Thomas Ackermann ist Spielplatzkontrollor bei den Wiener Stadtgärten, MA 42. Er überprüft und wartet die Spielgeräte auf den öffentlichen Spielplätzen. © PID/Jobst

Ein Tag unter Spielplatzkontrolloren: "Schaukeln gehört dazu"

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. Wir begleiten einen Spielplatzkontrollor der Wiener Stadtgärten. Er sorgt mit seinen KollegInnen dafür, dass Wiens öffentliche Spielplätze sicher bleiben.

Wenn Thomas Ackermann auf dem Spielplatz mit Anlauf auf die Seilbahn springt oder sich am Klettergerüst hochzieht, dann tut er das nicht zum Vergnügen. Seit 2011 ist Thomas Spielplatzkontrollor im Referat "Baum und Spiel" der Wiener Stadtgärten, MA 42. Seine Aufgabe ist zu kontrollieren, ob Schaukel, Rutsche, Klettergerüst und Co gut in Schuss sind und den strengen Sicherheitsnormen entsprechen.

448 öffentliche Spielplätze mit mehr als 6.500 Spielgeräten gibt es in Wien. Thomas ist mit seinem Kollegen Martin Khrla für die 141 Spielplätze der "Gartenregion Mitte" zuständig. Diese umfasst die Bezirke eins bis neun und 20. Alle Spielplätze in Wien werden routinemäßig vier Mal im Jahr überprüft. Melden das Reinigungsteam oder aufmerksame Eltern Schäden, rücken die Kontrollore gemeinsam mit einem Reparaturteam auch außertourlich aus, damit auf dem Spielplatz wieder alles passt. "Wir haben Verantwortung Kindern und Familien gegenüber", sagt Thomas.

Thomas Ackermann und Martin Krhla ziehen die Schrauben an einem Klettergerüst auf der Jesuitenwiese im Prater nach. In Wien werden alle Spielplätze routinemäßig vier Mal im Jahr überprüft. © PID/Jobst

Der Arbeitstag der Spielplatzkontrollore beginnt am Morgen im Stützpunkt der MA 42 in der Edelsinnstraße in Meidling mit einem Kaffee und einem Blick auf den Computermonitor. "In unserer Datenbank laufen alle Hinweise auf Schäden oder Mängel zusammen", sagt Thomas. "Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem nicht irgendwo etwas zu tun wäre." Heute rücken die Kontrollore gemeinsam mit Gerhard Pitsch vom Reparaturteam zu den Spielplätzen auf der Jesuitenwiese im Prater aus. 

Thomas Ackermann an seinem Computer im Stützpunkt der MA 42 in der Edelsinnstraße in Meidling. In der Datenbank laufen alle Meldungen über Schäden oder Mängel an Spielgeräten zusammen. © PID/Jobst

Auf der Ladefläche ihres Ford Transit haben die Spielplatzkontrollore eine kleine Werkstatt samt Ersatzteillager mit. "Kleine Schäden können wir so gleich vor Ort reparieren", sagt Thomas. Am häufigsten kommen abgenutzte Schäkel für die Aufhängung von Schaukeln, verbogene Sitzflächen oder spröde gewordene Plastikteile vor. Auch abgewetzte Kletterseile oder fehlende Abdeckungen können die Kontrollore gemeinsam mit dem Reparaturteam gleich ersetzen. Selten, aber doch finden Thomas und seine Kollegen auch mutwillig beschädigte Spielgeräte in den Parks. Dafür hat der Spielplatzkontrollor kein Verständnis. "Wer so etwas macht, gefährdet Kinder."

