Wien Energie will der steigenden Nachfrage nach E-Mobilität gerecht werden. © Bohmann

 

Alle 400 Meter eine Stromtankstelle

E-Autos haben sich zum fixen Bestandteil des Wiener Stadtbilds entwickelt - Tendenz steigend. Dem wird Rechnung getragen: 550 neue E-Ladestellen werden heuer errichtet. CLUB WIEN hat sich erkundigt, was die WienerInnen in Sachen E-Mobilität erwartet.

Sie sind keine Seltenheit mehr und sie sind immer häufiger auf Wiens Straßen zu sehen. Genau 3.233 E-Autos waren in der Bundeshauptstadt mit 31. Dezember 2018 zugelassen, um 1.078 mehr als noch im Vorjahr. Das ist beachtlich, entspricht es doch einer Steigerung von 33 Prozent, also um ein Drittel. Und damit nicht genug. Bis zum Jahr 2030 soll die Anzahl der E-Autos in der Donaumetropole auf über 80.000 steigen. Dafür werden dann rund 8.000 öffentliche E-Ladestellen nötig sein.

Um der steigenden Nachfrage nach E-Mobilität gerecht zu werden, hat sich Wien Energie nun zum Ziel gesetzt, bereits bis Ende 2020 1.000 zusätzliche Stromtankstellen im öffentlichen Raum zu installieren. In die Hand genommen werden dafür sieben Millionen Euro. "Kein Punkt in der Stadt ist dann weiter als 400 Meter von der nächsten Ladestelle entfernt", verrät Lisa Grohs von Wien Energie.

 

550 neue Stromtankstellen noch heuer

Derzeit werden von Wien Energie 250 öffentliche E-Ladestellen betrieben. Dazu kommen 670 im halböffentlichen Raum, also etwa in Park-&-Ride-Anlagen, bei Supermärkten und auf Firmenparkplätzen. Schon heuer sollen 400 neue für alle zugängliche Stromtankstellen errichtet werden, dazu rund 150 im halböffentlichen Raum. Wo sie letztlich ihren Platz finden werden, hängt dabei von mehreren Kriterien ab.

Eines davon ist die Attraktivität des jeweiligen Standorts. Er wird unter anderem durch Umsteigemöglichkeiten auf öffentliche Verkehrsmittel oder Einkaufsmöglichkeiten definiert. Aber auch Anschlussmöglichkeiten an das Stromnetz und Wirtschaftlichkeit spielen eine Rolle. Zu guter Letzt werden die Orte für neue Stromtankstellen mit den Bezirken abgestimmt.

Vier Windräder für 1.000 Ladestellen

An allen öffentlichen E-Ladestellen von Wien Energie wird 100 Prozent Ökostrom getankt. Für den Fall, dass im Jahr 2020 an allen bis dahin errichteten 1.000 Zapfmöglichkeiten gleichzeitig Strom bezogen wird, ist dabei die Leistung von vier größeren Windrädern nötig.

Schon jetzt sieht Wien Energie eine steigende Nachfrage im privaten Bereich. Autofahrerinnen und -fahrer wollen zunehmend auch in der eigenen Garage ihr Fahrzeug mit Strom betanken können. "Das ist ein Teil der Lösung, um E-Mobilität alltagstauglich zu machen und ihr zum Durchbruch zu verhelfen", so Grohs. "Wien Energie bietet hier bereits heute mehrere Lösungen an, sowohl für Privathaushalte als auch für Wohnhäuser."

Jahresstromverbrauch von 160 Haushalten

Durch die Möglichkeit, das eigene Auto quasi zu Hause aufladen zu können, soll E-Mobilität schmackhaft gemacht werden. Schließlich gilt es, CO2 zu reduzieren. "Mit über 40 Prozent zählt der motorisierte Verkehr in Wien zu den Hauptverursachern von Treibhausgasen und Luftverschmutzung", erklärt Lisa Grohs. "Die Energiebranche ist hier mit der Infrastruktur sichtbar in Vorleistung gegangen und wird auch dieses Jahr Akzente setzen."

Schon jetzt werden die Stromtankstellen von den Wienerinnen und Wienern genutzt. Über 30.100 Mal wurde an den öffentlichen E-Ladestellen im Jahr 2018 Strom gezapft, um damit ein Fahrzeug aufzuladen. Am meisten geschah das Am Spitz in Floridsdorf, am Morzinplatz in der Inneren Stadt, in der Porzellangasse am Alsergrund sowie in der Gredlerstraße und in der Krummbaumgasse in der Leopoldstadt. "Insgesamt wurden dabei etwa 385.000 Kilowattstunden Ökostrom geladen", weiß Lisa Grohs. "Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von knapp 160 Wiener Haushalten." Schließlich wird es immer einfacher, ein E-Auto zu tanken. Eine E-Ladestelle findet sich wie gesagt bald in höchstens 400 Metern Entfernung.