Zwei Jugendliche im Gespräch mit einer Sozialarbeiterin. © Christian Jobst

 

Streetwork - Straßensozialarbeit im öffentlichen Raum

Dieses niederschwellige Angebot ist eines der vielen Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren, die sich in ihrer Freizeit vorwiegend im öffentlichen Raum aufhalten.

Die Zielgruppe sind Jugendliche, die nicht bei organisierten Events teilnehmen, sondern einfach rausgehen – auf die Straße, in Parks oder auch in ein Einkaufszentrum. Das pädagogische und sozialarbeiterische Unterstützungsangebot konzentriert sich dabei auf Jugendliche, die sozioökonomisch benachteiligt sind, sich oft ausgegrenzt und unerwünscht fühlen und/oder im Konflikt mit ihrem sozialen Umfeld sind.

Gefährdete junge Menschen befähigen

Politisch extreme Gruppen oder junge Menschen, die durch Suchtverhalten, Vandalismus oder Rassismus in Konflikt zu ihrem sozialen Umfeld stehen, aber auch diejenigen, die davon gefährdet sind, können oft nicht erreicht werden. Streetworkerinnen und Streetworker suchen daher den persönlichen Kontakt und fördern eine Entwicklung zu mehr Selbstverantwortung und Eigenbestimmung. Sie ermutigen und unterstützen Jugendliche, nehmen sich ihrer Anliegen an und setzen sich für ihre Interessen und Bedürfnisse ein. Die wichtigsten Arbeitsprinzipien sind dabei: Freiwilligkeit, Anonymität und dass die Angebote für Jugendliche kostenlos sind.

 

Ein typischer Arbeitsalltag von Streetwork am Beispiel von Streetwork Wieden:

Es ist Dienstag, 12 Uhr Mittag. Die vier Sozialarbeiterinnen und -arbeiter von Streetwork Wieden starten den Arbeitstag im Büro ihrer Anlaufstelle in der Belvederegasse 24. Der Dienst wird vorbereitet, die Arbeitsrucksäcke mit Visitenkarten, Infomaterial, Kondomen, Tampons und Wasserflasche befüllt. Der Streetwork Dienst wird immer zu zweit absolviert, so können die Anliegen der Jugendlichen bestmöglich behandelt werden. Von der Anlaufstelle aus starten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Parks wie den Alois-Drasche-, Rubens-, Ernst-Jandl- oder Karl-Landsteiner-Park, die Innenhöfe von Gemeindebauten sowie den Südtirolerplatz. Aufgesucht werden alle Orte im vierten Bezirk, an denen sich Jugendliche aufhalten (könnten).

Ziel ist es, junge Menschen bei der Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung zu unterstützen, sowie die nachhaltige Verbesserung ihrer Lebenssituation, durch die Bearbeitung ihrer spezifischen sozialen Problemlagen. Um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, bieten sich sportliche Aktivitäten und Smalltalk über gemeinsame Interessen an. So werden Kontakte und schließlich Vertrauen für tiefergreifende Gespräche aufgebaut. Dabei ergeben sich dann Anliegen der Jugendlichen, wie zum Beispiel Herausforderungen bei der Arbeits- oder Wohnungssuche, Konflikte in der Schule oder mit der Familie, Schulden oder Fragen zu Sexualität oder Alkohol und Sucht. Auch kleinere Ausflüge wie ins Schwimmbad, in die Trampolinhalle, zum Eislaufen oder in die Bowlinghalle sind ganzjährig möglich. Neben den oben genannten Angeboten nimmt das Team von Streetwork Wieden auch regelmäßig an Parkfesten und Veranstaltungen im vierten Bezirk teil.

Nach der ersten Runde durch den Bezirk bereiten zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den offenen Clubbetrieb in der Anlaufstelle vor. Von 17 bis 20 Uhr können hier Mädchen und Burschen ab 12 Jahren sowie junge Frauen und Männer bis 25 Jahren während der kalten Monate Oktober bis April kostenlos Zeit verbringen. Es wird gemeinsam gekocht, gespielt, Musik gehört oder geplaudert. Dabei haben die Jugendlichen immer die Möglichkeit, Unterstützung der Sozialarbeiterinnen und-arbeiter in Anspruch zu nehmen oder persönliche Beratungstermine zu vereinbaren.

Mittwochabend zwischen 18 und 20 Uhr haben sie außerdem die Möglichkeit den Journaldienst aufzusuchen, den zuverlässig ein Teammitglied pro Woche anbietet. Dabei können Bewerbungsunterlagen erstellt, Ratenvereinbarungen für offene Schulden oder Stellungnahmen für das Gericht erledigt werden. Streetwork Wieden bietet zu dem auch Begleitungen zu Ämtern wie dem AMS, der Polizei, zu Gericht, Wiener Wohnen oder dem Sozialamt an. 

Toleranz, Offenheit und Respekt

Jugendliche, die Kontakt zu Streetworkerinnen und Streetworkern haben, bauen Vorurteile ab und können besser mit Konflikten umgehen. Durch die Vorbildwirkung der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im täglichen Miteinander wird Toleranz, Offenheit und Respekt gefördert.

Drasche-Park-Fest

Selbstverständlich gibt es auch heuer das große Drasche-Park-Fest mit einem Nachmittag voller Spiel, Spaß und Action! Tischtennis, Fußball, Snacks & Musik, Kinderanimation und vieles mehr erwarten dich.

  • Wann: Samstag, 7. September ab 15:00 Uhr
  • Wo: 4., Alois-Drasche-Park

Steetwork Wieden ist eine Einrichtung des Vereins "Rettet das Kind" Landesverband Wien und ist bereits seit über 15 Jahren im vierten Bezirk tätig. Für detaillierte Informationen, zu den Arbeitsprinzipien und –methoden sowie umgesetzten Projekten und Aktionen besuchen Sie bitte die Homepage: http://www.rdk-wien.at/leitbild/