Die VHS-Kochkurse zeigen eines ganz deutlich: Kochen mach Spaß! © Bohmann/Bubu Dujmic

 

Kochen muss nicht mühsam sein

Wer kennt das nicht: Es ist Feierabend, man ist hungrig - aber jetzt hinter den Herd? Viel zu mühsam. Und dann erst der Abwasch! Dabei kann das Kochen so leicht und schmackhaft sein. Wie, das haben wir beim Kurs „One Pot“ in der VHS Hernals recherchiert.

„One Pot“ heißt auf Deutsch „ein Topf“ und der Name ist Programm. Sämtliche Zutaten eines Gerichts werden in nur einem Kochgeschirr zubereitet. Das spart jede Menge Zeit, Mühe und natürlich auch den Abwasch. Dafür braucht man auch keine speziellen Vorkenntnisse, im Gegenteil: Das Kochen wird auf das Wesentliche reduziert und sowohl Anfängerinnen und Anfänger als auch Profis kommen mit dieser Kochphilosophie auf ihre Kosten.

Wir sparen Zeit und Aufwand

„Die Methode ist perfekt für ein richtig schönes und einfaches Feierabendessen“, sagt Petra Gruber, Kursleiterin und Gründerin von Petras Kulinarischen Manufaktur. Gruber produziert Lebensmittel und nutzt dafür untere anderem auch Zutaten, die sie aus privaten Gärten und somit vor der Biotonne rettet. Daraus, sowie aus anderen Biozutaten, zaubert sie Chutneys, Sugo und alles andere, das man im Glas einmachen kann. Außerdem arbeitet Gruber als Kochlehrerin, unter anderem bei den Wiener Volkshochschulen, und für die Wiener Tafel.

 

Das Prinzip der Ein-Topf-Küche ist schnell anhand einer Pasta erklärt. Anstatt zum Beispiel die Nudeln in einem Extratopf zu garen, werden sie einfach mit der Soße oder den Zutaten in einem Topf gekocht. „Dadurch kann man sich zum Beispiel auch fettige Milchzutaten sparen, da die Stärke der Nudeln schon direkt für eine sämige Soße sorgt“, sagt Gruber. Der Kurs ist praktisch, um das Timing zu lernen, um die Basics zu verinnerlichen und um Inspirationen für die eigene Küche zu sammeln. Außerdem gibt Gruber während des Kurses etliche nützliche Tipps. Zum Beispiel, dass man Süßkartoffeln in allen Rezepten durch Kürbis ersetzen kann und umgekehrt.

Es muss nicht immer Fleisch sein

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Kurs in der VHS Hernals haben verschiedenste Hintergründe. Manche sind totale Anfängerinnen beziehungsweise Anfänger, andere sind erfahrene Küchenprofis, die einfach nach neuen Ideen suchen und den Kurs sowie die Idee spannend fanden. Heute stehen vier Gerichte auf dem Programm. Was davon das herausforderndste ist? „Ich denke wahrscheinlich unser orientalischer Reispilaw, denn den darf man auf keinen Fall umrühren. Und ich sehe oft, dass dieser Level von Geduld eine Herausforderung sein kann“, sagt Gruber. Der Grund dafür, dass Umrühren verboten ist, liegt in der gewünschten Konsistenz: körnig soll der Reis werden. „Würden wir umrühren, hätten wir eine cremige Konsistenz wie bei einem Risotto, und das wollen wir bei dem Gericht nicht.“

Im Kurs wird das Gemüse geschnitten und Petra achtet darauf, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weder zu klein noch zu groß schneiden. Gesunde Ernährung spielt im Kurs eine Hauptrolle. Die Zutaten sind hochwertig und Fleisch ist auch nur bei einem Gericht optional vermerkt. „Ich denke einfach, dass Fleisch gar nicht immer sein muss. Gerade bei diesen Gerichten funktioniert das auch so ganz hervorragend“, sagt Gruber.

