Im Park Hyatt kümmert sich Corina Poledna als Gardemanger um die kalte Küche. © Park Hyatt

 

"Ich hab einen traumhaften Arbeitsplatz gefunden"

Wien investiert in die Qualifikation von ArbeitnehmerInnen, etwa mit dem Programm "Jobs mit Ausbildung" des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff). Davon profitieren die Wirtschaft und die Menschen, wie das Park Hyatt Wien und Corina Poledna.

Als Corina Poledna ihre Lehre als Gastronomiefachfrau abbrach, rechnete sie wohl nicht damit, schon bald bei einem der exklusivsten Hotels der Stadt zu arbeiten. "Ich habe eine neue Lehrstelle gesucht und über das AMS kam ich zum waff", sagt Corina. Dort wurde ihr die Chance geboten, im Park Hyatt Wien eine Ausbildung zur Köchin zu machen.

Für die Stelle gab es ein Auswahlverfahren, bei dem Corina mit Talent und Vorkenntnissen punkten konnte. "Das ging eigentlich alles ganz schnell und unkompliziert. Ich wurde auch wirklich sehr gut unterstützt. Dafür bin ich dem waff dankbar. "

Damit ist sie nicht allein. Vom waff-Programm "Jobs mit Ausbildung" können heuer über 1.100 arbeitsuchende Wienerinnen und Wiener profitieren. Wien nimmt dafür über den waff rund 1,5 Millionen Euro an Fördermittel in die Hand. Dass übrigens das Risiko des Jobverlusts mit der Qualifikation erheblich sinkt, verdeutlicht die Arbeitslosenquote nach Bildungsniveau: Sie liegt bei Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss bei 35,8 Prozent, bei jenen mit Lehrabschluss hingegen "nur" bei 13,5 Prozent.

Corina überzeugte das Park Hyatt von sich und startete wenig später in die fünfwöchige Berufsschule. Dort lernte sie die theoretischen Grundlagen. Danach absolvierte sie ein Lehrjahr im Hotel und lernte den Beruf von der Pieke auf. Anrichten, Sauberkeit und Speisezubereitung standen ebenso auf dem Lehrplan wie Teamwork und Verantwortung.

"Ich bin auch zu Hause eine leidenschaftliche Köchin, das hat mir sicher geholfen", sagt Corina. Privat mag sie es gerne deftig und schiebt am liebsten einen Schweinsbraten ins Rohr. "Ich dachte mir, ich liebe es zu kochen, also warum nicht als Beruf?" Schon bald zeigte sich, dass Corina für den Job perfekt geeignet ist. "Ich hab schnell gelernt, mit dem Stress umzugehen und genieße ihn jetzt sogar. Und Sauberkeit ist bei mir sowieso sehr wichtig. Bei mir muss es immer sauber sein."

Die Ausbildung ist mittlerweile ein Jahr her. Heute ist Corina als Gardemanger tätig, also als Spezialistin für die kalte Küche. Als solche kümmert sie sich um Meeresfrüchte wie Austern, zaubert Tomatencrostini oder Hummer-Ceviche und macht auch erlesene Kompositionen wie Melanzanikompott.

Am liebsten bereitet sie aber den Klassiker der kalten Küche zu: Beef Tatar. In der Showküche zeigt sie, wie man die Marinade mit Kapern, Senf und Essiggurkerln vorbereitet und das Tatar in eine Form gibt, damit es am Teller perfekt aussieht. Dass sie im Park Hyatt immer höchsten Ansprüchen genügen muss, ist für Corina eine Herausforderung, die sie gerne annimmt.

"Meinen Job mag ich sehr und hier im Hyatt habe ich einen traumhaften Arbeitsplatz gefunden", sagt Corina. In Zukunft hat sie aber trotzdem noch einiges vor. "Ich will mich auf jeden Fall noch weiterbilden. Im merke, dass ich schon einen großen Schritt weitergekommen bin, aber ich muss trotzdem noch viel lernen." Ein Traum wäre es, im Ausland zu arbeiten, gerne in Spanien am Meer.

Beim Programm „Jobs mit Ausbildung“ unterstützt der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) gemeinsam mit dem AMS Wien Unternehmen, die speziell ausgebildete Fachkräfte suchen und damit arbeitslose Wienerinnen und Wiener, die diese Qualifikationen für einen beruflichen Neubeginn erwerben wollen. Kernpunkt des innovativen Modells: die gezielte Qualifizierung für den künftigen Arbeitsplatz.

waff-Geschäftsführer Fritz Meiszl: "Mithilfe dieses Programms kann man nicht nur Top-Ausbildungen im Bereich Sozial- und Pflegeberufe absolvieren: Verfügt man über einschlägige Berufserfahrung, bietet das Programm auch die Chance, im zweiten Anlauf den Lehrabschluss zum Beispiel in der Hotellerie und Gastronomie, im Handel oder in handwerklich-technischen Berufen nachzuholen."