Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
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Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
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Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner
Zurücktreten bitte! Zug fährt ein. © PID/Christian Fürthner

stadtUNbekannt Zentralverschiebebahnhof: Und welches Gleis nehm ich heute?

Entdecken Sie mit unserer Serie stadtUNbekannt einen von Wiens im wahrsten Sinn bewegendsten Orten: den Zentralverschiebebahnhof am Stadtrand.

145 Millionen Kilometer. So viele wurden vergangenes Jahr von österreichischen Zügen zurückgelegt. Das sind sagenhafte 3.600 Erdumrundungen. Der Startpunkt für Güterwaggons ist meistens Wien-Kledering. "Zurücktreten bitte! Waggon rollt abwärts!", heißt es täglich und vor allem nächtlich auf Österreichs größtem Verschiebebahnhof. Ein gleichmäßiges Klappern ist zu hören. Langsam fährt ein langer Güterzug in den Bahnhof ein. Endstation? Nein keineswegs. Jetzt werden nicht die Karten, sondern die Waggons neu gemischt.

Stadt, Land, Bahn

Links das Land, rechts die Stadt. Der Zentralverschiebebahnhof befindet sich in guter Lage. © PID/Christian Fürthner

Ein wenig abseits gelegen, versteckt sich an der Wiener Stadtgrenze gleich neben dem Zentralfriedhof der Zentralverschiebebahnhof. Er dient ausschließlich der Zerlegung und Neubildung von Güterzügen. Das bedeutet, dass hier keine Güter ab- oder aufgeladen, sondern nur die Waggons neu aufgeteilt werden. Das gesamte Areal des Bahnhofs ist 1.000.000 Quadratmeter groß. Hier sind 120 Kilometer Gleise verlegt. Da ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Deswegen durften wir uns das Ganze vom höchsten Punkt der Anlage aus ansehen: der Dachterrasse des großen Betriebsgebäudes.

An einem sonnigen Herbsttag wirkt das Gleispanorama gleich doppelt so beeindruckend. Eingebettet zwischen Feldern, die sich in dieser Jahreszeit satt und farbenfroh vom blitzblauen Himmel abheben, liegt, aus dieser Perspektive betrachtet, der Traum eines jeden Eisenbahninteressierten. Züge fahren ein und aus, Waggons rollen zu einer Kette zusammen, Arbeiterinnen und Arbeiter mit Sicherheitswesten hantieren geschäftig. Fast scheint es, als würden wir auf eine perfekte Modellbahnanlage blicken. Erst das laute Pfeifen einer gerade neben dem Bahnhof vorbeifahrenden Schnellbahn holt uns zurück, mitten ins Geschehen.

Gut eingeteilt

Mit neuen Waggons bestückt macht sich der Güterzug auf den Weg zu seinem Ziel. © PID/Christian Fürthner

Der Zentralverschiebebahnhof besteht aus der Einfahrgruppe, dem Hauptabrollberg, der Richtungs- und der Ausfahrgruppe, der Feinreihungsgruppe mit dem Nebenabrollberg und zwei Zentralstellwerken als Steuereinheiten. Bis zu 5.500 Waggons können hier innerhalb von 24 Stunden abgefertigt werden. Dabei wird hauptsächlich in der Nacht gearbeitet. "Das hat den Grund, dass wir aufgrund des stark gestiegenen Verkehrs von Personenzügen die Güterzüge tagsüber zeitlich einfach nicht mehr unterbringen. Sie fahren natürlich langsamer als die Schnellzüge und würden so eine Behinderung auf der Strecke darstellen. Nachts verläuft das problemloser", erklärt Betriebsmanager Robert Steiner.

Von der grünen Wiese zum Bahnhof

Die Signale entlang der Gleise sind für die LokführerInnen von großer Bedeutung. © PID/Christian Fürthner

Nächstes Jahr ist Österreichs größter Verschiebebahnhof 30 Jahre im Vollbetrieb. Vor 1986 prägte saftiges Grünland das Landschaftsbild zwischen Wien und dem niederösterreichischen Kledering. Die Lage ist ideal gewählt. Die fast durchgehend elektrifizierte Strecke zum nahe gelegenen Wiener Hafen ermöglicht vor allem im Containerverkehr die direkte Anbindung zum Güterumschlag auf Schiff und Straße.

Vor Fertigstellung des Zentralverschiebebahnhofs gab es im Raum Wien circa 15 bis 20 kleinere Bahnhöfe, die diese Verschubarbeiten abgewickelt haben. "Ein bisschen nördlich dieses Geländes war der Simmeringer Verschiebebahnhof. Der hat einige Verschubarbeiten übernommen. Mit der Zeit und der Inbetriebnahme des großen Verschubbahnhofs wurden die kleinen sukzessive aufgelassen", erfahren wir von Robert Steiner.

Schubs in die richtige Richtung

Blick abwärts vom Abrollberg Richtung Gleisanlage. © PID/Christian Fürthner

Vom höchsten Punkt geht es im wahrsten Sinn bergab. Wir begeben uns auf die Spur der Güterwaggons und nehmen Aufstellung auf dem Hauptabrollberg. Während bereits der nächste Zug in den Bahnhof einfährt, befassen wir uns näher mit dem Verschubvorgang.

