Bei derart vielen Hähnen fällt es gar nicht so leicht den Überblick zu behalten. © David Bohmann
Die Fernkältezentrale liegt in der Spittelau. © David Bohmann
Rohre, Rohre und noch mehr Rohre. © David Bohmann
Die Kommandozentrale der Müllverbrennungsanlage. © David Bohmann
Der Weg des Mülls bis hin zur Fernkälte oder Fernwärme. © David Bohmann
Plache an der Absorptionskältemaschine © David Bohmann
Wie Kälte aus Wärme entstehen kann - der Absorber erklärt. © David Bohmann
Über Räder. © David Bohmann
Ein Blick ins Fernkälte-Herzstück. © David Bohmann
Turbinen treiben das Werk an. © David Bohmann
Futter für die Fernkälte: Der Wiener Müll. © David Bohmann
Georg Baresch begleitete uns durch die "schönste Müllverbrennungsanlage der Welt". © David Bohmann

Abkühlung im Großformat

stadtUNbekannt ist diesmal zu Besuch bei der Fernkälte Spittelau und zeigt, wie genug Kälte produziert wird, um Gebäude wie das AKH auf Betriebstemperatur zu halten.

Eine vollverglaste Front, ein riesiges Foyer und eine Treppe in das erste Untergeschoß. Das neue Kundenzentrum der Wien Energie in der Spittelau empfängt seine Besucherinnen und Besucher in angenehmer Atmosphäre. "Herzlich willkommen in der schönsten Müllverbrennungsanlage der Welt", heißt uns Georg Baresch willkommen. Für Herrn Baresch ist es bereits die vierte Führung an diesem Tag. Diesmal jedoch in kleiner Runde. Sonst führt er bis zu 30 Personen auf einmal durch die Räumlichkeiten der von Friedensreich Hundertwasser gestalteten Anlage.

Bevor wir im Film-Auditorium im Untergeschoß eine erste Einführung bekommen, stechen als Erstes die Karikaturen an den Wänden ins Auge. Zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens sind dort verewigt und sorgen so bereits für einen "malerischen" Einstieg in die Tour.

Eine Halle mit einem Berg aus Müll.
Täglich endet hier die Reise von unzähligen Tonnen Müll. © David Bohmann

Der lange Weg zur Kälte

"Fernkälte funktioniert nicht losgelöst", erklärt Herr Baresch, als wir die Stiegen drei Stockwerke in die Höhe klettern. Das Stiegenhaus ist gesäumt von Hundertwasser-Sprüchen, die daran erinnern sollen, wie kostbar die natürlichen Ressourcen unserer Welt für uns Menschen sein sollten.

Der erste Stopp führt uns in eine kleine Glaskabine. Unter uns türmt sich ein riesiger Berg aus Müll. Ein gewaltiger metallener Greifarm schaufelt unermüdlich riesige Mengen davon in ein Loch an der Rückwand der Müllhalle. Was das mit Fernkälte zu tun hat? Nun ja, erst einmal gar nichts. Doch die durch Verbrennung entstandene Fernwärme ist letztlich hauptverantwortlich dafür, dass Fernkälte überhaupt entstehen kann. Aber der Reihe nach.

Seit mittlerweile neun Jahren beliefert Wien Energie einige Großkunden mit sogenannter Fernkälte. Wird im Winter die durch Müllverbrennung entstehende heiße Luft als Fernwärme genutzt, so muss diese im Sommer erst in Kälte verwandelt werden.

Technik erklärt: Drei Wasserkreisläufe sorgen in der Absorptionsmaschine für Fernkälte. © David Bohmann

Laut, aber umweltschonend

Die sogenannten Absorptionsmaschinen nutzen die warme Abluft als Antrieb, arbeiten somit äußerst energieeffizient. "Es gibt drei Wasserkreisläufe, einen warmen, einen zum Kühlen, der in unserem Fall direkt aus dem Donaukanal kommt, und einen dritten, ebenfalls kalten, der die Fernkälte in flüssiger Form zu unseren Kundinnen und Kunden transportiert", erklärt Baresch die riesige, brummende Maschine.

Gesäumt ist die riesige Maschine von zahlreichen Zu- und Ableitungen. Ein ständiges Brummen und Surren hallt durch den tiefen Raum. An ein Gespräch ist hier nicht zu denken.

Ein Bild vom Stadtbahntunnel der ehemals an dieser Stelle stand.
Früher Stadtbahn, heute Fernkälte. © David Bohmann

Runde Sache

Einer der drei Fernkälte-Räume, welcher direkt unter der Fahrbahn zur Auffahrt auf die Gürtelbrücke liegt, wird an einer Seite von schweren, gemauerten Steinen getragen. Es sind die Überreste des ehemals dort gelegenen Stadtbahntunnels.

Von dort verlaufen isolierte Rohrleitungen in alle Himmelsrichtungen. "Unser größter Abnehmer ist das Allgemeine Krankenhaus in Michelbeuern", sagt Baresch nicht ohne Stolz. Das AKH wird zum Teil von der Spittelau aus gekühlt. Weitere direkt bediente Orte sind das Ö3-Gebäude und die BOKU-Institute in der nahen Muthgasse.

Dass bei derart vielen Kilometern an Leitungen auch einiges an Schmutz zu beseitigen ist, versteht sich von selbst. Doch auch hier hat man eine smarte und gleichzeitig einfache Lösung gefunden. "Wir leiten regelmäßig einen Sack kleiner hellblauer Schaumstoffbälle in die Leitungen ein. Durch den herrschenden Druck werden diese durch das gesamte Leitungsnetz befördert und nehmen durch Reibung gleich den angesammelten Dreck mit. Von Zeit zu Zeit kommen die Bällchen wieder zu uns in die Zentrale und bleiben in einer kleinen Kammer, zu der wir ein Bullauge eingebaut haben. Sind die Bällchen grün verfärbt, stoppen wir das Ganze kurz und nehmen die alten raus und füllen eine neue Ladung ein", so Baresch, während er uns zum "Reinigungsbullauge" führt.

Als wir schließlich wieder die Treppen zum Foyer hinaufstapfen, wird uns klar, worin der Vorteil einer Anbindung ans Fernkältenetz besteht. Bauliche Maßnahmen braucht es nicht, die Kühlung kommt komfortabel, direkt ins Haus.

Die Serie "stadtUNbekannt" zu Gast in der Spittelau: Die bei der Müllverbrennung entstehende Wärme wird im Sommer in Fernkälte zur Kühlung von Gebäuden wie dem AKH umgewandelt. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

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