Der Turmfalke hat in Wien einen attraktiven Lebensraum gefunden. © Ferdinand Schmeller/MA 22

Dem Turmfalken auf der Spur

Es ist wieder Frühling in Wien. Das heißt, dass auch die Vogelwelt wieder in unsere Breiten zurückkehrt. Der Turmfalke hat sich in den letzten Jahren zu einem Liebling der WienerInnen gemausert. Ferdinand Schmeller von der MA 22 kennt den Raubvogel genau.

Der Turmfalke gibt das Signal zum Frühlingsstart? Ja, sagt Ferdinand Schmeller von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22). Wiens Vögel sind sein alltäglicher Job, Flugtiere die Gebäude behausen sein Spezialgebiet. "Der Turmfalke kehrt aus seinem Winterlebensraum in die Stadt zurück und beginnt jetzt gerade mit der Balz. Das geschieht unter lautem Rufen und zum Teil sehr spektakulär im Flug über den Dächern der Stadt." Die Balz bezeichnet die Paarungszeit, Frühlingsgefühle im Falkennest also.

Der Turmfalke liebt Dachböden

In Wien hat der Turmfalke seine Nische gefunden. Er brütet in der Regel auf Gebäuden, am allerliebsten in offenen Dachbodenluken. Die sollten darum auch unbedingt erhalten bleiben, appelliert Schmeller. "Bei Problemen mit Tauben im Dachbodenraum ist es in der Regel ausreichend, die Dachbodenluke vom Dachboden so abzugrenzen, dass ein ausreichend großer Brutplatz erhalten bleibt, rund 50 mal 30 Zentimeter." In der Nähe der größeren Grünanlagen und am Stadtrand findet der Turmfalke ideale Lebensbedingungen vor. Auch die Aufzucht der Jungvögel funktioniert hier prächtig.

Wichtige Rolle im Wiener Ökosystem

Der Turmfalke findet auch genug Nahrung in Wien. Er ist ein absoluter Experte in Sachen Mäusejagd. "Die Maus wird im Rüttelflug erbeutet", sagt Schmeller. Beim Rüttelflug bleibt der Vogel nahezu auf der Stelle und schießt dann blitzschnell Richtung Boden. Auch kleinere Singvögel und Insekten stehen auf dem Speiseplan des Turmfalken. "Das ist allerdings ungleich energieaufwendiger und somit bei der Aufzucht der Jungen eher von Nachteil." Tauben erbeutet der Turmfalke üblicherweise nicht, da diese etwa gleich groß sind. Kranke oder junge Tauben bilden da die Ausnahme.

Im Wiener Ökosystem hat der Turmfalke definitiv eine wichtige Rolle. "Als Jäger erfüllt der Turmfalke gewissermaßen die Rolle der Gesundheitspolizei und dezimiert zudem Mäuse auf Grünflächen", sagt Schmeller.

Die MA 22 setzt sich für den Schutz des Turmfalken ein damit auch zukünftige Generationen in Wien heimisch sind. © Manfred Pendl/MA 22

Die MA 22 schützt Wiens Vogelwelt

Damit der Turmfalke auch künftig seine Kreise über Wien drehen kann, wird einiges unternommen, um die Art zu schützen. Das Wiener Turmfalkenprojekt der Universität Wien und die Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 sammeln seit einigen Jahren Daten zu Brutplätzen. "Turmfalken sind gemäß Wiener Naturschutzgesetz streng geschützt. Brutplätze, die im Zuge von Sanierungen verloren zu gehen drohen, müssen deswegen entweder vor Ort erhalten oder an anderer Stelle ersetzt werden", sagt Schmeller.

Beim Schutz des Falken können die Wienerinnen und Wiener mithelfen. "Gerade die Daten zu den Brutplätzen sind für deren Schutz ungemein wichtig. Da sind wir besonders auf die Beobachtungen der Wienerinnen und Wiener angewiesen. Wir freuen uns deswegen über jede Brutplatzanmeldung! Brutplätze können direkt der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 gemeldet werden, am besten via E-Mail oder über die Homepage des Turmfalkenprojekts der Universität Wien."

Eine schöne Aufgabe

Die MA 22 leistet mit ihren Naturbeobachtungen und ihrem Einsatz für den Artenschutz einen wichtigen Beitrag nicht nur zum Schutz des Turmfalken, sondern aller Vögel. Die Abteilung erhebt Brutplätze und Bestände der Wiener Vogelwelt und kümmert sich aktiv um deren Erhalt. Zudem setzt die MA 22 im Rahmen des Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogrammes "Netzwerk Natur" gezielt Projekte zugunsten einzelner, streng geschützter Arten um, unter diesen sind auch einige Vogelarten. "Dabei stützen wir uns, wie der Name schon sagt, auf ein Netzwerk unterschiedlichster Partner. Viele dieser Initiativprojekte haben einen Vorzeigecharakter und tragen aktiv zum Erhalt der Stadtnatur bei. Es ist eine tolle Arbeit, bei der man viel in Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern kommt und etwas zum Schutz der Wiener Natur beitragen kann. Ich könnte mir keinen schöneren Job vorstellen."

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