Wendeltreppe: Mittendrin. Die Einrichtung stammt aus dem 19. Jahrhundert. © PID/Jobst © PID/Jobst

stadtUNbekannt: Die Wienbibliothek – das kulturelle Gedächtnis

Ins Staunen geraten BesucherInnen bereits, wenn sie die Information der Bibliothek betreten. Beeindruckend das Flair der Holzkästen, bis an die Decke gefüllt mit Büchern und Katalogen.

Die Einrichtung stammt laut Direktorin Sylvia Mattl-Wurm aus den Jahren 1883-1886, die Zeit der Erbauung des Rathauses. Der Lesesaal hält 38 Plätze bereit. Den Großteil der BesucherInnen bilden Studierende. Mattl will ihnen eine „kleine Heimat zum Lernen“ geben. Anfänglich als Amtsbibliothek für das Magistrat gegründet, ist sie heute mit ihren fünf Sammlungen eine der drei größten wissenschaftlichen Bibliotheken der Stadt. Und schon zu Beginn öffentlich zugänglich.

Aktuelle Ausstellungen locken BesucherInnen in die Wienbibliothek. © PID/Jobst

Sie ist aber auch das kulturelle Gedächtnis Wiens. Denn, egal ob der Briefwechsel zwischen Marlene Dietrich und Friedrich Torberg oder das Archiv von H.C. Artmann, die Wienbibliothek im Rathaus ist ein riesiges Reservoir an textlichem Kontext. Die Schwerpunkte: das 19. Jahrhundert Wiens, die 20er Jahre, das „Rote Wien“ und die Nachkriegsjahre. Auf die „Säulenheiligen der Bibliothek“ angesprochen, nennt Mattl die Nachlässe von Ferdinand Raimund, Johann Nestroy und das Archiv von Karl Kraus. Vor sich hat die Bibliothek-Chefin das Tagebuch eines „kleinen Beamten“. Es beschreibt nicht nur sein Liebesleben und Alltag, sondern auch Aufzeichnungen über den Wiener Kongress. Stammt es doch aus den Jahren 1814/15 bis zu seinem Tod 1856.

Ein neuer Auftrag im 20. Jahrhundert

Plakatsammlung: 300.0000 Plakate werden im Tiefspeicher gelagert. © PID/Fürthner

In den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts kam die Direktive, Plakate von Gewista zu sammeln. Heute ist die Wienbibliothek mit 300.000 Plakaten die größte Sammlung Österreichs. Besonders wertvoll ist Werbeplakat für die "Rax-Bahn" von Josef Binder. Es fällt Mattl sichtlich schwer, ihre „Lieblinge“ zu nennen, sei die gesamte Bibliothek doch einzigartig.

Der Herold vor 150 Jahren

Direktorin Sylvia Mattl-Wurm mit „dem Lehmann“, das „Adressbuch vor Herold“. © PID/Jobst

Das Adressverzeichnis von damals, das ist „der Lehmann“. Die Wiener Adressbücher von 1859 bis 1942 – stolz hält die Direktorin einen Band in der Hand. Sie zeigt auf Schnitzler, Arthur: IX, Frankgasse 1, T. Das T steht für Telefon. Die Adressbücher geben nicht nur Auskunft, sie beschreiben die Lebenswelten der einzelnen Personen. Heute ist auch der Lehmann online.

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