Der Zugang zum digitalen Angebot der Büchereien der Stadt Wien ist bis auf Weiteres kostenlos. Gute Lektüre garantiert. © Getty Images

 

Wenn die Bücherei nach Hause kommt

Der Weg in die Wiener Büchereien ist im Moment nicht möglich. Also kommt der Lesestoff zu den Bücherwürmern der Stadt nach Hause. Denn der Zugang zum digitalen Angebot ist ab sofort kostenlos. CLUB WIEN hat sich angesehen, was auf Lesehungrige wartet.

Geht der Lesestoff zur Neige, sind die knapp 40 Büchereien der Stadt Wien die erste Adresse, die es aufzusuchen gilt. Was aber, wenn diese nicht mehr zugänglich sind, weil sie neben Geschäften und Gasthäusern geschlossen bleiben müssen? Dann empfiehlt es sich, vom digitalen Angebot Gebrauch zu machen und die Virtuelle Bücherei aufzusuchen. Seit Ende März ist dieses sogar kostenlos. Selbst wer bisher keine Büchereikarte hatte, kann sich per E-Mail einen kostenlosen Zugang holen. Dieses Schreiben muss Vorname, Nachname, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse enthalten. Im Laufe eines Werktags werden die E-Mails gesammelt, die neuen Kundinnen und Kunden werden schon tags darauf freigeschaltet.

Anschließend erhält man eine E-Mail mit einer Anleitung, wie man in die digitale Welt der Büchereien einsteigen und das Angebot nutzen kann. Aber Obacht: Das Angebot ist zeitlich begrenzt, und zwar bis zur Wiedereröffnung der Büchereien. Bestehenden Kundinnen und Kunden der Büchereien der Stadt Wien entsteht dabei kein Nachteil, im Gegenteil. Deren Büchereikarten werden um die Dauer der Sperre der Büchereien verlängert.

Über 70.000 E-Medien

"Den städtischen Büchereien mit ihrem umfangreichen Angebot an Wissen und Kultur kommt in der Zeit des Beinahestillstands des öffentlichen Lebens eine besondere Bedeutung zu", erklärt Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky. "Wem der Lesestoff ausgeht oder wer neue Medien entdecken möchte, kann nun aus über 70.000 Medien wählen - von E-Books über E-Papers, also digitale Zeitungen, bis zu den auch als E-Audios bekannten Hörbüchern."

 

Das bereits umfangreiche digitale Angebot der Büchereien der Stadt Wien wird beständig ausgebaut. Pro Woche sind es derzeit rund 300 Titel. In der Virtuellen Bücherei finden sich mit E-Books, E-Papers, E-Audios, aber auch Materialien zu E-Learning rund 60.000 digitale Medien, die rund um die Uhr ausgeliehen werden können. Zur Nutzung dieser Medien können die Kundinnen und Kunden auf zahlreiche Geräte zurückgreifen, etwa E-Book Reader, Tablet und Smartphone. Durch den praktischen Zugriff auf die Medien von der Couch aus fällt so die Schlepperei physischer Bücher weg. Außerdem ergibt sich noch ein Vorteil: Die Medien werden quasi automatisch zurückgegeben, dadurch können keine Versäumnisgebühren anfallen.

Krimis und Thriller auch digital vorne

Auch wer gerne der Lektüre in englischer Sprache frönt, wird im virtuellen Angebot der Büchereien fündig. In der Overdrive-E-Library stehen rund 10.000 E-Books und E-Audios auf Englisch zum Downloaden zur Verfügung. Sowohl bei englischen als auch bei deutschen Titeln unterscheiden sich die am häufigsten ausgeliehenen in der Virtuellen Bücherei kaum von jenen einer "gewöhnlichen" Bücherei. Krimis und Thriller haben auch als E-Books die Nase vorn. Bei den Sachbüchern sind Titel aus den Bereichen Computer und Internet, Esoterik, Wohnen und Einrichten, Malen und Zeichnen, Finanzratgeber und Lebenshilfe gefragt.

Mit einer gültigen Büchereikarte haben alle Nutzerinnen und Nutzer außerdem Zugriff auf den Austria-Kiosk. In diesem digitalen Zeitungsstand können zahlreiche österreichische und internationale Magazine, Sprachlernzeitschriften, Kochzeitschriften, Wohnzeitschriften, Fachmagazine und Lifestyle-Blätter als E-Paper gelesen werden. Die Nutzung ist dabei auf zehn Ausgaben pro Userin beziehungsweise User und Monat beschränkt. Über das Online-Zeitungsportal PressReader haben die Kundinnen und Kunden digitalen Zugang zu den aktuellen E-Paper-Ausgaben von über 5.000 internationalen, nationalen und regionalen Tages- und Wochenzeitungen aus 100 Ländern in 60 Sprachen. Außerdem können so auch großformatige Zeitungen auf einem handlichen Display gelesen werden.

Online-Lesungen auf YouTube und via Podcast

Wer lieber vorgelesen bekommt, darf sich über Online-Lesungen für Erwachsene und Kinder freuen. Während die Büchereien geschlossen sind, kann den "Corona-Lesungen" über den hauseigenen YouTube- und Podcast-Kanal gelauscht werden. Ihre Stimmen erheben dabei Autorinnen und Autoren wie Michael Stavarič, Katja Jungwirth, Dominik Barta, Gertraud Klemm, Norbert Kröll und viele andere. Lesen und vorgelesen bekommen waren noch nie so lohnend und günstig wie jetzt.