Am besten lernt man beim Selbermachen

Im Kurs nimmt sich Gruber Zeit, die Leute kennenzulernen, um zu wissen, wer welche Vorlieben hat. Dann teilt sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Teams ein, die für jeweils ein Gericht verantwortlich sind. „Ich will gar nicht so viel vortragen, ich will, dass die Köchinnen und Köche das ganz aktiv selbst machen, nur halt unter meiner Anleitung. Wir machen alle Schritte ganz bewusst gemeinsam, so können alle sehen, worauf es ankommt.“

Gemeinsam startet die Gruppe mit der Spinatpasta. „Mein erster Tipp: Walnüsse immer trocken, also ohne Fett, anrösten“, sagt Gruber. „Einfach in den heißen Topf geben, bis sie gut duften, dann zur Seite stellen, da sie durch den hohen inneren Fettanteil stark nachrösten.“ Dann stellen wir die Nüsse zur Seite und schneiden Zwiebel und Knoblauch. „Finger bitte dranlassen“, sagt Gruber.

Fazit: Einfach und lecker

Die eingelegten Paradeiser werden gründlich abgetropft. Gruber erklärt genau, wie klein oder groß das Gemüse geschnitten wird. Dann wird gebraten, bis die Zwiebel glasig, also glänzend und leicht durchsichtig, sind. „Jetzt löschen wird das Ganze ab, also geben wir eine Flüssigkeit drauf, in dem Fall Brühe. Aber nicht zu viel reintun, sonst schwimmen die Nudeln am Ende. Besser ist, wenn wir etwas nachgießen, falls es notwendig ist.“ Anschließend gesellen sich die Nudeln zur Party im Kochtopf und wir würzen das Gericht mit Salz, Pfeffer und Co. Kurz vor Schluss geben wir den Spinat und die Paradeiser dazu. Und schon ist das Gericht fertig.

Die „One Pot“-Methode ist definitiv einfach und trotzdem lecker. Wenn man also einmal nicht so viel Zeit hat oder einfach nach der Arbeit müde ist, aber trotzdem eine gesunde, selbst gekochte Mahlzeit möchte, ist man mit diesem Kochstil bestens beraten.

Sie wollen das gerne ausprobieren? Legen Sie einfach los. Hier ist Petra Grubers Rezept für die Spinatpasta.

Spinatpasta mit getrockneten Tomaten

Zutaten:

  • 3 EL Walnüsse
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 600 ml Gemüsesuppe (oder 600 ml Wasser und ein Suppenwürfel)
  • 250 ml Milch
  • 150 ml Schlagobers
  • 400 g Pasta
  • 3 Knoblauchzehen
  • 7-8 Stk getrocknete Paradeiser in Öl
  • 200 g Spinat, frisch oder tiefgekühlt
  • 1-2 TL Salz
  • 1/2 TL Pfeffer

zum Servieren:

  • Parmesan
  • Chiliflocken

Zubereitung:

  • Walnüsse grob hacken, ohne Fett in dem Topf rösten, bis sie duften und etwas braun werden. Aus dem Topf nehmen und beiseitestellen.
  • Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, Tomaten etwa abtropfen lassen und in grobe Würfel schneiden.
  • Zwiebel, Knoblauch mit Olivenöl in einem weiten Topf glasig anbraten. Mit Gemüsesuppe, Milch und Schlagobers aufgießen. Pasta und Salz sowie Pfeffer beifügen und bei mittlere Hitze kochen. Hin und wieder umrühren, damit die Nudeln nicht anlegen.
  • Wenn die Nudeln fast al dente sind die getrockneten Tomaten und den frischen Spinat unterheben und zusammenfallen lassen. Tiefgekühlten Spinat schon etwas früher dazugeben damit er auftauen kann.
  • Auf die Teller aufteilen und jede Portion mit Parmesan und Chiliflocken bestreuen.

Bei den Wiener Volkshochschulen finden Sie übrigens eine riesige Anzahl von spannenden Kochkursen, von vietnamesischer Küche über Backkurse bis hin zur vegetarischen Küche.

CLUB WIEN wünscht guten Appetit!