließlich knapp. Zwar wird die Bundeshauptstadt in den 2020er-Jahren die Zwei-Millionen-EinwohnerInnen-Marke überschreiten. Doch Klemens Himpele, Leiter der MA 23, verrät, dass Wien bereits früher viele Menschen beherbergte: "Was viele nicht wissen: Wien war schon einmal größer. 1910 lebten in der K.-u.-k.-Hauptstadt 2,1 Millionen Menschen."

Erste U-Bahn für Wien

Damals befanden sich fast alle Wiener Friedhöfe außerhalb des Gürtels. Joseph II. ordnete bereits Ende des 18. Jahrhunderts aus hygienischen Gründen an, alle Friedhöfe innerhalb des Linienwalls zu schließen. Das heutige Stadtgebiet mit 23 Bezirken wurde allerdings erst 1954 festgelegt. Um dieses Gebiet auch entsprechend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschließen zu können, kommt nach Bim und Bus die U-Bahn ins Spiel. Zehn Jahre nachdem der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zum Bau des "Grundnetzes" für die Linien U1, U2 und U4 gefasst hat, wird am 25. Februar 1978 mit der U1 die erste U-Bahn-Linie Wiens eröffnet. Die erste Teilstrecke bringt die Fahrgäste vom Reumannplatz zum Karlsplatz und retour, erst ein halbes Jahr später gelangt man bis zum Stephansdom.

Vom Entlastungsgerinne zur Donauinsel

Mit der U-Bahn brechen für die Wienerinnen und Wiener moderne Zeiten an. Davon zeugt wenige Jahre später die Eröffnung eines der bis heute beliebtesten Freizeitareale der Stadt: Die Donauinsel, ursprünglich als Entlastungsgerinne gedacht, wird von 1972 bis 1987 angelegt, wobei ein erster Teilabschnitt bereits ab 1981 benutzt werden kann.

Fußballeuropameisterschaft und Eurovision Song Contest

Ein Hobby, dem auf der Insel gefrönt werden kann, ist Fußball. Dieser hält 2008 im Rahmen der Fußballeuropameisterschaft in Österreich und der Schweiz und so auch in Wien in großem Stil Einzug. Am 29. Juni 2008 findet im Ernst-Happel-Stadion das Finalspiel zwischen Deutschland und Spanien statt, das die Spanier mit einem Tor von Fernando Torres in der 33. Minute für sich entscheiden können. Sieben Jahre später geht das nächste europäische Großereignis in Wien über die Bühne: Beim 60. Eurovision Song Contest wird von 19. bis 23. Mai in der Wiener Stadthalle um die Wette gesungen. Den Sieg trägt der Schwede Måns Zelmerlöw mit dem Song "Heroes" davon.

Auch in künftigen Jahrbüchern und Kalendern wird sich das Datum von so manchem großen und kleinen Ereignis finden, an das wir uns gerne erinnern werden. Bis dahin kann man sich an der Vergangenheit und der Gegenwart Wiens erfreuen. Langweilig wird es in dieser Stadt nie.