Unter der Brigittenauer Brücke
Die Brigittenauer Brücke im Detail. Alle Fotos © PID / Christian Fürthner
Die Brigittenauer Brücke im Detail. Alle Fotos © PID / Christian Fürthner
Die Brigittenauer Brücke im Detail. Alle Fotos © PID / Christian Fürthner
Die Brigittenauer Brücke im Detail. Alle Fotos © PID / Christian Fürthner
Die Brigittenauer Brücke im Detail. Alle Fotos © PID / Christian Fürthner

stadtUNbekannt: Brigittenauer Brücke

stadtUNbekannt führt in den Bauch der Stahlkonstruktion der Brigittenauer Brücke.

Die ersten Schritte in das zehntausend Tonnen schwere Stahlkonstrukt sind vorsichtig. Denn während über einem tausende Autos donnern, fließt mehrere Meter unter einem und nur durch einen Gitterboden getrennt die Donau. Der Weg führt in das gut zugängliche Innere der Brigittenauer Brücke. Massive, orange Stahlträger stellen das Herz des rund einen Kilometer langen und 32 Meter breiten Bauwerks dar. Vier Betonpfeiler stützen die Brücke. Sie ragen, um Unterspülung zu verhindern, bis zu 23 Meter tief in die Donau und sind mit Felsbrocken umgeben.

Video: Brigittenauer Brücke

Durch eine enge Wendeltreppe erreicht man die Mitte eines Strompfeilers, wo sich das "Brückenlager" befindet. Es ist ein wesentliches Detail, mit dessen Hilfe sich die Konstruktion ausdehnen und Temperaturschwankungen anpassen kann. Eine Brücke ist damit kein festes Bauwerk, sondern dehnt und bewegt sich.

Alle 826 Wiener Brückenbauwerke werden jährlich überprüft und etwaige Instandsetzungen vorgenommen. Die Wartungsarbeiten an der Brigittenauer Brücke werden aufgrund des Schifffahrt- und Autoverkehrs meist in der Nacht durchgeführt. Der Spaziergang in die Brigittenauer Brücke führt auch zu einer Überprüfung. Mit Spezialgeräten wird hier jeder Zentimeter kontrolliert.

Hermann Papouschek, Leiter der Abteilung Wiener Brückenbau und Grundbau (MA 29): "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MA 29 sorgen mit ihrem fachlichen Know-how für die sichere Überquerung aller 826 Brückenbauwerke in Wien. Regelmäßige Kontrollen und Wartungsarbeiten im Sinne einer hohen Qualitätssicherung machen dies erst möglich."

Wiens fünfte Straßenbrücke über die Donau

Die Brücke seitlich. © PID / Christian Fürthner

Die Brigittenauer Brücke wurde ab März 1980 in einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren errichtet. Sie ist Wiens fünfte Straßenbrücke über die Donau und verbindet seit 1982 den 20. mit dem 21. Bezirk. Sie bildet eine Spange zwischen dem Handelskai und der A 22 - Donauuferautobahn.

Die Brigittenauer Brücke besteht aus folgenden vier Teilen: Flutbrücke, Strombrücke sowie jeweils eine Rampe auf beiden Seiten der Brücke. Die Flutbrücke, die heute über der Donauinsel und der Neuen Donau liegt, wurde noch auf den Wiesen des Überschwemmungsgebietes errichtet. Das Flussbett für die Neue Donau wurde erst gegraben, als dieser Brückenteil fertig war. Bei der Strombrücke war es hingegen notwendig, die Pfeiler im fließenden Gewässer zu errichten. Die starke Strömung machte diese Arbeiten schwierig. Die Fahrbahn der Strom- und Flutbrücke wurde aus einzelnen Stahltafeln zusammengesetzt. Für die notwendige Tragfähigkeit sorgen an der Unterseite dieser Stahlplatten angeordnete trapezförmige Hohlrippen in Längsrichtung sowie Querträger.

Die Brigittenauer Brücke ist heute eine wichtige Verkehrsverbindung, die täglich von 27.000 Fahrzeugen überquert wird. Geh- und Radwege sorgen zudem für einen idealen Zugang zu Donauinsel, Neuer Donau und Donaupark.

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