Stadion von Außen. Ein modernes Gebäude mit viel Glas in dem sich die Sonne spiegelt.
Das Ernst-Happel-Stadion wurde 1931 als Praterstadion eröffnet. © PID/Christian Fürthner

stadtUNbekannt Ernst-Happel-Stadion: Österreichs größte Sportstätte

stadtUNbekannt: Die Serie zeigt versteckte Plätze in Wien und ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen der Stadt. Sie führt diesmal in das Ernst-Happel-Stadion.

Wenn Österreichs Fußball-Nationalteam spielt, strahlt das Flutlicht auf den Rasen, füllen 50.000 Fans die Ränge, trägt der Wind den Jubel aus dem Prater bis in die Donaustadt. Das Ernst-Happel-Stadion ist Österreichs größte und bekannteste Sportstätte - und nicht nur bei Fußballspielen gut besucht: Weltstars des Rock 'n' Roll treten mit Gitarre und Verstärkern hier auf, der Fußballrasen wird zur Konzertfläche. Egal ob Schlagzeug oder Sport: Es sind die unbekannten Orte im Oval, die reibungslose Unterhaltung garantieren.

Ein brummendes Herz aus Stahl

Rote Aggregate im grauen Maschinenraum des Stadions.
Drei Aggregate erzeugen 80 Prozent des Strombedarfs im Stadion. © PID/Christian Fürthner

Wer die Eingangshalle durchquert, weiße Gänge im Erdgeschoss passiert, steht vor einer Stahltüre voller Hinweistafeln. Im Raum dahinter riecht es nach Motoren, Öl, Getriebe. Metallgitter an den Wänden dämmen den Lärm. Im Herz des Stadions pumpen drei Dieselaggregate Strom in Leitungen und Fluchtlichter. Sie erinnern an große LKW-Motoren, eingefasst in rot lackierten Stahl. 800 Pferdestärken pro Kasten mit je fünf Liter Hubraum, das reicht für 80 Prozent des Stadionbedarfs. "Motor läuft selbstständig an", steht auf einer Plakette des Herstellers; bei Vollbetrieb wird sie gelb glühen. Graue Stäbe wie am Kühlschrankrücken, bloß drei Meter hoch bis an den Plafond, kühlen die Luft. Und doch sind es hier abends 35 Grad, wenn die Kicker spielen und das Flutlicht gleißt.

Über Stufen zur Vogelperspektive

Blick aus der Einsatzzentrale mit diversen technischen Geräten auf die bunten Tribünen.
Die Einsatzzentrale ist das "Hirn" jeder Veranstaltung - der reibungslose Ablauf wird von hier sichergestellt. © PID/Christian Fürthner

Ins Freie und über Stufen hinauf geht es in den dritten Rang. Neben den "Skyboxen", das sind mobile Studios für TV-Übertragungen, und gut 15 Meter über den VIP-Logen sitzt das "Hirn" des Stadions: die Einsatzzentrale. Ob Fußballspiel, ob Popkonzert - hinter Glaswänden am höchsten Punkt des Runds laufen faustdicke Kabelschnüre der Telekommunikation. Mit einem Blick aus der Vogelperspektive über das gesamte Stadion garantieren 25 Vertreterinnen und Vertreter von Polizei und Rettung dem Veranstalter den runden Ablauf für Zehntausende. Es ist der Knotenpunkt der Sicherheit, jeder Event wird von hier oben gesteuert und koordiniert.

Die Kabine der Nationalmannschaft

Sitzbänke der Spieler in dunkelbraun und cremeweiß.
Die Kabine der Fußball-Nationalmannschaft ist an Spieltagen mit Fotos der Spieler geschmückt. © PID/Christian Fürthner

Erbaut zwischen 1929 und 1931, zuletzt adaptiert für die Fußball-Europameisterschaft 2008, hat das Stadion an der Prater-Hauptallee viel Geschichte erlebt: Einst ohne Dach und Sitzplätze, erfüllt "das Happel" heute die höchsten Standards der UEFA, Europas Fußball-Dachverband. 49.581 Sitze sind für Fans verschraubt. 25 Umkleiden stehen für Sportlerinnen und Sportler bei Leichtathletiktreffen bereit - ostseitig, Richtung Stadionbad und Lusthaus, in designierten Wechselkabinen. Vis-à-vis, quer übers Spielfeld, gen Westen und WU-Campus, das Quartier der Nationalmannschaft: Die Kabine des ÖFB.

Massageliegen aus Leder stehen in der linken Raumhälfte. Rechts gegenüber sind Sitzbänke für die Spieler, gehalten in dunkelbraun und cremeweiß. An der hinteren Wand, gut zehn Meter von der Eingangstür entfernt, lehnt ein Flipchart - ein Gestell aus Aluminium, auf dem ein großer Papierblock befestigt ist. Mit Filzstift geschrieben stehen darauf Spieltaktik und Anweisungen für das Match. Sonst gibt es keine Möbel in dem Raum - die Stimme hallt wie durch einen Saal. Das ändert sich, wenn die Fußballer kommen: Eine Wand, von Boden bis Decke rot-weiß-rot bemalt, wird mit Fotos behängt. Strafraumszenen, Spieler beim Torjubel, das motiviert. Denn: Das Ernst-Happel-Stadion hat geheime Orte inne - aber das wahre Geschehen findet draußen statt, vor den Augen zehntausender Besucherinnen und Besucher.

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