Für Wildtiere wie Wildschweine ist auch im Winter das Nahrungsangebot ausreichend. © MA 49

 

Tiere füttern im Winter

Im Winter neigen viele dazu, Wildtieren besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, indem sie Futter anbieten. Doch sollen diese überhaupt gefüttert werden? Und wenn ja, wo und womit? CLUB WIEN hat sich schlau gemacht.

Wohnungskatzen, Wellensittiche, Goldhamster, Kaninchen und Meerschweinchen: Sie alle müssen sich als Haustiere keine Gedanken darüber machen, wie es um die Witterung draußen bestellt ist und welche Jahreszeit der Kalender gerade anzeigt. Als Haustiere, die ihr Leben vorwiegend in den vier Wänden ihrer Frauchen und Herrchen verbringen, werden sie jahrein, jahraus optimal versorgt. Anders sieht es mit wild lebenden Tieren und Wildtieren aus. Sie müssen sich um ihre Nahrung selbst kümmern. Das ist besonders im Winter nicht immer einfach.

Genug Nahrungsangebot für Eichhörnchen und Füchse

Viele Menschen bringen bei winterlichen Spaziergängen und Ausflügen deshalb Nüsse, Körner und Eicheln mit, um sie frei lebenden Tieren anzubieten. Aber ist das überhaupt nötig? Tierschutzombudsfrau Eva Persy klärt auf: "Gesunde Eichhörnchen und Füchse finden auch in der Stadt genug Nahrung, um sich selbst gut durch den Winter zu bringen. Machen Sie sich keine Sorgen. Wildtiere sind perfekte Selbstversorger." Auch die MA 49, Forst- und Landwirtschaftsbetriebe, führt im Winter keine Fütterungen an Rehen und Wildschweinen durch. "Normalerweise reicht das natürliche Nahrungsangebot. Die Tiere mit Futtergabe zu unterstützen, ist nicht notwendig", erklärt Vesna Hoinig von der MA 49. "Ausgenommen sind extrem strenge Winter und absolute Notsituationen."

 

Futter für Singvögel

Auch beim beliebten Füttern heimischer Singvögel ist Zurückhaltung angesagt. Sie dürfen mit Futter versorgt werden, freilich aber in Maßen. "Wenn Schnee liegt und wenn es friert, freuen sich Meise, Spatz und Co über eine Labstelle", so Persy. "Wichtig ist die richtige Auswahl von Futter und Fütterungsplatz." Immerhin sollen ungebetene Gäste wie Tauben oder Ratten nicht mitversorgt werden.

  • Am besten geeignet sind sogenannte Futtersilos. Damit können Nüsse und Körnerfutter angeboten werden. Da sie meist aus transparenten Materialien bestehen, hat man stets den Überblick über die verbliebene Futtermenge. Außerdem ist so ein hohes Maß an Hygiene gewährleistet.
  • Im Idealfall befindet sich der Futterplatz auf einer Freifläche, die den gefiederten Freunden einen Rundumblick ermöglicht. Gebüsche, Hecken und Sträucher sollten zwei bis drei Meter entfernt sein, um im Bedarfsfall Zuflucht vor Katzen bieten zu können. Was die Höhe des Futterspenders anbelangt, so sollte diese so gewählt werden, dass der Futterplatz bequem gereinigt werden kann und dennoch Schutz vor Räubern bietet.
  • Wird ein Vogelhäuschen verwendet, sollte es regelmäßig auf mögliche Schimmelbildung kontrolliert werden. Außerdem sollten immer wieder Körnerschalen, Kot und verschmutztes Futter entfernt werden.
  • Als Futter bieten sich Sonnenblumenkerne an, weisen sie doch einen hohen Energiegehalt auf. Bei Vögeln sind weniger die schwarz-weiß gestreiften, sondern vielmehr die gänzlich schwarzen Exemplare beliebt. Sie haben eine weichere Schale und sind leichter zu knacken. Auch bereits geschälte Kerne werden gerne angenommen.

Enten füttern verboten

Im Gegensatz zu Singvögeln sollte darauf verzichtet werden, Wasservögel mit Nahrung zu versorgen. "Viele von uns haben als Kind mit ihren Eltern oder Großeltern Enten gefüttert und wollen diese Tradition mit ihren Kindern fortsetzen", führt Tierschutzombudsfrau Persy aus. "Doch obwohl gut gemeint, schadet das den Tieren und Gewässern, in denen sie leben. Daher appellieren Expertinnen und Experten, Enten und Schwäne nicht zu füttern."

Füttern am Landgut Cobenzl

Wer Tiere reinen Gewissens füttern will, kann dies auf dem Landgut Cobenzl in Wien-Döbling tun. Hier können kleine und große Besucherinnen und Besucher die tierischen Bewohner das ganze Jahr über mit eigens bereitgestelltem Futter verwöhnen. Auf dem vier Hektar großen Bauernhof befinden sich sieben Ställe mit rund hundert Tieren, darunter Schafe, Ziegen, Schweine, Kaninchen, Gänse und Truthähne. "So lernen Kinder, dass Bauernhoftiere – anders als Wildtiere – auf die Fürsorge der Menschen angewiesen sind", weiß Eva Persy.