Im Oktober sind bei der Weinlese bis zu zwölf Leute im Einsatz. © MA 49/Lammerhuber

Ein Top-Wein entsteht in einem Top-Weingarten

Vor Kurzem hat die Weinlese am Weingut Cobenzl begonnen. Schon jetzt steht fest: Es war ein sehr gutes Jahr mit günstigen klimatischen Bedingungen. Jetzt ist die Qualität bei der Lese und der Verarbeitung wichtig.

Wien ist 2016 zum Glück von Hagel und extremen Frostschäden verschont worden, so Thomas Podsednik, Betriebsleiter des Weinguts Wien Cobenzl. Es gab keine Stresssituationen für die Pflanzen: Die Weinreben wurden dank regelmäßiger Niederschlagsverteilung gut mit Wasser versorgt, es war nicht extrem heiß und es gab keine Kälteperioden. "Die Früchte sind saftig und schön entwickelt." In puncto Qualität sind aber auch die nächsten Wochen noch wichtig. Man hofft auf ein weiterhin konstantes Wetter ohne extreme Niederschläge, bis die letzten Rebsorten geerntet worden sind.

Start mit dem "Jungen Wiener"

Begonnen wurde bei der Lese mit den Trauben für den "Jungen Wiener", einem leichten, frischen Jungwein. Dafür werden etwa von Müller Thurgau, Gelbem Muskateller und Grünem Veltliner die Hälfte der Reben gebrockt und auch gleich schadhafte Trauben entfernt. Ab 3. Oktober geht die Weinlese richtig los, dann werden Zweigelt-Trauben für den Rosé geerntet. "Da muss man aufpassen, dass die Gradation nicht zu hoch ist." Damit ist der Alkoholgehalt gemeint. Der Wein soll leicht und süffig sein.

Ein wichtiger Qualitätsfaktor sind die Zuckergrade, sie werden in KMW, Klosterneuburger Most-Waage, angegeben. Je höher sie sind, desto höher sind Qualität und Alkoholgehalt. Nicht zu verwechseln sind die Zuckergrade mit dem Restzucker. Das ist die Menge an Zucker, die nach dem Ende der Gärung erhalten bleibt. Die trockenen Cobenzl-Weine enthalten alle nicht mehr als neun Gramm pro Liter.

Perfektes Timing, köstlicher Wein

Wichtig ist auch der richtige Erntezeitpunkt, erklärt Podsednik. Die Reben sollten physiologisch reif sein. "Das ist wie bei einem Apfel: Wenn er noch zu sauer ist, ist er nicht reif. Wenn man die Weinbeeren aufschneidet und die Kerne grün sind, lassen wir sie noch hängen. Wenn die Kerne braun sind, wird geerntet." Riesling und Cabernet Sauvignon brauchen länger, um reif zu werden. Und das ist auch gut so. Wären alle Rebsorten gleichzeitig reif, wäre die Arbeit kaum zu schaffen.

Im Oktober sind bis zu zwölf Erntehelferinnen und -helfer und eine Erntemaschine im Einsatz. Sie schneiden faule Stellen und Geiztriebe aus, das sind lange Wildtriebe mit winzigen Beeren, und sammeln in Kübeln das Lesegut. Die vollen Kübel werden in eine der Leseboxen geleert. Diese fassen rund vier- bis fünfhundert Kilogramm Trauben. Sind die drei bis vier Leseboxen gefüllt, fährt sie ein Mitarbeiter ins Presshaus. Bei Regen muss die Lese unterbrochen werden. "Sonst gelangt Wasser in die Kübel und das Lesegut wird verwässert."

In einer Lesebox werden bis zu fünfhundert Kilogramm Trauben gesammelt. © MA 49/Lammerhuber

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen

Die Kombination von Erntehelferinnen und -helfer und Erntemaschine hat sich bewährt. Mit dem sogenannten Traubenvollernter wird geerntet, Kompost gestreut und Pflanzenschutz durchgeführt. Die Maschine ist völlig flexibel einsetzbar, auch wenn es etwa an einem Tag nur drei Stunden lang sonnig und trocken ist. Die Qualität der Ernte ist genauso gut wie von Hand, so der Betriebsleiter: Die Maschine erkennt faule und gesunde Trauben und selektiert aus. Bei Steilhängen wird von Hand geerntet.

Qualität entsteht im Weingarten

Dann muss das Lesegut schnell verarbeitet werden. Podsednik: "Es ist ein Irrglaube, dass Qualität im Keller entsteht. Sie entsteht im Weingarten." Wartet man zu lange, nimmt die Weinsäure ab, die ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist. Je reifer die Trauben, desto höher ist der Gehalt der angenehm schmeckenden Weinsäure. Ohne diese Säure würde der Wein sofort kaputt werden. Der fruchtige Geschmack der Cobenzl-Weine kommt wiederum von der Fruchtsäure und anderen Inhaltsstoffen.

Sauberkeit und Schnelligkeit zählen

Im Keller ist das Um auf Auf die Hygiene. Damit können Gärungsnebenprodukte nahezu ausgeschlossen werden. Etwa biogene Amine wie Histamin, die zu Kopfweh-Weinen führen. Sie können entstehen, wenn faules Lesematerial verarbeitet wird oder das Lesegut zu lange auf der Maische liegt. Die Pressen werden täglich ausgewaschen und ein Mal pro Woche mit Heißdampf gereinigt, die Wasserpumpen, Schläuche und Nirosta-Behälter hundertprozentig sauber gehalten. "Wir sind keine Wunderwuzzis", so Podsednik. "Wir bringen nur die Qualität vom Weingarten auch in die Flasche."

Ein guter Jahrgang: 2016 werden hohe Qualität und Quantität erwartet. © Raimo Rudi Rumpler

Heuer hofft er auf gute Erträge. Die Ausbeute von hundert Kilogramm Trauben sind circa 70 Liter Wien. Das bedeutet, sortenabhängig, rund 5.000 Liter Wein pro Hektar. Vorwiegend wird allerdings auf die Qualität geachtet. "Das ist wie bei Kaffee: Es ist ein Unterschied und schmeckt anders, wenn man aus einer bestimmten Menge eine Tasse oder einen Liter macht." Heuer schaut es bei der Menge und der Qualität gut aus. "Die Qualität wird gut bis sehr gut sein und wir werden auf unseren rund 50 Hektar rund sieben bis acht Tonnen Trauben ernten und insgesamt rund 330.000 Bouteillen abfüllen können." Den ersten Tropfen können Weinfans bereits Ende Oktober genießen, zu diesem Zeitpunkt kommt als erster Weißwein der leichte "Junge Wiener" in die Flasche. 

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