Testerin Helfried Rollfinke sieht die Vorteile in einem digitalisierten Haushalt, etwa beim Blutdruckmessen oder Gedächtnistraining. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Smartes Heim

Neue Technologien und ältere Menschen gelten immer noch als Widerspruch. Das Forschungsprojekt WAALTeR evaluiert anhand von Testhaushalten und einer Musterwohnung, ob das tatsächlich so ist.

Zimmer, Küche, Bad, funktionell eingerichtet. Auf den ersten Blick wirkt nichts ungewöhnlich in der kleinen Wohnung. Erst bei genauem Hinschauen fällt auf, dass es in den Räumen einige Besonderheiten gibt. Zugtaster neben der Dusche, Lichtschranke am Bett, Sturzdetektoren an der Decke, sensorgesteuerte Lampen.

Praxistest in 83 Haushalten

Spätestens bei der Notrufstation neben dem Fernseher wird klar, dass viel Hightech in der Wohnung steckt. Aus gutem Grund, wie Julia Sauskojus von Urban Innovation Vienna erklärt. "Das ist eine Musterwohnung. Hier kann man Technologien ausprobieren, die den Alltag von älteren Menschen erleichtern. Das betrifft Sicherheit und Mobilität, aber auch Gesundheit und sozialen Austausch." 

Die Wohnung ist Teil des Forschungsprojekts WAALTeR (Wiener Active and Assisted Living Testregion), in dem untersucht wird, ob und wie Technologien die Lebensqualität von SeniorInnen steigern. Herzstück ist ein Tablet unter anderem mit gekoppeltem Blutdruckmesser und Nachbarschaftsnetzwerk sowie einer Smartwatch, die mobile Notrufe absetzt. Der Praxistest läuft derzeit in 86 Testhaushalten und 62 Kontrollhaushalten. Bis Projektende 2019 soll evaluiert werden, welche Anforderungen und Ansprüche Seniorinnen und Senioren an digitale Services haben.