SUP Yoga schult besonders die Balance und stärkt die Körpermitte. © Bohmann/Sophie Stallegger

SUP-Yoga: Namaste auf der Alten Donau

Yoga auf einem wackeligen Board, umgeben von Wasser? Geht das überhaupt? Ja! Und es macht sogar jede Menge Spaß. CLUB WIEN hat sich von Yoga-Trainerin Julia zeigen lassen, wie man dabei trocken bleibt. Na ja, fast …

Die Sonne spiegelt sich im Wasser der Alten Donau. Bunte Paddle Boards warten feinsäuberlich aufgereiht auf ihren Einsatz. Eine Schwanenfamilie zieht fröhlich ihre Runden nahe des Schwimmbereichs im Wiener Gänsehäufel. Fließende, anmutige Bewegungen, grazile Eleganz. Die Szenerie könnte nicht perfekter sein. Doch ob es so anmutig weitergeht, wird sich gleich zeigen. Heute auf dem Programm: SUP-Yoga oder auch Stand-up Paddle Board Yoga.

Bei diesem neuen Sport-Trend werden Yogaübungen, sogenannte Asanas, nicht wie gewöhnlich auf einer Matte, sondern auf einem mit Luft gefüllten Paddle Board auf dem Wasser gemacht. Eine Herausforderung für Balance, Koordination und Konzentration. Aber auch ein sehr effektives Ganzkörpertraining, das besonders die Körpermitte stärkt und dabei hilft, Stress abzubauen.

Begonnen wird mit einer kurzen Einschulung an Land. Dabei erklärt SUP-Yoga-Trainerin Julia, wie die Länge des Paddels eingestellt werden sollte. Man stellt das Paddel vor sich hin und streckt einen Arm ganz aus. Bis hierhin muss der Griff reichen, um aufrecht stehend das Paddel ins Wasser tauchen zu können. Gesagt getan. "Wie man sich am besten aufs Board stellt und vorwärtsbewegt, zeige ich immer gerne direkt auf dem Wasser vor. Manche Sachen muss man einfach selbst probieren, um sie besser zu verstehen", sagt Julia und geht mit dem Board unterm Arm Richtung Wasser.

Nachdem die Boards auf dem seichten Wasser liegen, heißt die Challenge: aufsteigen! Gar nicht so einfach, hier das Gleichgewicht zu halten. Bevor wir überhaupt ans Aufstehen denken können, versuchen wir das wackelige Board und das lange Paddel in den Griff zu bekommen. "Um vorwärtszukommen, muss man das Paddel mit einer Hand oben und mit der anderen Hand in der Mitte umfassen und es diagonal vor den Körper halten. Dann die Schaufel unten am Paddel ganz ins Wasser tauchen und schwungvoll durchziehen. Immer zwei Züge links und zwei Züge rechts", erklärt Julia. Nach anfänglichen Schwierigkeiten funktioniert die Technik ganz gut und wir trauen uns aufzustehen. Im wahrsten Sinn des Wortes ein erhebendes Gefühl. Sanft gleitet das Board über die kleinen Wellen.

Etwa eine Viertelstunde lang gewöhnen wir uns an das neue Sportgerät, testen, wie stark das Wasser das Board ins Schwanken bringt und wie man die Bewegungen am besten mit seinem Körper ausgleicht. Dann klatscht Julia in die Hände, wir binden die Boards mit einem Gurt zusammen und los geht's mit der Yoga-Einheit.

Julia unterrichtet in ihren Kursen verschiedene Yoga-Arten. Am liebsten jedoch Vinyasa Flow Yoga. "Dabei werden die Übungen dynamisch aneinandergereiht. Die ganze Einheit ist mehr oder weniger ein Übergang von einer zur nächsten Figur. Diese Art passt auch unglaublich gut zu SUP-Yoga. Flüssiger Untergrund, flüssige Bewegungsabläufe." Wir starten mit dem Sonnengruß. Er bietet ein breites Spektrum an Bewegungen: stehende Positionen, Vorbeugen, halbe Vorbeugen und Plank-Position. Die Schultern werden dabei gekräftigt, ebenso wie der Core-Bereich, also die Körpermitte. Man dehnt seine Muskeln und schult seine Balance. Gerade Letzteres bedeutet höchste Konzentration.  

Die Übungen des Sonnengruß können in fließender Abfolge miteinander verbunden werden. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie. © Bohmann/Sophie Stallegger
Die Übungen des Sonnengruß können in fließender Abfolge miteinander verbunden werden. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie. © Bohmann/Sophie Stallegger
Die Übungen des Sonnengruß können in fließender Abfolge miteinander verbunden werden. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie. © Bohmann/Sophie Stallegger
Die Übungen des Sonnengruß können in fließender Abfolge miteinander verbunden werden. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie. © Bohmann/Sophie Stallegger

Auf eines darf beim Yoga, egal ob an Land oder zu Wasser, nicht vergessen werden: die richtige Atmung. Tief einatmen, den Körper strecken und beim Ausatmen Ruhe in der jeweiligen Position finden. "Man muss eins werden mit seinem Körper, den Alltag am besten ausblenden und sich mit seinem Inneren verbinden. Atemübungen und Meditation sind immer ein Teil meiner Yogastunden, ein ganz wichtiger", hebt Julia hervor.

Bevor es aber hin zur kompletten Entspannung geht, wird es nochmal eine Spur schwieriger. "Lust, den Baum oder den Krieger 3 zu probieren?", fragt Julia. Diese Posen sind schon auf einer Yogamatte auf geradem, nicht schwankendem Boden eine Herausforderung für das Gleichgewicht. Wie wird das erst auf dem SUP-Board sein? Uns schwant Übles. So viel Vertrauen haben wir dann doch nicht in unsere Balance und rechnen jeden Moment mit einer kleinen Ganzkörpererfrischung in der Alten Donau - doch oh Wunder, es funktioniert. Auch wenn es bei Julia natürlich hundert Mal stabiler aussieht. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister oder besser die Meisterin.

Zum Abschluss folgt Entspannung pur in Form von einem sogenannten Savasana. Dabei liegt man flach auf dem Rücken und lässt die Yoga-Einheit nachwirken. Wir fokussieren uns ganz auf unseren Atem, lassen unseren Körper wirklich komplett zur Ruhe kommen, geben ihm Zeit loszulassen und neue Energie zu tanken.

Unser Fazit: Viel zu schnell ist die SUP-Yoga-Einheit vorbei. Doch wir kommen gestärkt, gut gedehnt und mit einem deutlich geschulten Gleichgewichtssinn ans Ufer. SUP Yoga ist eine herrlich erfrischende Art, Yoga zu praktizieren, besonders für all jene, die für ihre sportlichen Tätigkeiten ab und zu neue Inspiration brauchen. Yogapraxis wünschenswert, aber kein Muss. Also nichts wie rauf aufs Board!

SUP-Yoga in Wien

Julia bietet SUP-Yoga beim SUP Center Wien direkt nach den Beachvolleyballplätzen des Vienna City Beach Club an. Für August und September gibt es noch freie Termine. Benötigtes Equipment: Yoga oder Badekleidung, Handtuch, Wasserflasche und Spaß an der Sache. Wir wünschen viel Vergnügen beim Ausprobieren!