Der Wasserspeicher Rosenhügel ist denkmalgeschützt. Innen schlummert Wiens hochwertiges Trinkwasser. © PID/David Bohmann
Der Wasserspeicher Rosenhügel ist denkmalgeschützt. Innen schlummert Wiens hochwertiges Trinkwasser. © PID/David Bohmann
Der Wasserspeicher Rosenhügel ist denkmalgeschützt. Innen schlummert Wiens hochwertiges Trinkwasser. © PID/David Bohmann
Der Wasserspeicher Rosenhügel ist denkmalgeschützt. Innen schlummert Wiens hochwertiges Trinkwasser. © PID/David Bohmann
Der Wasserspeicher Rosenhügel ist denkmalgeschützt. Innen schlummert Wiens hochwertiges Trinkwasser. © PID/David Bohmann
Der Wasserspeicher Rosenhügel ist denkmalgeschützt. Innen schlummert Wiens hochwertiges Trinkwasser. © PID/David Bohmann
Der Wasserspeicher Rosenhügel ist denkmalgeschützt. Innen schlummert Wiens hochwertiges Trinkwasser. © PID/David Bohmann
Der Wasserspeicher Rosenhügel ist denkmalgeschützt. Innen schlummert Wiens hochwertiges Trinkwasser. © PID/David Bohmann
Der Wasserspeicher Rosenhügel ist denkmalgeschützt. Innen schlummert Wiens hochwertiges Trinkwasser. © PID/David Bohmann

Ein Schmuckkästchen für nasses Gold

Entdecken Sie mit unserer Serie stadtUNbekannt eine Wiener Schatzkammer: den Wasserspeicher Rosenhügel. Der Prachtbau in Hietzing beherbergt Wiens wertvollstes Gut.

Majestätisch lugt das Gemäuer zwischen ein paar Bäumen hervor. Eingebettet in eine sanfte Erhebung verspricht die palastähnliche Fassade Großes. Die Steinfassade erinnert an eine Burgmauer. Das massive Holztor wäre bei einem Schloss nicht fehl am Platz und die Statuen auf dem Dach thronen erhaben über dem Vorhof, wo ein schmucker Springbrunnen den Ton angibt. In einem Fantasy-Roman würde sich hier eine Schatzkammer oder eine uralte Grabstätte eines königlichen Geschlechts finden. Tatsächlich handelt es sich um den Wasserspeicher Rosenhügel, der unter Bürgermeister Andreas Zelinka erbaut wurde. Und obwohl hier weder Gold noch Juwelen zu finden sind, bewahrt er einen unserer wertvollsten Schätze auf: das Wiener Wasser.

Statue
Die heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, und eine Nymphe wachen über Wiens Wasser. © PID/David Bohmann

Ein kommunaler Bau im kaiserlichen Stil

Kaiser Franz Joseph I. machte die erste gefasste Quelle, die Kaiserbrunnquelle, der Stadt Wien zum Geschenk. Die Stadtväter wussten: Alpenwasser ist ihr wertvollstes Gut. Die damals vorhandenen Wasserressourcen waren der wachsenden Wiener Bevölkerung nicht mehr Reserve genug. Darum trieb die Stadt den Bau der beiden Hochquellenleitungen voran und ließ auch den Wasserspeicher Rosenhügel errichten. Im Gegensatz zu heutigen Baubräuchen, die meist funktionaler sind, schufen die Verantwortlichen ein adäquates Heim für das nasse Gold. Unter den wachsamen Augen der heiligen Barbara, Schutzpatronin des Bergbaus, die samt Nymphe auf dem Dach thront, erreicht hier das Wasser der I. Hochquellenleitung Wien. In den Jahrzehnten danach haben vor allem die Wiener Bürgermeister dafür gesorgt, dass der Speicher laufend erweitert und modernisiert wurde.

Wasser im Speicher
Im Inneren des Wasserspeicher herrscht eine tiefe Ruhe. Als Meditationsraum wäre er perfekt geeignet. © PID/David Bohmann

56 Mal so groß wie einst

Heute gibt es freilich mehrere solche Wasserspeicher. Jener am Rosenhügel, der 1873 fertiggestellt wurde, ist aber der älteste, architektonisch wertvoll und sogar denkmalgeschützt. Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Speicher mehrmals erweitert, erstmals schon 1878 unter dem damaligen Wiener Bürgermeister Julius Ritter von Newald. Hätten des Kaisers Ingenieure seinerzeit gewusst, wie viel Wasser einst hier eintreffen wird, sie hätten wohl die Welt nicht mehr verstanden. 2.500 Kubikmeter fasste die originale Speicherkammer. Heute sind es 140.000, das macht rund ein Drittel des Wiener Tagesverbrauchs aus. Davon sieht man in der Ursprungskammer nichts. Zur Seite und hauptsächlich nach hinten wurde erweitert. Der Wasserspeicher erstreckt sich heute unter dem gesamten Grundstück. 

Video: So funktioniert der Wasserdurchlauf

Tunnel im Wasserspeicher
Dieser Tunnel reicht bis in die Gebirge Niederösterreichs. Theoretisch könnte man ihn bis dorthin durchwandern. © PID/David Bohmann

Ein dunkler Weg ins Gebirge

Innen ist die Urkammer ein optischer Genuss. Unter stilvollen Kreuzgewölben liegt die kühle und geräuschlose Wassermasse. Man könnte hier das wohl schickste Hallenbad aller Zeiten einrichten. Doch natürlich darf absolut niemand ins Wasser und die Kosten für die Erwärmung des nassen Elements wären unerschwinglich. Das interessanteste Stück im Speicher ist der Zufluss. Das Ende eines Stollens, leicht schräg nach oben verlaufend, ist im hinteren Teil zu sehen. Wenige Meter sieht man den Tunnel, dahinter ist nur noch Dunkelheit. Würde die Leitung abgeschaltet werden, man könnte ihm theoretisch bis ins Rax-Schneeberg-Gebirge, dem Ursprung der Leitung, folgen. 

Anlage am Rosenhügel
Die gesamte Anlage am Rosenhügel steht über Wasser. Alles, was man hier sieht und noch etwas mehr, hat Wasser darunter.

Ein bewachtes Denkmal

Erstaunlicherweise sind es noch die Originalrohre, die im Einsatz sind, allerdings wurden sie in der Vergangenheit verbessert und optimiert. Sämtliche Leitungen werden von Wiener Wasser gepflegt und gesäubert. Die Hauptaufgabe des Wasserspeichers ist nicht, großflächig den Wasserbedarf zu decken. Vielmehr dient der Speicher in erster Linie dazu, den Druck zu regulieren und Verbrauchsspitzen abzudecken. Dass der Speicher hier am Rosenhügel liegt, hat übrigens logistische Gründe. Von hier kann das Wasser abwärts nach Wien fließen und man spart Energie. Pumpen gibt es dennoch und sie werden gelegentlich eingesetzt, um in die oberhalb liegende Druckzone der Stadt Wasser zu liefern, wenn die II. Hochquellenleitung außer Betrieb ist. Der Zutritt ist streng limitiert und das Gelände wird rund um die Uhr überwacht. 


Wien hat das wohl beste Wasser aller europäischen Großstädte. Macht also Sinn, dass es auch das schönste Zuhause hat.

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