Blick vom Riesenrad auf das Planetarium Wien im Prater. © PID/Christian Jobst

stadtUNbekannt im Planetarium: In der Kuppel, da leuchten die Sterne

Ein Blick in den Sternenhimmel mit unserer Serie stadtUNbekannt.

Vom Riesenrad aus fällt das grau bedachte Nachbargebäude nur durch seine Kuppel auf. Gemütlich, unaufgeregt eingebettet zwischen den Bäumen des Wiener Praters. Vom Riesenrad aus sieht man ganz Wien. Unter der Kuppel das ganze Universum. Wo man sich im Planetarium Wien wie auf dem Mond vorkommt und warum ein Laser, der die Kuppel durchlöchern könnte, im Keller versteckt ist, haben wir für die Serie stadtUNbekannt ans Licht gebracht.

Das Universarium IX ist der modernste Sternenprojektor der Welt. Rechts daneben der kleine, aber leistungsstarke Zulip, ein Laserbildprojektor. © PID/Christian Jobst

Laut Definition ist ein Planetarium ein Gerät, mit dem Bewegung, Lage und Größe der Sterne und Planeten visualisiert werden können oder ein Gebäude mit einer Kuppel, in dem sich ein Planetarium befindet. Das Universarium IX sieht aus wie ein außerirdisches, blaues Riesenei, das mit über 30 Augen übersät der modernste Sternenprojektor der Welt ist. Der Planetariumsprojektor ist das Herzstück im Planetarium Wien. Zentral unter der Kuppel platziert, kann er alle Sterne, die von der Erde aus mit freiem Auge zu beobachten sind, in die Kuppel projizieren. Das sind mehr als 9.000 Lichtpunkte. Für jeden Stern gibt es ein Glasfaserkabel, welches mit Präzision händisch eingebaut wurde.

Am Rande des kreisrunden Kuppelsaals steht das "Hirn", das das Riesenei zum Leben erweckt: das Pult, oder besser "die Kommandozentrale", wie Hannes Richter, Programm-Manager des Planetariums Wien, erklärt. Mehrere Rechner, Bildschirme, das Tonmischpult und Lichtmischpult geschickt angewendet, lassen die Besucherinnen und Besucher – darunter auch ganze Schulklassen – durch Galaxien fliegen und in Schwarzen Löchern verschwinden.

Schwarz ist im Planetarium Wien wirklich schwarz. Dafür sorgt der Laserbildprojektor Zulip. © PID/Christian Jobst

Schwarz aus der Tiefe des Kellers

Schwarz ist hier übrigens wirklich schwarz. Auch wenn im Kuppelfirmament blau leuchtend die Erde schwebt, bleibt der Weltraum rundherum ohne "Frame" pechschwarz. Möglich macht das der Zulip, der niedlich klein neben dem Universarium platziert ist. Niedlich ist aber wohl das falsche Wort. Er funktioniert ähnlich einem Videobeamer, dessen Leistungsquell jedoch nicht aus einer einfachen Steckdose, sondern aus dem Keller kommt.

Im Keller des Wiener Planetariums steht der RGB-Dioden-Laser. Er versorgt den Zulip mit Licht und Farben. © PID/Christian Jobst

Dort lagert ein Gerät, dessen Brummen jedem LKW Konkurrenz machen könnte. Es ist ein RGB-Dioden-Laser: RGB steht für Rot-Grün-Blau. Er liefert über ein Glasfaserkabel Licht und Farben an den Zulip, wo der Strahl aufgefächert wird. "Unaufgefächert könnte mit dem Strahl locker ein Loch in die Decke gebrannt werden", beschreibt Richter die Kraft des Lasers, die nötig ist, um die Kontraste scharf zu projizieren.

Durch eine kleine Luke geht es in die Zwischenkuppel. © PID/Christian Jobst

Mondlandung mit Echo

Vom Keller geht es nun wieder aufwärts. Über einen gebogenen schmalen Gang, der rund um den Kuppelsaal führt, soll es in die "Zwischenkuppel" gehen. Leicht zu übersehen verbirgt sich in der Decke des Ganges eine kleine Falltür. Mit einem Stab öffnet Richter die Luke und klappt die vielleicht schmalste Trittleiter der Welt herunter: "Da oben sind wir eigentlich nie, aber einmal wurde eine Sequenz für einen Independent Science-Fiction-Film hier gedreht." Viele Fragezeichen tun sich zu dieser Aussage auf, die sich nach Erklimmen der Treppe sofort wieder auflösen.

Wie auf dem Mond: der Bereich zwischen Innen- und Außenkuppel. © PID/Christian Jobst

So ähnlich könnte man sich nach einer Mondlandung fühlen, allein die Erfahrungswerte fehlen. Die Zwischenkuppel ist der Bereich, der sich zwischen Innenkuppel, auf welche Urknall, Milchstraße und ganze Galaxien projiziert werden, und Außenkuppel, also dem Dach, befindet. Mit weißer Dämmwolle überzogen und von Neonröhren beleuchtet, wirkt die Innenkuppel wie ein aufgehender Halbmond. Die Wolle bewirkt, dass es unter der Kuppel nicht hallt. Anders verhält es sich im Zwischenbereich. Dort ist jedes gesprochene Wort in perfekter Qualität zwei Mal zu hören. Die Kindervorführung im Kuppelsaal, die gut durch die Mondoberfläche zu hören ist, bleibt allerdings vom Echo verschont. Alles Physik, aber das ist eine andere Geschichte.

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