Die Elisabeth-Petznek-Gasse befindet sich im 14. Bezirk. © wikimedia commons

 

Weibliche Straßennamen: Wien rückt Frauen ins Stadtbild

Immer mehr Straßen werden in Wien nach Frauen benannt. Die Stadterweiterungsgebiete nehmen hier die Vorreiterrolle ein. Aber auch der Naschmarkt wird weiblicher - auch am Stadtplan. CLUB WIEN zeigt die weiblichen Seiten Wiens.

In Wien sind rund 4.400 Verkehrsflächen nach Personen benannt. Davon sind 88 Prozent an männliche Namen vergeben und nur 12 Prozent an weibliche. Wenn es nach der Stadt Wien geht soll sich das ändern. So kommen bei der Benennung neuer Verkehrsflächen seit 2012 gezielt weibliche Persönlichkeiten aus der Wiener und Weltgeschichte zum Zug. Aktuell sind 109 Kilometer Straßen weiblich benannt, Tendenz steigend.

 

Pionierarbeit in der Seestadt

In Europas größtem Stadterweiterungsgebiet, der Seestadt Aspern, wird in Sachen weibliche Straßennamen Pionierarbeit geleistet. 

Egal ob große Einkaufsstraßen, Parks, Promenaden oder kleine Wege: In der Seestadt tragen sie abgesehen von den Einfallsstraßen alle die Namen verdienter Frauen. So auch die Maria-Tusch-Straße. Schilder und Wegweiser erinnern an die Arbeiterin und Gewerkschafterin Maria Tusch, die bis zur Machtübernahme der Austrofaschisten auch Nationalrätin war. Der Seestädter Erholungspark ist wiederum nach der Philosophin und Publizistin Hannah Arendt benannt, die während des NS-Regimes in die USA emigrieren musste. Aber auch Namen internationaler Stars zieren Straßenschilder. So führt etwa die Janis-Joplin-Promenade die SeestädterInnen schnurstraks zum Badesee.

Welche Persönlichkeiten zum Zug kommen sollten, wurde bereits bei der Planung des neuen Stadtteils in einem 2009 begonnenen "Citynaming"-Prozess gemeinsam mit Stadt, Bezirk, Planerinnen und Planern und künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern erarbeitet.

Am Naschmarkt sagen starke Frauen wo´s langgeht

Aber nicht nur neue Straßen werden in der Stadt nach Frauen benannt. Auch am Naschmarkt sagen Frauen wo’s langgeht. 2014 hat der Bezirk die Hauptwege und den kleinen Platz vor der Kapelle am Naschmarkt nach Frauen benannt. Namenspatinnen für die Naschmarkt-Wege sind legendäre "Fratschlerinnen", also Obsthändlerinnen, wie die "Haverschesser Mariedl", die im 19. Jahrhundert ihren Stand am Markt hatte oder Johanna Bauer, die von 1872 bis 1937 gelebt hat und eine bekannte Großhändlerin war.