Alexander Hengl von der MA 59, Marktservice & Lebensmittelsicherheit setzt sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln ein. © Bohmann/Petra Rautenstrauch

Lebensmittel retten für den guten Zweck

Täglich fallen auf den Wiener Märkten große Mengen an Lebensmitteln an, die nicht mehr verkauft werden können. Alexander Hengl vom Wiener Marktservice erzählt, was damit geschieht.

Hier bleiben ein paar Paradeiser übrig, dort einige Zucchini oder auch Joghurts. Doch was tun mit den noch genießbaren Waren? Wir haben mit Marktexperte Alexander Hengl gesprochen. Er erklärt, wie mit der Wiener Tafel ein Weg gefunden wurde, die übriggebliebenen Lebensmittel zu sammeln und damit bedürftigen Menschen zu helfen.    

CLUB WIEN: Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein generell auf Wiener Märkten?

Alexander Hengl: Wichtig für uns ist natürlich die Eindämmung der Lebensmittelverschwendung, aber als Lebensmittelaufsicht dieser Stadt auch, dass nur sichere Lebensmittel an Armutsbetroffene beziehungsweise sozial Schwache weitergegeben werden.

Um welche Waren handelt es sich dabei?

Viel Obst und Gemüse, aber grundsätzlich sind alle Lebensmittel der Wiener Großmärkte geeignet. Lebensmittel, die mit einem Ablaufdatum gekennzeichnet sind, dürfen dieses natürlich nicht überschreiten.

Warum wird die Ware am Markt nicht mehr verkauft?

Auf den Märkten können nur makellose Lebensmittel verkauft werden. Sonst würde die Kundschaft in die Supermärkte abwandern. Daher stellt sich die Frage, was mit der nicht einwandfreien, aber voll genusstauglichen Ware zu machen ist.

Wie wird dementsprechend gehandelt?

Im Jahr 2011 haben wir diesbezüglich mit der Wiener Tafel einen perfekten Partner gefunden. Seitdem werden von der Tafel Sammlungen am Naschmarkt, am Brunnenmarkt und vereinzelt auch am Großmarkt Wien durchgeführt.

Wie läuft das dann genau ab?

Die 400 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Tafel sind täglich unterwegs und sammeln Lebensmittel, welche nicht mehr verkauft werden können, direkt am Markt ein.

Gibt es Aufzeichnungen darüber, wie viele Kilogramm zusammenkommen?

Die im Laufe des Jahres eingesammelten Mengen an Lebensmitteln schwanken im Tagesmittel, da spielt zum Beispiel die Saison eine Rolle. Im Jahr 2016 sammelte die Wiener Tafel alleine am Naschmarkt, Brunnenmarkt und Großmarkt Wien 41 Tonnen Lebensmittel.

Video: Wiener Tafel auf dem Großmarkt Inzersdorf

Beim Großmarkt in Inzersdorf befindet sich ein Verteilerzentrum der Wiener Tafel. Das wohltätige Projekt kann damit doppelt so viel Lebensmittel an soziale Einrichtungen weitergeben. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

Wer bekommt die geretteten Lebensmittel?

Die Wiener Tafel bringt die Waren direkt in derzeit 117 Sozialeinrichtungen im Großraum Wien, zum Beispiel Mutter-Kind-Wohnhäuser, Obdachlosenherbergen, Frauenhäuser, Essensausgabestellen, Drogenberatungsorganisationen, Tageszentren und Übergangswohnhäuser für Wohnungslose sowie Flüchtlingsbetreuungseinrichtungen. Insgesamt profitieren somit rund 19.000 armutsbetroffene Menschen von der Aktion im Großraum Wien.

Gibt es außer der Tafel noch andere Organisationen, die Warenspenden einsammeln? 

Es gibt immer wieder Anfragen und Ideen bezüglich solcher Sammlungen von karitativen Vereinen. Der soziale Gedanke ist zwar an und für sich ein guter, aber die Vereine sind sich oftmals nicht darüber im Klaren, dass sie dadurch zu Unternehmen nach dem Lebensmittelgesetz werden und daher für die Ware selbst haftbar gemacht werden können. Es steckt ein großer logistischer und organisatorischer Aufwand dahinter.

Wie lässt sich die Lebensmittelverschwendung eindämmen?

Durch die Zusammenarbeit mit der Wiener Tafel können wir wertvolle Ressourcen bewahren, Müllberge vermeiden und letzten Endes die Umwelt schonen. Um die Anzahl der geretteten Lebensmittel weiter zu steigern, wurde nun am Großmarkt das Tafel-Haus der Wiener Tafel eröffnet. Dort gibt es ein Lager, ein Kühllager und einen Raum, der künftig als Küche zur Verfügung stehen soll. Das Wiener Marktservice unterstützt das natürlich, auch zum Beispiel bei Fragen zur Miethöhe und dergleichen. Dadurch soll sich die Anzahl der täglich geretteten Lebensmittel in den nächsten drei Jahren verdoppeln. Damit könnten bis zu 24.000 Betroffene verköstigt werden.

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