Aufkleber mit der Aufschrift "Hier gibts gratis wien.at Public WLAN" © PID/Horst Lassnig

Auf der Fährte von wien.at Public WLAN

stadtUNbekannt begibt sich auf die Suche nach der Herkunft kabelloser Funksignale im Wiener Stadtgebiet.

"Public WLAN" steht für kabellose Internetverbindungen an öffentlich zugänglichen Orten. Insgesamt wurden in Wien bislang 37 solcher Funkstationen errichtet. Zu finden sind diese beispielsweise am Rathausplatz, am Stephansplatz, am Yppenplatz oder im Gänsehäufelbad. An Funkmasten geklebte wien.at-Sticker mit der Aufschrift "Hier gibt's gratis Public WLAN" weisen auf die Verfügbarkeit hin. Um kabellos ins Internet zu können, sind jedoch viele Hunderte Laufmeter Kabel für die Infrastruktur notwendig. Mittels Glasfasertechnik sind die einzelnen Funkverteiler mit den Access Points verbunden.

Spaziert man mit Smartphone oder Tablet die Donauinsel zwischen Floridsdorferbrücke und Kaisermühlenbrücke entlang, sorgen 26 WLAN Access Points für die nötige Internetabdeckung. Sie werden vom Fuße der Reichsbrücke aus gespeist. Zwei bunkerähnliche, sechs Quadratmeter große Betonanlagen mit schweren Metalltüren beherbergen die nötige Technik.

Kabelschlangen durch das Erdreich

Von hier aus schlängeln sich 3,5 Kilometer lang die Lichtleiterkabel durch das Erdreich, um den kabellosen Internetzugang zu ermöglichen.  Verfolgt man die Route, stößt man auf einen stählernen Schaltkasten an einem Funkmast. "Die Dicke des Metalls und das Gewicht verhindert, dass uns Vandalen die Kästen davontragen", schmunzelt Wiens "Mr. WLAN" Harald Böck. Er ist für die Administration des "wien.at Public WLAN" zuständig.

Folgt man den Kabeln in die andere Richtung, gelangt man hinter den Wiener Hauptbahnhof in die Senngasse nach Simmering. Dort liegt einen Steinwurf von der Südosttangente entfernt die Abteilung Wien Leuchtet (MA 33). In einem kleinen, unscheinbaren Raum im zweiten Stock des Hauptgebäudes hat Harald Böck sein Büro. In Griffweite seines Schreibtisches steht eine mobile Funkstation. Damit klinkt er sich regelmäßig in sämtliche städtische WLAN-Funkstationen ein, um sie zu kontrollieren.

Ausbau der Standorte

Seit 2015 wurde in Wien der Ausbau der WLAN-Access Points massiv vorangetrieben. Bis Ende 2016 wurden rund 400 Access Points in Wien errichtet.

In einem Radius von hundert Metern können Bürgerinnen und Bürger in das Internet einsteigen oder rasch Infos zum aktuellen Standort abrufen. "Die Erfahrungen zeigen, dass die meisten Menschen rund um einen Funkmasten etwa zehn Minuten surfen. Von Tag zu Tag nimmt die Nutzungsintensität zu", so Böck.
"Wir stehen laufend mit den Bezirken in Kontakt, da es viele Anfragen für neue WLAN-Standorte gibt", erklärt Böck. Die Nachfrage sei groß, da wien.at Public WLAN für Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit biete, ohne Vertrag mit einem Mobilfunkanbieter, lokale Infos zu beziehen.