Schöner Blick auf die Weinstöcke des Weingutes Cobenzl und die Wiener Skyline. © Weingut Cobenzl

Wien und sein harmonischer Weinanbau

Unter den Metropolen Europas hat Wien eine einzigartige Stellung: In keiner anderen gibt es wirtschaftlich bedeutenden Weinbau. Doch das Weingut Cobenzl geht noch einen Schritt weiter und setzt Akzente in Sachen natürlicher Landwirtschaft.

Wien und Wein sind nicht nur im Wortschatz von Textkorrekturprogrammen zwei austauschbare Wörter. Tatsächlich spielt der Wein in der Geschichte von Wien eine ebenso wichtige Rolle wie umgekehrt. Nicht nur aus kulturellen Gründen ist der Wein bedeutsam, auch wirtschaftlich profitiert Wien immer stärker vom Weinanbau. Dennoch sind die Weingärten im Stadtgebiet mehr als nur Mittel zum Zweck einer gewinnorientierten Produktion. Sie sind Lebens- und Naturräume, die aktiv geschützt werden, um den hohen Grünanteil im Stadtgebiet langfristig zu sichern. Die edlen Tropfen, allen voran der Wiener Gemischte Satz, sind die Belohnung für die aufwendige Bewirtschaftung.  

Video: Nachhaltigkeit im Weingut Cobenzl

Schon die alten Römer wussten: In Vindobona, da wächst was G'scheites. Auf 700 Hektar wird heute in Wien Wein angebaut. Auf 80 Prozent der Flächen gedeihen Weißweinsorten, auf dem Rest Rotweinsorten. Pro Jahr werden rund 20.000 Hektoliter von rund 400 Betrieben gekeltert. Ein Großteil wird gleich hier in Wien verkauft, vor allem in den Heurigen. Einer der bekanntesten Standorte ist das Weingut Wien Cobenzl. Auf 60 Hektar pflanzt man Wiener Qualitätswein, darunter den weit über die Stadtgrenzen erfolgreichen Gemischten Satz. Das Weingut ist Teil des Forstamts und Landwirtschaftsbetriebes der Stadt Wien, MA 49.

Weintempel am Cobenzl

"Momentan bereiten wir uns gerade auf die Ernte vor, die wahrscheinlich Mitte bis Ende September über die Bühne geht", erzählt Cobenzl-Betriebsleiter Thomas Podsednik. Die Aussichten sind aktuell gut, das Wetter scheint schön zu werden und von Pilzen und anderen Problemen blieb man heuer weitgehend verschont. Angepflanzt wird auf dem Cobenzl fast nur Weißwein, vom Gemischten Satz bis zum Weißburgunder. Am zweiten Standort, dem Bisamberg, findet man auch Muskateller, Zweigelt, Merlot und vieles mehr.

Cobenzl-Betriebsleiter Thomas Podsednik testet die Weinqualität. ©Votava

Mehr als nur Genussmittelerzeugung

Spitzenwein zu erzeugen und zu verkaufen, ist eine wichtige Aufgabe des Weinguts, aber nicht die einzige. Die Pflege des Landschaftsbildes sowie die Umsetzung einer nachhaltigen Philosophie beim Weinanbau sind ebenso wichtig. Als eines der ersten Weingüter in Österreich erhielt man die Auszeichnung "Nachhaltig Austria". Die Zertifizierung wurde vom Österreichischen Weinbauverband und der Österreich Wein Marketing, kurz ÖWM, entwickelt. "Nachhaltiger Weinbau ist für uns von großer Bedeutung. Der Bogen spannt sich dabei von Bodenschutz, Ressourcenschonung, emissionsarmer Produktion bis hin zum ganzheitlich geplanten Vertrieb", erklärt Thomas Podsednik.

Solar und begrünt

Die umweltfreundlichen Maßnahmen durchziehen den gesamten Betrieb. Das fängt mit der Energieversorgung an. Eine 304-Quadratmeter-Solaranlage machte das Weingut schon 2007 zum Energieselbstversorger. Damit spart man jährlich 80 Tonnen CO2. Bei den Reben selbst punktet das Weingut mit einer Dauerbegrünung. Das bedeutet, dass der Boden nicht offen liegt und damit Abschwemmungen und das Abtragen von gesundem Boden verhindert werden. "Wir wollen bei unseren Reben keinen 'Fußballplatz', sondern stattdessen Klee und andere Pflanzen, die verwurzeln und dem natürlichen Raum entgegenkommen."

Dadurch können auch Eidechsen, Schlangen und andere Tiere leichter ihre Zelte im Areal aufschlagen. Zu diesem Zweck haben die Betreiber auch Randzonen und Mauern freigemacht und Blumenwiesen werden nur ein Mal im Jahr, direkt nach der Blüte, gemäht. "Wir wollen nichts verwildern lassen, aber was gepflegt werden muss, wird von uns gescheit gepflegt. Wir werden keine Böschung mit der Nagelschere schneiden, sondern der Natur ihren Raum einräumen."

Pestizide werden abgelehnt

Ein heiß diskutiertes Thema in der Landwirtschaft ist der Einsatz von Pestiziden. In Wien ist das ein No-Go. Schädlinge, wie der gefürchtete Traubenwickler, werden mit nachhaltigen Methoden eingedämmt. Am Cobenzl gibt es Pheromonfallen. Das sind Dispenser, die dafür sorgen, dass es überall nach weiblichen Insekten riecht. Dadurch finden die Männchen nicht zu den eigentlichen Weibchen und die Vermehrung wird eingebremst.

Damit beweist Wien eindrucksvoll, dass Weinbau kein Fremdkörper im biologischen Make-up einer Großstadt sein muss. Im Gegenteil: Eine harmonievolle Symbiose aus Qualitätswein und gesunder Umwelt ist beileibe kein Widerspruch.

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