Obwohl die Wartezeit nur sehr kurz ist, erlebt Andreas Müller bange Momente. Ohne Reisepass ist seine Teilnahme an einer wichtigen Konferenz gefährdet. © Bohmann/Bubu Dujmic

Stark ist, wer Hilfe sucht: "Ich dachte, jetzt war alles für die Katz'"

Als Andreas Müller sich auf eine Dienstreise vorbereitet, macht er eine unangenehme Entdeckung. Sein Reisepass ist abgelaufen. Die Zeit drängt und das Passservice der Stadt Wien ist seine letzte Chance.

Der Schock erwischt Andreas Müller aus heiterem Himmel. "Ich war gerade dabei, meine Sachen für eine wichtige Dienstreise zu packen", erinnert er sich. Der Maschinentechniker hat sich seit vielen Monaten auf eine Konferenz in Helsinki vorbereitet. "Mein Team und ich haben buchstäblich Hunderte Stunden Arbeit investiert und das Projekt ist für die Firma wichtig. Soll jetzt alles umsonst gewesen sein?" Nachdem er seinen Koffer und die Projektunterlagen gepackt hat, wirft er noch einen Routineblick in seinen Reisepass - doch der ist bereits abgelaufen.

Reisepass rechtzeitig erneuern

"Ich war schon recht lange nicht mehr im Ausland und total geschockt. Die Welt blieb eine Sekunde stehen. Ich verstand nicht, wie mir das passieren konnte. Ich hab einfach nicht an den Pass gedacht." Panik macht sich breit. Am nächsten Tag geht sein Flieger nach Helsinki. "Ich rief meinen Chef an und hatte schon Angst, der wird mich kündigen." Doch sein Vorgesetzter hat eine bessere Idee: schnellstmöglich zum Passservice. Vielleicht gibt es mit Unterstützung der Stadt Wien ja doch noch rechtzeitig einen neuen Pass.

Evelyne Bichler hat jeden Tag mit Menschen zu tun, die dringend einen Reisepass brauchen. Genau diesen Kundinnen- und Kundenkontakt liebt sie an ihrer Arbeit. © Bohmann/Bubu Dujmic

Mit seinem Problem ist Andreas Müller bei Weitem nicht alleine. Immer wieder bemerken Menschen erst knapp vor einer Auslandsreise, dass ihr Reisedokument abgelaufen ist. Die Stadt Wien stellt jährlich rund 150.000 Reisepässe aus. Nächstes Jahr werden es sogar sehr viel mehr sein. Aufgrund der Einführung des Sicherheitspasses mit Chip wurden 2007 sehr viele Reisepässe ausgestellt, die 2017 ablaufen werden.

Kurze Wartezeiten im Passservice

Als Herr Müller in der Lerchenfelder Straße eintrifft, ist er mit seinen Nerven am Ende. Das Passfoto nach den Passkriterien hat er schnell anfertigen lassen und den alten Reisepass auch mitgebracht. Schnell holt er sich eine Nummer und hofft, nicht allzu lange warten zu müssen. Nach wenigen Minuten wird er bereits aufgerufen. Im Passservice wird er von Frau Evelyne Bichler begrüßt. Dass Herr Müller aufgeregt ist, überrascht sie nicht. "Viele Leute, die zu uns kommen, sind sehr emotional. Damit haben wir gelernt umzugehen. Wenn die Menschen dann sehen, dass wir ihnen helfen und sie unterstützen, sind sie meist ganz schnell erleichtert und beruhigt", erzählt Frau Bichler, die seit der Gründung im Jahr 2003 im Passservice arbeitet.

 

 

Mit diesem Gerät werden die Fingerabdrücke für den neuen Reisepass erfasst. Diese werden anschließend im Chip verewigt. © Bohmann/Bubu Dujmic

Expresspass schon am nächsten Tag

Auch Herr Müller erkennt nach kurzer Zeit, dass ihm hier schnell geholfen werden kann. "Keine Sorge", sagt Frau Bichler. "Wir kriegen das schon hin." Nach Schilderung des Vorfalls kann die Mitarbeiterin schon einmal Entwarnung geben. Im Normalfall dauert die Ausstellung und Zusendung des Passes fünf Werktage. Es gibt auch noch schnellere Varianten. Diese sind aber dann auch teurer. Wenn man zum Beispiel einen Ein-Tages-Expresspass beantragt, wird dieser schon am nächsten Werktag zugestellt. "Ich bin froh, dass der Pass zu mir in die Arbeit gebracht wird", ist Andreas Müller erleichtert. "Um zu Hause zu warten, fehlt mir angesichts der Vorbereitungen wirklich die Zeit." Nachdem Frau Bichler das Passbild geprüft hat, werden die Fingerabdrücke gesichert. "Die brauchen wir, da diese auf dem Chip im Reisepass verschlüsselt gespeichert werden", erklärt Frau Bichler. Die Überprüfung der Identität ist durch den alten Pass und einen gültigen amtlichen Lichtbildausweis schnell abgeschlossen.

"Gute Reise und viel Erfolg", wünscht Frau Bichler zum Abschied. "Ich bin froh, dass ich helfen konnte. Dazu sind wir ja hier." © Bohmann/Bubu Dujmic

Andreas Müller ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. "Ich bin total überrascht, wie schnell das geklappt hat. Dass ich morgen schon meinen Pass bekomme, kann ich immer noch nicht glauben", freut er sich. Die Passservice-Mitarbeiterin kann sich ein Lächeln nicht verkneifen. "Ich finde es schön, wenn die Leute hier glücklich rausgehen, weil wir ihnen helfen konnten." Nach einem herzlichen "Auf Wiedersehen" telefoniert Herr Müller gleich mit seinem Arbeitgeber. "Du wirst es kaum glauben", sagt er. "Ich kann morgen doch fliegen!"

Vor Weihnachten herrscht Hochbetrieb

Auch wenn das Passservice Herrn Müller helfen konnte, sollte man dennoch mit einem Passantrag nicht bis zur letzten Sekunde warten. "Jetzt zu Weihnachten oder vor allem auch vor und während der Reise- und Feriensaison kann es schon zu längeren Wartezeiten im Passservice kommen", erzählt Frau Bichler. Einen Tipp zum Schluss kann uns Frau Bichler noch mitgeben. "Um sich Wartezeiten zu ersparen, kann man auch online unter www.passservice.wien.at einen Termin im Passservice reservieren."

Als Herr Müller das Passservice verlässt, steht ihm die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. "Jetzt geht's auf zur Konferenz!" © Bohmann/Bubu Dujmic

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