Unter Anleitung von Trainer Konstantin Stoynov geben die KursteilnehmerInnen im Palais Schönburg alles. © Bohmann/Dujmic

 

Gemeinsam schwitzen unter der Sonne

Diesen Sommer bieten die Wiener Volkshochschulen ein breites Outdoor-Kursprogramm. Die meist sportlichen Veranstaltungen helfen dabei, fit zu bleiben und Vitamin D zu sammeln. CLUB WIEN war beim High Intensity Interval Training, kurz HIIT, mit dabei.

Sie wollten schon immer mal wissen, welches das schönste Freiluft-Fitnesscenter Wiens ist? Das Palais Schönburg in Wieden ist ein heißer Kandidat. Heute veranstalten die Wiener Volkshochschulen hier ein High Intensity Interval Training. Hinter dem kompliziert klingenden Namen versteckt sich ein simples Konzept: Man wechselt beim Training zwischen kurzen und sehr anspruchsvollen Intervallen und ebenso kurzen, aber eher entspannenden Pausen. Das bewirkt, dass der Körper aus seinem gewohnten Trott gerissen wird und der Kreislauf so richtig auf Touren kommt.

Durchhaltevermögen ist gefragt

Klingt hart und ist es auch. Bei den Kursen werden regelmäßig richtige Ströme an Schweiß vergossen. Das liegt natürlich auch daran, dass die Leute immer voll bei der Sache sind, wie Kursleiter Konstantin Stoynov weiß. „Bei den Kursen ist die Motivation sehr hoch. Alle wollen fitter werden oder abnehmen und sind bereit sich anzustrengen“, sagt Stoynov. Bei dem gebürtigen Bulgaren sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in allerbesten Händen. Der Fitness- und Personaltrainer ist eigentlich professioneller Balletttänzer und tanzte am Nationalen Opern- und Ballett-Theater Sofia sowie der Wiener Volksoper.

 

Ballett und HIIT haben einiges gemeinsam. Beide sind extrem anstrengende Sparten und haben eine ganz eigene Dramaturgie. Soll heißen: Es geht einmal langsam los. Während die Damen und Herren ihre Trainingspositionen einnehmen, zeigt Stoynov die ersten Aufwärmübungen vor. Jeder Muskel muss aufgewärmt werden, ansonsten besteht Verletzungsgefahr. Zuerst wird mit den Schultern gekreist, dann mit den Hüften. Kopfkreisen und leichte Kniedehnungen sorgen für Durchblutung.

Knüppelhart und samtweich im Wechsel

„Beim HIIT wechseln sich kurze Einheiten mit hoher Intensität mit Einheiten niedriger Intensität ab“, erklärt Stoynov noch ein Mal. „Das ist vor allem sehr gut für den Metabolismus. Das Training braucht nicht sehr viel Zeit, verbrennt aber extrem viele Kalorien, und ich verspreche Ihnen, der Fettverbrennungseffekt dauert noch lange an, nachdem das Training schon aus ist.“ Das findet bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern natürlich Anklang und sorgt für lächelnde Gesichter. Gerade im Sommer ist jeder Bikinifigur-Effekt und Waschbrettbauch-Faktor willkommen.

Aber wie sagt man so schön: Ohne Fleiß kein Preis. Und das ist beim HIIT keine Regel, sondern Gesetz. Kaum legt Stoynov richtig los, hört man schweres Atmen und bestaunt starkes Schwitzen. Die Übungen wechseln im Sekundentakt. Ein Mal gibt es 30 Sekunden voller Kniebeugen, gefolgt von einer kurzen Pause. Dann heißt es runter auf den Boden und Liegestütze, so gut es geht. Danach wird locker gedehnt. Beim HIIT werden hauptsächlich Übungen gemacht, die den ganzen Körper aktivieren. Die sind nämlich am anstrengendsten. Besonders gefürchtet sind die Burpees, bei denen man sich auf den Bauch legt und via Liegestütz aufsteht, um das Ganze mit einem Luftsprung zu beenden. Spätestens jetzt wird gekeucht.

Die kurzen, aber sehr harten Phasen der Anstrengung sorgen dafür, dass der Körper nicht zur Ruhe kommt. Man weiß nie, was als Nächstes passiert. Stoynov hat als geübter Trainer ein gutes Auge für seine Schäfchen. Er weiß gleich, wer schon fitter ist und wer nicht. Allen, die sich etwas schwer tun, hilft er mit zahlreichen Tipps. „Lass bei den Liegestützen die Knie am Boden“, empfiehlt er einer ambitionierten Dame.

Zur Belohnung ein Glücksgefühl

HIIT ist hart, aber dafür auch eher kurz. Der Aktivteil dauert rund 20 Minuten, dann werden die angestrengten Körper auch wieder geschont. Den Abschluss einer jeden Einheit bildet das Entspannungsprogramm. Mit diversen Dehnübungen werden die Muskeln beruhigt und geformt. Nach dem Kurs blicken wir in zahlreiche rote, aber stolze Gesichter. Das HIIT-Training ist bekannt dafür, dass es danach ein richtiges Hochgefühl auslöst. Nicht nur die Muskeln, auch die Endorphine werden aktiviert, und so spazieren allesamt mit stolzgeschwellter Brust Richtung Heimat.

Das freut Stoynov am meisten. „Für mich ist es das Schönste mitzuverfolgen, wie die Leute fitter und selbstbewusster werden, wenn sie öfter kommen. Viele schaffen es auch, sehr viel abzunehmen und Muskelmasse aufzubauen. Gerade das HIIT aktiviert ja den ganzen Körper und auch den Hormonhaushalt, und daher ist der Effekt nicht zu verachten.“

Sie haben auch Lust auf Sport, am besten outdoor? Dann nichts wie los! Die Wiener Volkshochschulen haben sehr attraktive Kursangebote vor Ort an den Standorten und outdoor, von Qigong über Yoga bis Zumba. Die gesamte Auswahl finden Sie unter diesem Link.