Mehr als 60 Prozent der Wiener Bevölkerung wohnt im kommunalen und geförderten Wohnbau. © WSW J. Fetz

Zu Hause in Wien

Die ersten Semester sind geschafft. Das Studium läuft gut und die Überlegung ist noch ein Master- oder Doktoratsstudium zu machen. Vielleicht ist aber auch bereits ein erster Job in Aussicht? Wien bietet jungen Menschen viele Möglichkeiten, Fuß zu fassen.

Die Stadt sorgt mit ihrem Wohnungsangebot - sowohl aus dem Bestand als auch im Wohnungsneubau - dafür, dass auch weiterhin erschwinglicher Wohnraum zur Verfügung steht. 

Jährlich entstehen in Wien rund 10.000 neue Wohneinheiten, davon etwa 7.000 aus dem geförderten Bereich. In keiner anderen europäischen Stadt wird so viel gebaut.

Wohnen in Wien

Mehr als 60 Prozent der Wiener Bevölkerung wohnen derzeit im kommunalen und geförderten Wohnbau. Für die besonders begehrten Gemeindewohnungen zahlen Wienerinnen und Wiener maximal 7,50 Euro Miete pro Quadratmeter. Der Durchschnittswert der Mieten für ganz Wien liegt fast doppelt so hoch, bei 14,17 Euro pro Quadratmeter. Die Mieten im Gemeindebau sowie im geförderten Wohnbau sind nämlich direkt an den Richtwert gekoppelt, sofern die Wohnung den Voraussetzungen dafür entspricht. Damit ist keine Teuerung über der allgemeinen Inflationsanpassung möglich. Es fallen auch keinerlei Zuschläge oder Provisionen für Maklerinnen und Makler an. Doch wie kommt man zu einer günstige Gemeindewohnung oder geförderten Wohnung?

Mit dem Wiener Wohn-Ticket zur eigenen Wohnung. © Ludwig Schedl

Die Vergabe

Um sicherzustellen, dass die Wohnangebote dort ankommen, wo sie gebraucht werden, erfolgt die Vergabe von geförderten Wohnungen zu einem Teil über die Stadt Wien, konkret über die Wohnberatung Wien. Diese vergibt etwa 25 Prozent der Wohnungen im sanierten Altbau und zwischen einem Drittel und der Hälfte der geförderten Wohnungen. Das Angebot umfasst auch Wohnungen, die bereits bezogen waren und daher im Bereich Wiedervermietung angeboten werden. Nach erfolgreicher Registrierung auf www.wohnberatung-wien.at erhalten Wohnungssuchende ihr Wiener Wohn-Ticket und können sich damit für geförderte und Gemeindewohnungen eintragen.

Die Voraussetzungen

Als Grundvoraussetzung für das Wiener Wohn-Ticket gilt:

  • Vollendung des 17. Lebensjahres
  • Die österreichische Staatsbürgerschaft oder gleichgestellte Staatsbürgerschaft.
  • Zweijähriger Hauptwohnsitz in Wien an der Einreichadresse
  • Unterschreitung der Einkommenshöchstgrenzen. Derzeit liegt sie bei 3.172,14 Euro Netto-Einkommen im Monat für eine Person.  

Wenn du einen oder mehrere dieser Punkte nicht erfüllst, kannst du dich direkt über den jeweiligen Bauträger bzw. die Bauträgerin für das restliche Kontingent anmelden. Dabei ist im Regelfall nur die Einkommenshöchstgrenze zu beachten.

Aktiv werden. Auch Studierende können sich für Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen eintragen. © WSW J. Fetz

Wohnbedarf

Für die Vergabe von Gemeindewohnungen, SMART-Wohnungen und günstigen geförderten Wohnungen unter 10.000 Euro Eigenmittel gelten nicht nur die genannten Grundvoraussetzungen. Auch das Vorliegen eines begründeten Wohnbedarfs wird berücksichtigt. Dieser ist gegeben, wenn die derzeitige Wohnung überbelegt ist, also wenn mehr Menschen darin wohnen, als für die Wohnung vorgesehen ist. Auch für Personen mit besonderen Bedürfnissen kann Bedarf an einer altersgerechten oder barrierefreien Wohnung bestehen.

Aktion für Studierende

Auch Studierende können sich für eine geförderte Wohnung oder Gemeindewohnung anmelden.  

Wer jünger als 26 Jahre ist und an einer Wiener Universität oder Fachhochschule inskribiert ist, kann im Rahmen der Wohnungsaktion für Studierende ein Wohnungsangebot aus dem Pool der Gemeindewohnungen erhalten. Das Angebot gilt jedoch nur einmalig. Dabei gelten die österreichische oder eine gleichgestellte Staatsbürgerschaft sowie die Unterschreitung der Einkommenshöchstgrenzen als Voraussetzung. Wichtig ist auch, dass du seit einem Jahr ohne Unterbrechung deinen Haupt- oder Nebenwohnsitz in Wien hast.

Jährlich fördert die Stadt Wien den Neubau von rund 500 Heimplätzen für Studierende und Lehrlinge. Für sie sind keine Eigenmittel nötig. In der Miete sind die Möblierung, Strom und Heizung und in der Regel auch der Internetzugang inkludiert. 

Ähnliche Möglichkeiten haben auch  Jungarbeitnehmerinnen und Jungarbeitnehmer, die keinen Hauptwohnsitz in Wien haben. Sie müssen aber zum Zeitpunkt der Einreichung nachweisen, dass sie einen Hauptwohnsitz für mindestens ein Jahr in einem Bundesland innegehabt haben.

Aktiv werden

Der Wohnungsmarkt ist sehr vielfältig und bietet unterschiedliche Möglichkeiten. Zu Recherchezwecken siehe "Junges Wohnen in Wien", die Homepage der Wohnberatung Wien oder auch den interaktiven Wegweiser zur eigenen Wiener Wohnung unter www.wohncheck.at.

Jungen Familien wird der Start in Wien erleichtert. © Stadt Wien/Wiener Wohnen

Junges Wohnen in Wien

In den kommenden fünf Jahren werden 4.000 neue Gemeindewohnungen mit einer maximalen Bruttomiete von 7,50 Euro pro Quadratmeter auf Schiene gebracht, für die keine Eigenmittel zu entrichten sind. Auch die ersten SMART-Wohnungen des neuen Wohnbauprogramms, das speziell junge Menschen ansprechen soll, wurden bereits ihren Mieterinnen und Mietern übergeben. 3.000 SMART-Wohnungen befinden sich in Umsetzung. Die für ihre Anmietung nötigen Eigenmittel betragen maximal 60 Euro pro Quadratmeter, die Miete liegt bei maximal 7,50 Euro pro Quadratmeter. Zusätzlich zu der JungwienerInnen-Aktion bei Wiener Wohnen, dem SMART-Wohnbauprogramm, den Angeboten für Studierende und Lehrlinge sowie den neuen Gemeindewohnungen wird mit dem neuen JungwienerInnen-Darlehen die Unterstützung für junge Wohnungssuchende zusätzlich ausgebaut.

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