Der ehemalige Währinger Friedhof, auch "Nobelfriedhof" genannt. Viele Prominente fanden hier ihre letzte Ruhe. © PID/Christian Jobst

stadtUNbekannt: Wiens außergewöhnliche Friedhöfe

Es ist keine alltägliche Spurensuche: Der ehemalige Allgemeine Friedhof in Währing, der Islamische Friedhof in Liesing und der Waldfriedhof im Zentralfriedhof gehören zu Wiens außergewöhnlichen Friedhöfen.

Saftiges Grün, Moos und Efeuranken auf überwachsenen Steinen, es riecht nach Erde - der Denkmalhain erzählt Geschichten aus der Geschichte.

Zahlreiche prominente Persönlichkeiten haben hier in Währing ihre letzte Ruhestätte. Der Allgemeine Währinger Friedhof wurde daher einst als "Nobelfriedhof" bezeichnet.

Einige Grabdenkmäler führen in die Zeit des Biedermeier, wie das von Friedrich von Gentz, Staatsmann und Schriftsteller, Protokollführer beim Wiener Kongress und, gemeinsam mit Staatskanzler Clemens Wenzel Metternich, "Netzwerker" im Europa der Zeit nach Napoleon. Pikantes Detail am Rande: Seine Geliebte war die auch heute noch legendäre Tänzerin Fanny Elßler.

Der Allgemeine Währinger Friedhof war einer der fünf alten Kommunalfriedhöfe Wiens. Er wurde auch "Großer Stadtfriedhof von Währing" genannt. Zwischen 1783 und 1874 wurden hier vor allem Verstorbene aus der unmittelbaren Umgebung und dem Allgemeinen Krankenhaus beerdigt.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Friedhof in einen Park umgewidmet, seit 1923 der "Währinger Park". Bis heute kann der Denkmalhain mit 58 kulturgeschichtlichen Grabsteinen besichtigt werden.

Gräber
Alle Gräber sind nach Mekka ausgerichtet. © PID/Christian Jobst

Islamischer Friedhof

In Liesing führen keine Schotterwege die Grabreihen entlang, keine Steine knirschen unter den Schuhen. Die Ruhestätten am Islamischen Friedhof liegen auf einer großen Wiese, allesamt symmetrisch ausgerichtet nach Mekka. 4.000 Verstorbene finden am 3,4 Hektar großen islamischen Friedhof Platz.

© PID/Christian Jobst

Der Friedhof eröffnete 2008 und ist auch ein wichtiger Schritt für friedliches und respektvolles Umgehen miteinander. Hier gibt es auch Platz für Rituale wie die Totenwäsche. Für Musliminnen und Muslime ist es wichtig, am Ort des Todes bestattet zu werden.

© PID/Christian Jobst

Mittelpunkt des Friedhofs in der Großmarktstraße ist die Aufbahrungshalle. In der imposanten Halle, komplett mit weißem Marmor geschmückt, preisen 24 Suren Gottes Namen.

Ein Kleinod: Der Waldfriedhof am Zentralfriedhof. © PID/Christian Jobst

Waldfriedhof am Zentralfriedhof

10.000 Quadratmeter mit 40 bis 60 Jahre alten Ahornbäumen und Eschen, bewachsen mit Efeu und Immergrün: Das ist der Waldfriedhof am Zentralfriedhof. Er wurde Mitte 2009 eröffnet und ist am besten über das Tor 3 zu erreichen.

36 der rund 200 Bäume sind für Urnenbeisetzungen reserviert, wobei jedes Grab für zwei Urnen bereit steht. Pro Jahr gibt es etwa 100 Beisetzungen.

Skulpturen
Die Skulpturen dienen als gemeinsame Gedenkstätte. Die Namen der Toten sind eingraviert. © PID/Christian Jobst

Andreas Kals, Leiter des Wiener Zentralfriedhofs: "Am Waldfriedhof ist eine naturnahe Bestattung ohne Pflegebedarf möglich, die die Infrastruktur eines regulären Friedhofes bietet." So dient eine Stahlskulptur, ähnlich einem Baum, als gemeinsame Gedenkstätte. Hier können die Namen der Toten mit Geburts- und Sterbejahr eingraviert werden.

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