Eine Kleinkindschaukel mit einem durchtrennten Gestell. In ihrem Kastenwagen haben die Spielplatzkontrollore Werkzeug und Ersatzteile für die Reparatur beschädigter Spielgeräte dabei. © PID/Jobst

Auf der Jesuitenwiese erwartet die Kontrollore ein loses Seil bei einer Korbschaukel und eine verknotete Seilbahn. "Solche Sachen sehe ich schon aus der Ferne beim Aussteigen", sagt Thomas. Neben der Reparatur von offensichtlichen Schäden steht auch die Überprüfung von Schaukeln, Wippen und Co auf dem Programm. Dabei kommt auch das eigene Körpergewicht zum Einsatz: Martin stemmt sich gegen eine Sprossenwand, um ihre Standfestigkeit zu überprüfen. Thomas setzt sich währenddessen auf eine Schaukel. „Ein Schaukelsitz muss bis zu 240 Kilogramm Gewicht aushalten, eine Seilbahn bis zu 130 Kilogramm", sagt Thomas. "So schwer bin ich dann auch nicht, aber deutlich schwerer als ein Kind. Als erster Test vor Ort gehört Schaukeln und Sichdranhängen dazu."

Mit vollem Körpereinsatz beim Seilbahn-Test: Thomas Ackermann bei der Belastungsprobe auf der Jesuitenwiese. Die Seilbahn muss mindestens 130 Kilogramm Belastung aushalten. © PID/Jobst

Ein besonderes Augenmerk legen die Kontrollore auf sogenannte "Fangstellen". Das sind Stellen an Spielgeräten, an denen sich Kinder leicht einzwicken können. So eine Finger-Fangstelle ist zum Beispiel die Kette einer Schaukel. "Hier darf kein Finger durch die Glieder passen. Am Klettergerüst müssen Kinder problemlos durch Sprossen oder gespannte Seile passen, damit sie nicht festhängen und sich nicht verletzen können", erklärt Thomas. Um das zu überprüfen, haben Thomas und Martin Prüfstäbe und -körper in der Größe von Kinderfingern oder -armen und den "Fisch" dabei. Das Plastikteil erinnert an einen Fisch, stellt aber maßstabgetreu vereinfacht den Oberkörper eines Kindes dar. "Der 'Fisch' darf am Klettergerüst bei großen Öffnungen nirgendwo hängen bleiben oder bei kleinen Öffnungen durchpassen", erklärt Thomas.

Spielplatzkontrollor Thomas mit seinen Prüfgeräten. Der "Fisch" (links) stellt einen Kindertorso dar, die Prüfstäbe sind nach Kinderfingern geformt. Beide dürfen sich nicht in Seilen oder Ketten verfangen. © PID/Jobst

"Wir schauen darauf, dass die Spielplätze für Kinder so sicher wie möglich sind. Abstürze aus geringer Höhe und die Möglichkeit, sich kleinere blaue Flecken zu holen, können wir aber nicht ausschließen", sagt Thomas. "Das gehört zum Spielen dazu, so lernen Kinder. Gröbere Verletzungen sind natürlich tabu." Spielgeräte müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit sie sicher verwendet werden können. "Die Vorgaben füllen einen ganzen Ordner und werden regelmäßig abgeprüft." Weil immer neue Spielgeräte in den Wiener Parks dazukommen, werden die Sicherheitsauflagen laufend aktualisiert. Deshalb müssen auch die Kontrollore auf dem aktuellsten Stand bleiben. 

448 öffentliche Spielplätze gibt es in Wien. SpielplatzkontrollorInnen wie Thomas Ackermann schauen darauf, dass Kinder beim Spielen immer auf der sicheren Seite sind. © PID/Jobst

Auch nach Dienstschluss ist für den Spielplatzkontrollor nicht Feierabend. Thomas' Kinder sind schon erwachsen. "Privat bin ich eigentlich schon länger nicht auf Spielplätzen gewesen. Eine Ausnahme gibt es aber. Im Urlaub, wenn beim Hotel ein Spielplatz dabei ist, kann ich nicht einfach dran vorbeigehen, ohne einen prüfenden Blick darauf zu werfen. Der Spielplatzkontrollor ist eigentlich nie im Urlaub." 

Video: Sichere Kinderspielplätze

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