Wien Kanal bietet Einblicke in die Werkstätten von Elektrotechnik, Metalltechnik, Mechatronik und Holztechnik. © Schaub-Walzer

Töchtertag: Mädchen können mit Technik!

40.000 Mädchen und 800 Betriebe, das ist die Erfolgsgeschichte des Wiener Töchtertags von 2002 bis 2017.

Schweißen, hämmern, bohren, programmieren: Man muss nicht unbedingt ein Junge sein, um Werkzeug und Computer zu mögen. Mädchen zwischen elf und 16 Jahren, die Lust haben, ihre Fähigkeiten für einen eigentlich klassisch "männlichen" Beruf in der Praxis zu testen, sind beim Wiener Töchtertag 2018 genau richtig. Hier können sie in verschiedene Unternehmen hineinschnuppern, die in technischen, handwerklichen und naturwissenschaftlichen Berufen ausbilden. Außerdem bekommen die Jugendlichen Anregungen, Ideen sowie praktische Unterstützung für ihre ganz persönliche Berufswahl. Die Teilnehmerinnen haben an diesem Tag schulfrei. Der Wiener Töchtertag, eine Initiative von Frauenstadträtin Sandra Frauenberger in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Wien und dem Stadtschulrat in Wien, wurde 2002 ins Leben gerufen.

Bei den Wiener Linien können die Mädchen selbst Hand ans Steuer von U-Bahn-Zügen oder Straßenbahnen legen. © Wiener Linien

Mit der U-Bahn unterwegs

Die Wiener Linien sind eines der rund 160 am Töchtertag teilnehmenden Unternehmen. "Es gibt viele Mädchen, die sich für Mechatronik, Kraftfahrzeugtechnik oder andere technische Bereiche interessieren. Oft fehlt nur das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Um die Hemmschwelle zu senken, können junge Mädchen einen Tag lang bei uns schnuppern. Wir machen bereits seit Beginn des Töchtertags 2002 mit und konnten dadurch schon einige Mädchen für eine technische Lehre bei uns gewinnen", erklärt Wiener Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl. Insgesamt sind jedes Jahr etwa 40 junge Mädchen bei den Wiener Linien "zu Gast". In der Hauptwerkstätte in Simmering sowie in der Wiener Linien-Direktion in Erdberg finden dabei Workshops für die Lehrberufe Elektrotechnik, Mechatronik, Metalltechnik, KFZ-Technik und Elektronik statt. Die Mädchen können vormittags an kleineren Werkstücken arbeiten und sich am Nachmittag im Straßenbahn- beziehungsweise U-Bahn-Fahren beweisen. Das Unternehmen wird an beiden Standorten durch Lehrlinge vorgestellt.

Wissensweitergabe von Frau zu Frau beim Herstellen von Platinen. © Wiener Linien

In der Schuhmacherwerkstatt

Wien Kanal ist ebenfalls seit Anbeginn Teil des Töchtertags und ermöglicht jungen Frauen erste Einblicke in die Unternehmensstruktur und die Karrieremöglichkeiten bei der Unternehmung. Die Jugendlichen schnuppern in handwerkliche Berufe in den Wien Kanal-Werkstätten und lernen die Bereiche Metalltechnik, Mechatronik und Holztechnik kennen. 2018 liegt der Fokus zudem auf den Gebieten Schlosserei, Tischlerei und Elektrotechnik. Als Höhepunkt können die Mädchen heuer in der Schuhmacherwerkstätte an einem berufsübergreifenden Werkstück "basteln". "Warum sollen wir in technischen Berufen auf 50 Prozent des Potenzials verzichten? Ich möchte Mädchen dazu ermutigen, eine technische Ausbildung in Betracht zu ziehen. Deshalb unterstütze ich mit Wien Kanal den Töchtertag", sagt Wien Kanal-Direktor Andreas Ilmer. "Aufgrund der schweren körperlichen Arbeit haben wir speziell im Bereich der Kanalarbeit viele männliche Mitarbeiter. Das ist aber nur ein Part unseres Geschäfts." So ist Wien Kanal auch für die Steuerung des hochkomplexen Abwassersystems der Stadt verantwortlich, für die natürlich auch viele weibliche Spezialisten in unterschiedlichsten Disziplinen erforderlich sind. "Wir suchen immer wieder engagierte Mitarbeiterinnen im Bereich Elektrotechnik, Maschinenbau oder Bautechnik. Unsere Bauingenieurin und Chemikerinnen haben vielleicht so den Weg zu Wien Kanal gefunden."

IT ist mehr als Codieren

Die Magistratsabteilung 14 für Automationsunterstützte Datenverarbeitung, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) unterstützt den Töchtertag seit 2015. Als IT-Unternehmen und als Teil der öffentlichen Verwaltung sieht auch sie es als ihre Aufgabe, jungen Frauen einen Einblick in diese zukunftsträchtige Branche zu geben. "Wir freuen uns besonders darüber, den Mädchen abseits von eingefahrenen Pfaden und typischen Frauenberufen eine neue Perspektive für ihre Berufswahl zu ermöglichen. Wir sehen auch, welchen Mehrwert diverse Teams für die Weiterentwicklung der IT haben. Mehr Frauen in der IT bedeutet daher auch bessere IT", sagt Christian Gebauer, Geschäftsbereichsleiter in der MA 14.

Die im Schnitt 20 Mädchen, die sich Jahr für Jahr für den Töchtertag bei der MA 14 anmelden, lernen bei einer Führung das Rechenzentrum (RZ) der Stadt Wien kennen und erfahren, was sich hinter dem Internet aus der Dose versteckt. Die Jugendlichen können so einen Eindruck von den architektonischen und technischen Herausforderungen gewinnen, die für den Aufbau und den Betrieb eines RZ wichtig sind. Unter dem Motto "IT ist mehr als Codieren" geht es vor allem darum, die unterschiedlichen Handlungsfelder in der IT aufzuzeigen. Während des Tages kommen die Mädchen mit IKT-Technikerinnen, Projektleiterinnen, Anforderungsmanagerinnen oder Entwicklerinnen in Kontakt und können in deren Berufe und Aufgabengebiete schnuppern. Gebauer: "Der Anteil an Kolleginnen in unserer Abteilung steigt stetig, aber langsam. Das liegt unter anderem daran, dass die MA 14 eine sichere und gute Arbeitgeberin ist und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daher sehr lange im Unternehmen bleiben. Neubesetzungen finden laufend statt, bei diesen bewerben sich immer noch deutlich mehr Männer als Frauen. Für manche Aufgabengebiete bewerben sich sogar ausschließlich Männer. Aus unserer Sicht wäre es begrüßenswert, wenn sich mehr Frauen für IT-Jobs in der öffentlichen Verwaltung bewerben."

Der Wiener Töchtertag bietet Mädchen die Möglichkeit in untypische Berufsbilder für Frauen reinzuschnuppern. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

Töchtertag 2018

  • Wann: 26. April 2018
  • Telefon: 0800/22 22 10
  • Mehr Infos unter www.toechtertag.at
  • Anmeldung erforderlich

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