Ein Zug fährt in die Einfahrgruppe ein. Als Erstes werden die Daten aller Waggons erfasst und ins Zentralsystem eingetragen. Die Schraubenkupplungen werden gelockert und die Druckluftbremsen entlüftet. Den Waggons wird im System jeweils ein Gleis in der Richtungsgruppe zugewiesen. Per Funk wird die Verschublok, die quasi als Hauptdarsteller im Verschubstück fungiert, gesteuert. Sie schiebt die Waggons auf den Hauptabrollberg. Dort werden sie von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern entkuppelt und auf der Spitze des Bergs weggestoßen. Die Schwerkraft sorgt dafür, dass die Waggons den Berg runter auf eines der 48 Richtungsgleise gleiten. Angehalten werden sie von einem vollautomatischen Bremssystem. Zahlreiche Bremselemente steuern die Geschwindigkeit der Waggons. Beim Aufeinanderrollen kann es schon mal zum einen oder anderen Zusammenstoß kommen. Damit nichts geschieht, gibt es Puffer auf beiden Seiten. Die müssen wir natürlich sofort genauer unter die Lupe nehmen. Denn nichts schreit so effektiv "Bis hierhin und nicht weiter!" wie massive Eisenblöcke.

Aus Alt wird Neu

Für welches der Gleise wird sich der Waggon wohl entscheiden? © PID/Christian Fürthner

Haben die Waggons auf ihren Gleisen Stellung bezogen, können sie wieder gekuppelt und so als neuer Zug zusammengestellt werden. Hier ist das Gleis immer halbvoll und nicht halbleer. Es folgen eine technische Abnahme und das Ausdrucken der Zugbegleitdokumente für die Lokführerin oder den Lokführer. Sie müssen über wichtige Daten wie Länge und Gewicht des Zuges Bescheid wissen. Zum Schluss wird eine Lok vor die Waggons gespannt und nach einer Bremsprobe ist der Zug zur Abfahrt bereit.

Züge, die eine spezielle Waggonabfolge benötigen, werden über den Nebenabrollberg geschickt und auf den Feinreihungsgleisen zusammengestellt. "Bei der Zerlegung eines Eingangszuges und der Zusammenstellung eines Ausgangszuges sind circa sechs bis sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt. Im besten Fall dauert dieser Vorgang 90 Minuten", erzählt uns Robert Steiner.

Und nun geht es los. Ein kurzes Quietschen der Räder, ein kleiner Ruck beim Abkuppeln und schon rollen die Waggons schwerfällig bergab. Zunächst noch alle auf einem Gleis, teilen sie sich nacheinander auf. Ein spannendes Schauspiel, bei dem man die Lust verspürt, den Waggons selbst einen kleinen Schubs bergab zu geben. Bei den Tonnen an Gewicht wahrscheinlich ein Tropfen auf den heißen Stein.

Siri des Zentralverschiebebahnhofs

Vom Zentralstellwerk aus wird der Betrieb auf dem Bahnhof koordiniert. © PID/Christian Fürthner

Wie beim iPhone gibt es auch auf dem Zentralverschiebebahnhof einen elektronischen Headcoach zur Unterstützung des Teams. Der Betrieb wird von zwei Zentralstellwerken aus koordiniert. Dort werden mittels computergesteuerter Systeme Fahrstraßen gebildet sowie Signale und Weichen gestellt. Fahrdienstleiterinnen und Fahrdienstleiter überwachen und steuern diese Vorgänge.

Reise quer durch Europa

Lok und Waggon müssen noch sicher verkuppelt werden. © PID/Christian Fürthner

Hat die Anziehungskraft ausgereicht und die Züge sind neu verkuppelt, geht es zwar nicht in die Flitterwochen, aber dennoch auf große Reise. Vom Zentralverschiebebahnhof aus wird der gesamte europäische Raum angefahren, hauptsächlich aber Deutschland, Italien, Tschechien und die Slowakei. Geladen haben sie verschiedenste Güter. "Generell sind alle Güter am Eisenbahntransport beteiligt. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Gütern, die zu gefährlich wären, wenn man sie auf der Straße transportieren würde. Oder auch, wo es aufgrund des Gewichts nicht möglich ist, sie über Asphalt zu transportieren. Wir reden also von Massen- oder Gefahrgütern, die per Zug überstellt werden", erklärt der Betriebsmanager.

Durchschnittlich kommen 110 Züge pro Tag am Bahnhof in Wien-Kledering an, die dann auf ungefähr 110 Ausgangszüge übergehen. "Güterzüge sind in Österreich maximal 700 Meter lang. Da geht es um die Aufnahmefähigkeit der Bahnhöfe, wo die Züge durchfahren. Wo auch Platz ist, diese Züge abzustellen, um andere vorbeizulassen. 700 Meter Zuglänge entsprechen ungefähr 25 bis 30 Waggons", erfahren wir von Robert Steiner, während wir mit vorsichtigen Stiftsdamenschritten in unseren feschen orangen Warnwesten über die Schienen zurück zum Hauptgebäude gehen und den Kindheitsfantasien vom Geschehen auf einem großen Bahnhof ein paar reale Elemente hinzufügen können.

Video: stadtUNbekannt Zentralverschiebebahnhof

Als Europas Eisenbahn-Drehscheibe Nummer eins spielt Wien eine wichtige Rolle im Frachtverkehr. Daran wesentlich beteiligt ist der größte Verschiebebahnhof Österreichs. Wir haben uns vor Ort umgesehen. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

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