Flakturm in der Stiftskaserne
Relikt aus dem 2. Weltkrieg: der Flakturm in der Stiftskaserne. © PID/Horst Lassnig

stadtUNbekannt Stiftskaserne: Hinter den Kulissen der militärischen Kaderschmiede

Diesmal führt die Serie in den 7. Bezirk zu einem geschichtsträchtigen Areal an der Mariahilfer Straße, das der Wiener Bevölkerung als Stiftskaserne bekannt ist.

Im 18. Jahrhundert ließ es Kaiserin Maria Theresia mit mehreren Gebäudetrakten verbauen, die ausschließlich militärischen Zwecken dienten und heute der Wiener Bevölkerung als Stiftskaserne bekannt sind. Wie in allen anderen Kasernen Österreichs ist auch der Zutritt in die Stiftskaserne nur eingeschränkt möglich.

Der unbekannte Flakturm

Nur die Wenigsten wissen, dass inmitten des 7. Bezirks, umgeben von Wirtschafts- und Unterkunftsgebäuden sowie der Stiftskirche, der von außerhalb der Stiftskaserne nicht erkennbare Flakturm thront. Es ist ein in den Jahren 1943/44 errichteter, 40 Meter hoher Geschützturm, der fünf Meter in den Boden reicht und einen Durchmesser von 37 Metern hat. Der dazugehörige Feuerleitturm steht nur wenige hundert Meter entfernt im Esterhazypark und beherbergt das Haus des Meeres. An den Außenwänden haben sich über die Jahrzehnte unzählbar viele Kletterpflanzen emporgearbeitet. Die drei Meter dicken Mauern sind in Stahlbetonbauweise errichtet worden.

Im Inneren beherbergt der Betonriese auch heute noch militärische Arbeitsplätze, wie Kasernenkommandant Oberst Thomas Rapatz verrät: "Es ist der einzige noch militärisch genutzte Flakturm. Im Fokus der militärischen MitarbeiterInnen stehen Auslandsschauplätze, bei denen österreichische Soldaten vor Ort sind." Im Krisenfall könnte er als Katastrophenleitzentrale dienen, um Einsatzorganisationen von einem Ort aus zu koordinieren.

Mann in Uniform
Oberst Thomas Rapatz ist Kommandant der Stiftskaserne. © PID/Horst Lassnig

Im Inneren beherbergt der Betonriese auch heute noch militärische Arbeitsplätze, wie Kasernenkommandant Oberst Thomas Rapatz verrät: "Es ist der einzige noch militärisch genutzte Flakturm. Im Fokus der militärischen MitarbeiterInnen stehen Auslandsschauplätze, bei denen österreichische Soldaten vor Ort sind." Im Krisenfall könnte er als Katastrophenleitzentrale dienen, um Einsatzorganisationen von einem Ort aus zu koordinieren.

Barock trifft Militärausbildung

Barocksaal mit Podium und Bestuhlung
Der Festsaal Sala terrena mit Stuck und Deckenmedaillons. © PID/Horst Lassnig

Der Haupteingang der Stiftskaserne, der rund um die Uhr streng bewacht ist, befindet sich im sogenannten Akademietrakt. Seit 2004 ist dort die Landesverteidigungsakademie (LVAk) unter der Führung von Akademiekommandant Generalleutnant Erich Csitkovits untergebracht. Es gibt Büros und 25 digital ausgestattete Lehrsäle, in denen laufend rund 300 nationale und internationale Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer unterrichtet werden, darunter auch Offizierinnen und Offiziere, die ihr zweijähriges Masterstudium oder den dreijährigen Generalstabskurs absolvieren.

LVAk ist die höchste Forschungs- und Bildungseinrichtung, und damit Kaderschmiede für das höchste Führungspersonal des österreichischen Bundesheeres, ergänzt Rapatz.

Im Akademietrakt vermischt sich barocke Baukunst mit militärischer Ausbildungsstätte. Hier, im prunkvollen Festsaal, der Sala terrena, werden Sponsionsfeiern nach absolvierten Masterstudien abgehalten. Ein langgestreckter Raum mit Nischen, Fenstern und schmalen Platzgewölben zieht sich zwischen tief angesetzten Gurten auf Konsolen, reichem Stuck und Deckenmedaillons mit Darstellungen der sieben freien Künste von Johann Rueber und Matthias Andre entlang.

Decke mit Barockstuck
Deckenmedaillon im Festsaal der Stiftskaserne. © PID/Horst Lassnig

"Dieser Saal", sagt Oberst Rapatz, der auch Leiter der Führungsabteilung der LVAk und Vorgesetzter von knapp 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie bis zu 40 Grundwehrdienerinnen und Grundwehrdienern ist, "ist einer meiner Lieblingsorte in der Stiftskaserne".

Georgelte Akkorde

Fassade der Stiftskaserne
Im Akademietrakt der Stiftskaserne ist seit zehn Jahren die Landesverteidigungsakademie untergebracht. © PID/Horst Lassnig

Ein besonderer Ort ist auch die im Besitz des Bundesheeres befindliche Stiftskirche. Rapatz, selbst ausgebildeter Musiker, der am Konservatorium in Klagenfurt in der Jugend Trompete und Klavier studiert hat und später zusätzlich zum Offiziersberuf Kapellmeister im Kärntner Bezirk Völkermarkt war, spielt auch heute noch leidenschaftlich auf der Kirchenorgel. Neben der Kirche liegt der nach dem Erbauer dieses Traktes benannte Mosertrakt.

Im Akademietrakt befinden sich die Lehr- und Forschungsinstitute der Landesverteidigungsakademie, die neben Militärs auch ziviles Fachpersonal beschäftigen, darunter das Institut für Strategie und Sicherheitspolitik, das Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement sowie die Redaktion der Österreichischen Militärzeitschrift (ÖMZ) und die Zentraldokumentation. Im Sappeurtrakt war im 18. Jahrhundert die so genannte Militärpflanzschule untergebracht. Ein Schriftzug über dem Haupteingang zu diesem Trakt erinnert daran. Hier sind Kinder armer, adeliger Offiziere auf ihr späteres Studium an der Wiener Neustädter Militärakademie vorbereitet worden. Bis 2004 war in diesem Trakt die Landesverteidigungsakademie untergebracht. Heute befinden sich in diesen Räumlichkeiten unter anderem die Redaktion der Zeitschrift "Truppendienst" und das Führungsunterstützungszentrum.

Führungen durch die Stiftskaserne

Einmal im Jahr können Interessierte im Rahmen der Kulturtage des 7. Bezirkes die Kasernenräumlichkeiten mit Ausnahme des Flakturms besuchen. Anmeldungen für Führungen nimmt das Büro der Bezirksvorstehung des 7. Bezirkes unter postatbv07.wien.gv.at entgegen.

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