Plastikflaschen gehören in die dafür vorgesehene gelb gekennzeichnete Tonne. © MA 48

Mist ist nicht gleich Mist

Wir blicken hinter die Müll-Kulissen. Wie viel Tonnen Abfall produzieren wir im Jahr und wie entsorgt man ihn artgerecht? inwien.at hat dazu mit einer Expertin gesprochen.

Franziska Howorka kennt sich im Bereich Abfallwirtschaft und Stoffstrommanagement bestens aus. Sie ist für die Bereiche Abfallvermeidung und Außenbeziehungen bei der MA 48 zuständig. Von ihr erfahren wir, warum Mist nicht gleich Mist ist und wie man seinen Abfall richtig entsorgt.

Wussten Sie, dass Wien zu den wenigen Millionenstädten zählt, die das gesamte Müllaufkommen innerhalb des Stadtgebiets entsorgen können?! Der Müll wird verbrannt und die Reste davon lassen am Stadtrand einen pyramidenförmigen Berg wachsen. Der befindet sich im Norden Wiens, in der Deponie Rautenweg, und ist Heimat einiger vierbeiniger Fellträger. Genauer gesagt Ziegen. Doch bevor der Müll zu neuem Lebensraum werden kann, muss er auf bestimmte Art und Weise getrennt und sortiert werden.

Franziska Howorka erklärt, warum Wien umweltgerechte Abfallwirtschaft so wichtig ist. ©MA 48

Was ist umweltgerechte Abfallentsorgung eigentlich?

Franziska Howorka: "Eine umweltgerechte Abfallwirtschaft ist jene, die auf stetige Weiterentwicklung und Anpassung an die sich laufend ändernden Rahmenbedingungen ausgerichtet ist. Die Abfallhierarchie ist sowohl in der nationalen als auch in der europäischen abfallwirtschaftlichen Gesetzgebung verankert und gibt als oberste Priorität vor, Abfälle erst gar nicht entstehen zu lassen."

Diese Hierarchie besteht aus:

  • Vermeidung von Abfall
  • Vorbereitung zur Wiederverwendung (ReUse)
  • Recycling
  • Sonstige Verwertung
  • Beseitigung des Abfalls

Erst wenn die ersten beiden Punkte nicht möglich sind, geht es an die weiteren Stufen. Eine umweltgerechte Abfallentsorgung ist dann gegeben, wenn die Abfallmengen reduziert und Stoffkreisläufe geschlossen werden.   

Man muss nicht alles neu kaufen. Mein 48er-Tandler werden Altwaren die gut in Schuss sind günstig angeboten. ©PID/Christian Houdek

Abfallvermeidung hat in Wien eine hohe Priorität. Sie ist in den Zielen des Wiener Abfallwirtschaftsplans und des Wiener Abfallvermeidungsprogramms verankert. Die Umsetzung erfolgt in konkreten Initiativen und Programmen.

Darüber hinaus besitzt die Stadt Wien zwei eigene Altwarengeschäfte. Beim 48er-Tandler und 48er-Basar werden gut erhaltene Altwaren wieder in den Wertstoffkreislauf eingebracht. Diese Waren kommen von den Mistplätzen oder sind nicht abgeholte Funde aus dem Zentralen Fundservice der Stadt.

Effektive Abfallvermeidung und Entsorgung in Wien

"Die Wiener Bioabfallwirtschaft ist ein gutes Beispiel für das gelungene Schließen von Stoffkreisläufen: Der von der Wiener Bevölkerung getrennt gesammelte biogene Abfall wird im Kompostwerk Lobau zu hochwertigem Kompost der höchsten Qualitätsstufe weiterverarbeitet. Dieser wird der Wiener Bevölkerung auf allen Mistplätzen unentgeltlich zur Verfügung gestellt", so Howorka.

Darüber hinaus stehen der Wiener Bevölkerung mehr als 200.000 Altstoffbehälter für die getrennte Sammlung von Altpapier, Kunststoff, Altmetall, Altglas und Bio-Abfällen zur Verfügung. Die Wiener Mistplätze bieten auch die Möglichkeit zur kostenlosen Abgabe verschiedenster Abfallfraktionen wie Sperrmüll, Problemstoffe, Elektrogeräte oder alle Altstoffe.

600 Kilogramm Abfall pro Person und Jahr

Die MA 48 sammelt rund eine Million Tonnen an Abfällen pro Jahr. Zum Großteil stammt dieses Material von Haushalten. "Legt man diese Zahl auf die Wiener Bevölkerung um, so entspricht dies in etwa 600 Kilogramm an Abfall pro Wienerin und Wiener im Jahr. Davon sind circa 65 Prozent brennbare Mischabfälle wie Restmüll, Straßenkehricht oder Sperrmüll. Der Rest sind Altglas, Altpapier, Plastik sowie Biomüll und Problemstoffe", erklärt Howorka.

Heutzutage wird von einigen Menschen vermehrt darauf geachtet, möglichst wenig Müll zu produzieren. Dieser Trend nennt sich "Zero Waste", also Null-Abfall. Doch wie umsetzbar ist das eigentlich? Franziska Howorka: "Achtet man einmal darauf, was man tatsächlich wegwirft, wird einem erst bewusst, welche Mengen das sind. Bei einem bewussten Handeln ist es durchaus möglich, diesen Umfang zu reduzieren. Beispiele dafür sind ganz einfach:

  • die Verwendung von Mehrwegsackerln,
  • die Verwendung von eigenen Wasserflaschen,
  • reparieren statt wegwerfen.

Dennoch ist aus meiner Sicht eine 'Null-Abfall-Gesellschaft' utopisch. Abfall wird es immer geben. Jedes System hat gewissermaßen einen Output. Diesen gilt es umweltgerecht zu behandeln und zu verwerten. Somit kann der größtmögliche Nutzen für die Umwelt, die Ressourcen und natürlich die Menschen generiert werden", schließt Howorka.

Tipps beim Mistfest holen

Beim Mistfest, das am 17. und 18. September stattfindet, können sich die Wienerinnen und Wiener umfassend über die Abfallwirtschaft informieren. Von den Abfallberaterinnen und -beratern werden Tipps zur Mülltrennung, Müllentsorgung, Reparatur, Vermeidung von Lebensmittelabfällen sowie generell zur Abfallvermeidung im Alltag gegeben. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, im sogenannten 48er-Tandler-Outlet gut erhaltene Altwaren zu kaufen. "Denn Secondhand-Ware zu kaufen vermeidet nicht nur Abfälle, sondern ist auch eine gute Möglichkeit, günstige, gut erhaltene Produkte zu erwerben", meint die Expertin.

Vorteilspartner CLUB WIEN

Donau Touristik

Seniorenaktion: CLUB WIEN-Mitglieder ab 60 Jahren erhalten 20 Prozent Ermäßigung bei der Tagesfahrt in die Wachau mit der MS Kaiserin Elisabeth!

Erfahren Sie mehr 31044

Schauspielhaus

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 10 Prozent Ermäßigung im Schauspielhaus.

Erfahren Sie mehr 31155

Komödie am Kai

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten in der Komödie am Kai 10 Prozent Ermäßigung auf den Kartenpreis!

Erfahren Sie mehr 31191

CEWE FOTOBUCH

Ihre schönsten Erinnerungen in einem CEWE FOTOBUCH für immer festhalten! CLUB WIEN-Mitglieder erhalten einen Gutschein im Wert von 10 Euro für ein CEWE FOTOBUCH ab einem Warenwert von 40 Euro sowie ein Fotoprodukt Ihrer Wahl portofrei.

Alle Vorteilspartner