Wien ist reich an Fauna. Zu wissen, wo Tiere leben, hilft dabei, sie zu schützen. Bei Gebäudebrütern, hier ein Turmfalke eingefangen im Zentralfriedhof, ist das essentiell. © www.picturedesk.com

Naturbeobachtung hilft beim Wiener Artenschutz

Schutz der Fauna ist in Wien keine Nebensache. Die MA 22 - Umweltschutz kümmert sich um die Erhaltung unserer natürlichen Vielfalt. Ein wichtiger Teil dieser Arbeit ist die Naturbeobachtung. Dabei können WienerInnen mithelfen.

Die Vögel im Wiener Stadtgebiet sind Ferdinand Schmellers Alltag. Sein Spezialgebiet sind jene Flugtiere, die Gebäude behausen. Neben Vögeln zählen dazu auch Fledermäuse. Vor allem liegt der Fokus seines Spezialgebiets auf jenen Tieren, deren Lebensraum geschützt werden muss. Artenschutz kann nur funktionieren, wenn man weiß, wo die Tiere ihre Brutplätze und Lebensräume haben. Hier kommt die Naturbeobachtung ins Spiel. Alle Wienerinnen und Wiener haben die Möglichkeit, ganz einfach und mobil dabei mitzuhelfen. Die Apps "Naturbeobachtungen in Wien" und die "Wiener Flora und Fauna App" machen das einfach und mobil möglich.

Wiener Vögel

Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) betreibt eine ausführliche Datenbank mit Sichtungen, deren Daten zu einem großen Teil aus der Bevölkerung stammen. Nach welchen Arten man gezielt Ausschau hält, wird meist über die Medien kundgetan. "Im Sommer haben wir aufgerufen, den Hirschkäfer zu melden, um dessen Bestand zu kontrollieren", erinnert sich Schmeller. "Damals erhielten wir rund 400 Meldungen."

Die meisten Meldungen gehen allerdings zu Vögeln ein. Weiß die MA 22, wo Mehlschwalbe und Co nisten, geht es für Ferdinand Schmeller an die Arbeit. "Generell immer suchen wir Meldungen zu Vögeln in Gebäuden. Da gibt es auch die Seite Gebäudebrüter, auf der wir die Wienerinnen und Wiener um Hilfe bitten, die Fortpflanzungsstätten zu schützen." Wenn man weiß, wo die gefährdeten Vogelarten nisten, setzt sich Schmeller mit Bauträgern und Verwaltern in Verbindung, um sicherzustellen, dass der Nistplatz der Vögel nicht zerstört wird.

Apps helfen bei der Erfassung

"Wir versuchen Bürgerinnen und Bürger zu aktivieren und zu mobilisieren, das, was sie sehen, zu melden. Sofern wir brauchbare Daten erhalten, arbeiten wir damit weiter", erzählt Schmeller. Aufrufe, nach bestimmten Tieren zu suchen, erfolgen meist über die Medien. Die Abteilung unterstützt das Prinzip der Citizen Science. Menschen beteiligen sich am wissenschaftlichen Prozess und teilen ihre Beobachtungen. Seiten wie naturgucker.at, wo man Tierbeobachtungen melden und verorten kann, helfen der MA 22, weil sie Zugriff auf die Daten hat. Man empfiehlt sogar, dort zu melden. Noch schneller ist es, mobil zu melden. Die eingans erwähnten Apps "Naturbeobachtungen in Wien" und die "Wiener Flora und Fauna App" unterstützen dabei. Mit den beiden Apps kann man haargenau den Ort und die Uhrzeit seiner Beobachtungen speichern und anschließend weitergeben. Beide Apps können auch offline genutzt werden, man ist also nicht vom Internet abhängig.

Mauersegler bis Dohle

"Uns geht es vor allem um fünf ganz bestimmte Vögel. Da wären der Mauersegler, die Mehlschwalbe, die Dohle, der Turmfalke und die Haubenlerche", erläutert Schmeller. Während die Haubenlerche und die Mehlschwalbe eher am Stadtrand zu finden sind, fliegt der Mauersegler, ebenso wie der Turmfalke, im städtischen Bereich. Als Nistplatz bevorzugen sie hohe und alte Gebäude, jene der Gründerzeit sind etwa prädestiniert.

Die Beteiligung an der Naturbeobachtung steht allen Menschen offen. Angehenden Beobachterinnen und Beobachtern empfiehlt Schmeller, sich mit der Materie auseinanderzusetzen. Wenn man die Tiere kennt, hat man bei der Suche wesentlich mehr Erfolg. Mauersegler etwa sind sehr schwer zu erwischen. In Sekundenschnelle fliegen sie aus dem Nest.

Tipps für Interessierte

Ein paar Tipps hat Ferdinand Schmeller auch noch für Vogelfreundinnen und Vogelfreunde. "Der Wasserpark in Floridsdorf sowie die Neue Donau sind sehr empfehlenswert, gerade im Winter. Da findet man Graureiher, deren einziger Nistplatz in Floridsdorf ist, sowie Kormorane, Zwergtaucher und viele Enten." Auch Eisvögel kann man dort antreffen. Hat man Glück, kann man die seltenen und wunderschönen Eisvögel aber sogar im Stadtpark erwischen. "Manchmal verschlägt es sie im Winter dahin, wenn viele andere Gewässer gefroren sind." Schwieriger hat man es, wenn man Fledermäusen nachstellt. Hier gibt es das Problem, dass diese ohne bestimmten Detektor, der Laute aufnimmt, kaum zu unterscheiden sind, selbst für Fledermaus-Expertinnen und -Experten.

Die Wiener Fauna ist artenreich, bunt und unter den europäischen Großstädten einzigartig. Die MA 22 arbeitet daran, dass das auch so bleibt. Mit Naturbeobachtungen kann jede und jeder einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Vorteilspartner CLUB WIEN

natural HIGH Zentrum

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten Ermäßigung auf alle Yoga 10er Blöcke im Yoga & Ayurveda Zentrum natural HIGH!

Erfahren Sie mehr 29624

FREIRAUM

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten im FREIRAUM-Institut 11 Drop-In-Classes (offene Stunden) um 120 statt 170 Euro!

Erfahren Sie mehr 29627

arriOla Tanzstudio

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 5 Euro Ermäßigung auf Kurse und Workshops im arriOla Tanzstudio!

Erfahren Sie mehr 31080

Sigmund Freud Museum

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ermäßigten Eintritt im Sigmund Freud Museum!

Alle Vorteilspartner