Die Heimatstätte der Wiener Austria. © PID/Fürthner

 

Ein Solo durch die Generali-Arena

stadtUNbekannt führt diesmal in die Katakomben des Stadions der Wiener Austria.

In den 1970er-Jahren war es noch eine "Gstettn". Heute befindet sich zwischen Verteilerkreis Favoriten und der Laaer-Berg-Straße im 10. Bezirk die Heimstätte von Österreichs amtierendem Fußballmeister Austria Wien. Tribüne und Spielfeld der Generali-Arena sind bekannte Örtlichkeiten. wien.at besuchte daher Orte, die vielleicht nicht einmal den Fans des Favoritner Fußballklubs bekannt sind.

Das Stadion

Bis vor drei Jahren hieß die Generali-Arena noch "Franz Horr Stadion", benannt nach dem ehemaligen sozialdemokratischen Politiker und ehemaligen Präsidenten des Wiener Fußballverbandes. Der Platz vor der Osttribüne wurde 2011 in Horrplatz umbenannt und soll an den Gründer der Austria-Heimstätte im Jahr 1973 erinnern. Das gesamte Areal, das der Verein von der Stadt bis 2039 gepachtet hat, umfasst eine Fläche von mehr als 150.000 Quadratmetern. Darauf befinden sich das Stadion, die Akademie und die technischen Einrichtungen.

Die richtige "Wäsch"

Beim Streifzug durch die Katakomben der Arena herrscht reges Treiben. Das Vormittagstraining ist zu Ende und die ersten Spieler traben in Richtung Kabine. Die Zeugwartin "Gitti" Neubauer und der Zeugwart "Harry" Ertl rotieren: Die "Bock" der Spieler werden gereinigt, Leiberl, Hosen und Socken in der Kabine zurechtgelegt. 40 Spieler inklusive der Betreuerinnen und Betreuer werden täglich von ihnen versorgt. "Wir wissen bei jedem Spieler ganz genau, welche 'Wäsch' die richtige für ihn ist", schmunzelt Ertl und zeigt auf die namentlich gekennzeichneten Bekleidungskästen. Gleich nach dem Kabinentrakt folgt ein Blick in die Kraftkammer: Sogar die Hanteln sind in einem violetten Ton gehalten. Auf dem Tisch ein Notebook. Damit wird von Konditionstrainer jede Trainingseinheit der Spieler registriert und analysiert. Dahinter stehen die Krafträder Spalier.

 

Beim Blick in die Waschküche herrscht Hochbetrieb. "Wenn so wie heute zweimal pro Tag trainiert wird, gehen rund 800 Kleidungsstücke durch unsere Hände. Jedes einzelne wird von uns zusammengelegt", sagt Zeugwart Ertl. Dass auch noch 80 Paar Fußballschuhe gewaschen werden müssen, erwähnt er noch so nebenbei.

Im nächsten fast leerstehenden Raum herrscht Ruhe: Er steht auserwählten Spielern nur nach Meisterschaftsspielen zur Verfügung. Dort werden die Dopingkontrollen durchgeführt und Proben genommen.

Kugeln und Wuchteln

Neben der Wäsche kümmern sich die Zeugwartinnen und Zeugwarte auch um rund 200 "Kugeln", die pro Saison im Stadion lagern. Die Fußbälle unterschiedlichster Hersteller warten sortiert auf ihren Einsatz, um über den Rasen getreten zu werden. "Jede Wuchtel spielt sich anders, hat eine andere Flugbahn", weiß Ertl.

Gemeinsam mit einem der fünf Platzwarte geht es in den stadioneigenen Fuhrpark. Mehrere Schneeräumfahrzeuge stehen dort aufgereiht. Sie kamen bei den milden Temperaturen in diesem Winter kaum zum Einsatz.

Die Legenden der Austria

Abschließend geht es in den ersten Stock der Südtribüne zum Legendenklubraum: Ein weitläufiges Zimmer mit einer violetten Riesencouch und Flachbildschirmen in den Ecken. Er steht jederzeit für verdienstvolle Austria-Spieler zur Verfügung. An der Wand zeigt eine umfangreiche Bildergalerie die violetten Größen der Vergangenheit: von Matthias Sindelar über Herbert "Schneckerl" Prohaska, Walter Schachner und Felix Gasselich bis zu Anton "Toni" Polster.