Die rechtlichen Rahmenbedingungen und die eigenen Bedürfnisse sollte man bereits vor dem Einzug in eine WG kennen. © Getty Images

Stressfreies WG-Leben

Während des Studiums in einer Wohngemeinschaft zu leben, hat Vor- und Nachteile. Für ein stressfreies WG-Leben gilt es einige Dinge zu beachten.

Gesellschaft haben, wenn man sie sucht, eine Rückzugsmöglichkeit, wenn man allein sein will, geteilte Kosten und natürlich ausgelassene Partys: Das Leben in einer Studenten-WG hat seine Vorzüge. Aber auch seine Tücken. Damit die gemeinsame Zeit stressfrei bleibt, gilt es, einige zwischenmenschliche sowie mietrechtliche Fragen zu bedenken.

Mit wem passt die Chemie?

Bevor man sich mit der Suche nach einem WG-Zimmer oder der Gründung einer WG befasst, sollte man sich einige Punkte bewusst zu machen: Bin ich überhaupt der Typ für eine WG? Wer es gerne ruhig hat oder unter anderem den Einrichtungsstil alleine bestimmen will, wird in einer WG wohl nicht glücklich. Wenn du die Leute, mit denen du zusammenziehen möchtest, nicht gut kennst, besprich vorher zumindest Dinge, die dir wirklich wichtig sind.

Auch wenn man nie ganz wissen kann, worauf man sich einlässt: Checke vorher, ob die Leute, mit denen du zusammenziehst, zu dir passen. © Getty Images

Wenn du die Leute, mit denen du zusammenziehen möchtest, nicht gut kennst, checke vorher zumindest die Dinge ab, die dir wirklich wichtig sind: Wenn du kalten Rauch nicht ausstehen kannst, ist es keine gute Idee, wenn ein starker Raucher dein Zimmernachbar ist. Wenn du Ruhe beim Büffeln für die Uni brauchst, ist es eher ungünstig, wenn nebenan auf der Violine geübt wird.

Sorgfalt beim Mietvertrag

Hat man sich dafür entschieden und die ideale WG gefunden, hängt viel von der Gestaltung des Mietvertrages zwischen Vermieterin oder Vermieter und Hauptmieterin oder -mieter  und auch des Untermietvertrages zwischen Hauptmieterin oder -mieter sowie Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern ab. Offene Fragen sollten besprochen, geklärt und schriftlich vereinbart werden. Das beugt Unklarheiten vor und hilft bei  eventuellen Rechtsstreitigkeiten. Denn die Hauptmieterin bzw. –mieter haftet alleine gegenüber der Vermieterin bzw. dem Vermieter.

Möglichkeit A: Alle sind Hauptmieter der Wohnung

Alle WG-Bewohnerinnen und -bewohner scheinen als Hauptmieterin oder -mieter im Mietvertrag auf. Diese Variante ist ratsam, wenn man einander gut kennt und vertraut und ein längerer Verbleib der WG-Gründungsmitglieder geplant ist.  Handlungsfähig ist man nur, wenn man sich einig ist. Jede und jeder haftet gleichermaßen, also jedeR Einzelne in vollem Umfang. Wenn etwa eine Mitbewohnerin oder –bewohner den Anteil an der Miete nicht pünktlich bezahlt, können die anderen von der Vermieterin oder dem Vermieter zur Kasse gebeten werden. Will eine Person ausziehen oder aus dem Mietvertrag austreten, muss die Vermieterin oder der Vermieter seine Zustimmung erteilen. Dann sollte auch festgehalten werden, dass die Person, die auszieht, die Mitmietrechte an die übrigen WG-Mitglieder oder das neue Mitglied abtreten kann.

Durch die sorgfältige Prüfung des Mietvertrages können Probleme vermieden werden. © Getty Images

Möglichkeit B: JedeR ist Hauptmieterin oder - mieter seines Zimmers

Jede Bewohnerin und jeder Bewohner schließt einen eigenen Hauptmietvertrag für sein Zimmer mit der Vermieterin oder dem Vermieter ab mit einem Nutzungsrecht an Bad, WC, Küche, Wohnzimmer. Das bedeutet , dass beim Auszug einer Person die anderen nicht über die  künftig neue Zimmer-Nachbarin oder -Nachbarn entscheiden können. Dies ist eine sehr selten vorkommende Variante,  da deutlich weniger Miete  verlangt werden darf.

Möglichkeit C: Eine Person ist Hauptmieter

Eine Mieterin oder ein Mieter hat einen Hauptmietvertrag und mit den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern Untermietverträge. Vor der WG-Gründung sollte geklärt werden, ob man als Hauptmieterin oder -mieter Zimmer untervermieten darf und dies im Mietvertrag mit der Vermieterin oder dem Vermieter festhalten. Wenn aber die Hauptmieterin oder -mieter ausziehen will und kündigt, ist  nicht garantiert, dass die Vermieterin oder der Vermieter den Vertrag auf die verbliebenen Mitglieder überträgt, da das Hauptmietverhältnis somit zu Ende wäre.

Auch betreffend Untermietverträge sollte man sich besser von Profis beraten und den Vertrag vor der Unterzeichnung prüfen lassen. Bei der Mieterhilfe ist das kostenlos und ohne Terminvereinbarung möglich. Beratung erhält man auch bei der Österreichischen Hochschülerschaft, der Mietervereinigung und beim Mieterschutzverband.

Die häufigste Form der "Zimmerüberlassung" findet in WGs an Mitbewohnerinnen und Mitbewohner statt. Hier wird meist eine mündliche Vereinbarung über die Überlassung des Zimmers und die gemeinsame Nutzung der Nebenräume, sowie die Teilung der Wohnungskosten getroffen..

Ein Kommen und Gehen

Beim Wechsel von Personen ist zu bedenken: Eine normale Abnützung des Zimmers, wie Löcher oder Dübel in der Wand, ergraute Wandecken, kleine Kratzer im Parkett, ist mit der Miete abgegolten, das Zimmer muss also nicht renoviert oder neu ausgemalt werden. Um Mietrückstände und Streit zu vermeiden, sollten die Untermieterin bzw. -mieter für ihren Mietanteil Daueraufträge einrichten, damit die Beträge rechtzeitig auf das Konto der Hauptmieterin oder -mieters überwiesen werden. 

Wechseln Mieterinnen oder Mieter, ohne dass es schriftlich festgehalten wird, kann das im Falle von Forderungen oder Beschädigungen beträchtliche Schwierigkeiten nach sich ziehen. Besser ist es, den Wechsel einer Mieterin oder eines Mieters, den Neu-Bezug und die Rückgabe der Wohnung oder des Zimmers und den Zustand gut zu dokumentieren und schriftlich festzuhalten.

Auch ein leer stehendes Zimmer kostet

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Kündigungsfristen. Ein Zimmer sollte nicht leer stehen, da die anderen Mieterinnen und Mieter die Kosten übernehmen müssen. . Feste Fristen, schriftlich festgehalten, helfen, andernfalls gilt die gesetzliche Frist von nur einem Monat. Mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von drei Monaten findet man leichter einen Nachfolger. Die Kündigungsfrist beginnt zu laufen, nachdem schriftlich gekündigt wurde, zur Sicherheit per eingeschriebenem Brief.

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