Hausbetreuerin Anna-Maria Frank greift im Stiegenhaus ihres Gemeindebaus zum Akkuschrauber. Sie ist für kleine Reparaturen zuständig. Geht etwas kaputt, können sich MieterInnen direkt an sie wenden. © Bohmann/Stefan Fürtbauer

Stark ist, wer Hilfe sucht: "Als Hausbetreuerin bin ich immer für die MieterInnen da"

Reparieren, reinigen, Rat geben: Anna-Maria Franks Aufgaben als Hausbetreuerin eines Wiener Gemeindebaus sind vielfältig. Eines hat sie immer parat: ein offenes Ohr für die Anliegen ihrer MieterInnen.

"Ich sehe mich als Verbindung zwischen Wiener Wohnen und den Menschen, die im Gemeindebau leben", sagt Anna-Maria Frank. Seit zwei Jahren ist sie Wiener Hausbetreuerin der Wohnhausanlage in der Heiligenstädter Straße 141-145 im 19. Wiener Gemeindebezirk. "Ich übe meinen Beruf mit Leidenschaft aus. Dafür bekomme ich sehr viel Anerkennung zurück", sagt die Hausbetreuerin.

In ihrem Beruf als Wiener Hausbetreuerin wird es Anna-Maria Frank nie langweilig, wie sie sagt. Die Mieterinnen und Mieter kommen mit den unterschiedlichsten Anliegen auf sie zu. "Das reicht von 'Hilfe, ich habe mich ausgesperrt, was soll ich jetzt tun?' über 'Wann sind die Waschtage?' bis hin zu 'Im Keller gibt es eine kleine Überschwemmung'", erzählt sie. Anna-Maria Frank ist direkte Ansprechpartnerin vor Ort, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner Fragen haben. "Viele schätzen es sehr, wenn sie jemanden greifbar in der Nähe haben, statt bei einer Telefon-Hotline anzurufen. Es ist angenehm zu wissen, dass da wer ist, an den sie sich wenden können", sagt die Wiener Hausbetreuerin.

Bei den Mieterinnen und Mietern des Gemeindebaus ist die fröhliche Frau auch als die "summende Hausbetreuerin" bekannt. Mit ihrer Lieblingsmusik im Ohr gehen auch anstrengende Arbeiten wie etwa das Laubkehren im Herbst leicht von der Hand. Sie betreut insgesamt 4.400 Quadratmeter Haus- und Außenfläche und ist eine von 235 Wiener-Hausbetreuerinnen und -betreuern. Sie ist selbst im Grätzel aufgewachsen und wohnt bereits seit 31 Jahren in jenem Gemeindebau, den sie betreut. "Das ist sehr praktisch. Die Wege sind kurz und ich kenne mittlerweile die meisten Bewohnerinnen und Bewohner der 282 Wohnungen in der Anlage."

"Als Wiener Hausbetreuerin muss man gut organisiert sein", sagt die Hausbetreuerin. Sie schaut in ihrer Anlage bei zwölf Stiegen nach dem Rechten. "Ich reinige im Schnitt drei Stiegenhäuser am Tag. Dazu kommen noch diverse Außenflächen." Zudem muss die Hausbetreuerin ihre Reinigungsgeräte instand halten, sich um kleinere Reparaturen kümmern und Verwaltungstechnisches erledigen. Für die Reinigung der Fenster, die Grünpflege und den Winterdienst kommen Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachabteilungen der Wiener Wohnen Haus- und Außenbetreuung oder andere Fachfirmen. Den Rest erledigt Anna-Maria Frank selbst.

Die "summende Hausbetreuerin" erledigt jede Aufgabe mit einem Lächeln auf den Lippen. Auch das Kehren der Außenstiegen. © Bohmann/Stefan Fürtbauer

Gute zwischenmenschliche Beziehungen sind für den Job der Hausbetreuerin oder des Hausbetreuers absolut notwendig, weiß Anna-Maria Frank. Als Hausbetreuerin ist sie täglich im Kontakt mit "ihren" Mieterinnen und Mietern. "Ich bin ein offener, kommunikativer Mensch. Das macht mich als Hausbetreuerin aus", sagt Anna-Maria Frank. Sorgen und Glück, Hochs und Tiefs im Leben machen oft nicht hinter der Haustüre halt, sondern werden im Gemeindebau gemeinsam erlebt. Besonders die Geschichte des älteren Herren von der Nachbarstiege ist ihr nahegegangen, als er dringend Hilfe benötigte.

Pensionist Rudolf Wurpes wohnte jahrzehntelang im Gemeindebau von Anna-Maria Frank. Nach dem Tod seiner Frau unterstützte die Wiener Hausbetreuerin den Mieter. Auch nach seiner Übersiedelung ins Pensionisten-Wohnheim besucht Frank "ihren" Mieter noch regelmäßig. © Bohmann/Stefan Fürtbauer

"Ich kenne Rudolf Wurpes bereits sehr lange", erzählt Anna-Maria Frank. Schon bevor sie Wiener Hausbetreuerin in "ihrem" Gemeindebau wurde, hatte sie Kontakt zu dem älteren Herrn und seiner Familie von der Stiege 5. "Mit der Zeit bin ich eine richtige Vertrauensperson geworden", so Anna-Maria Frank. Sie besuchte die Familie regelmäßig, plauderte bei einem Kaffee mit den Eheleuten und ihren Töchtern. Auch als Rudolf Wurpes eine Augen-Operation hatte, war Anna-Maria Frank zur Stelle und half ihm beim täglichen Verbandswechsel. Als dann die Frau von Rudolf Wurpes starb und er einen kleinen Schlaganfall hatte, fühlte sich Anna-Maria Frank menschlich und natürlich in ihrer Rolle als Hausbetreuerin noch mehr gebraucht.

Immer eine helfende Hand

"Rudolf ist oft mit unterschiedlichen Anliegen zu mir gekommen. Er brauchte zum Beispiel meine Hilfe, als es darum ging, einen Schlüsselsafe für die Pflegerin am Türstock der Eingangstür anzubringen. Ich habe mit Wiener Wohnen abgeklärt, bei wem wir das beauftragen können und wie das abläuft", erzählt Anna-Maria Frank. Auch als der ältere Herr vor einem halben Jahr ins Pensionisten-Wohnheim ein paar Straßen weiter übersiedelte und seine Wohnung zurückgab, stand die Hausbetreuerin ihrem Mieter mit Rat und Tat zur Seite. "Ich habe ihm bei den Formularen geholfen und auch dabei, die Wohnung auszuräumen und übergabefertig zu machen."

Bis heute besucht Anna-Maria Frank Rudolf Wurpes regelmäßig im Pensionisten-Wohnheim. "Ich freue mich immer, wenn die Anni zu mir kommt. Ich bin ihr sehr dankbar für ihre Unterstützung", erzählt der Pensionist.

Wiener Hausbetreuerin zu sein, ist für Anna-Maria Frank mehr als nur ein Job: "Ich bin in jeder Situation mit ganzem Herzen bei der Sache. Das macht mich als Mensch aus. Wer Hilfe von mir benötigt, bekommt sie auch. Egal ob die Mieterin oder der Mieter noch bei mir im Gemeindebau lebt oder nicht."

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