Beim Besuch in der Baumschule Mauerbach erfahren wir die Reifung eines Stadtbaums. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie und machen Sie einen Rundgang. © PID/Ismail Gökmen
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Diese Bäume liegen zur Abholung bereit. Ein feuchter Jutesack um den Wurzelballen sorgt dafür, dass dieser nciht austrocknet. © PID/Ismail Gökmen © PID/Ismail Gökmen
Alexander Stepanek bringt ein Etikett an den Baum an. Auf diesem ist der Bestimmungsort vermerkt. © PID/Ismail Gökmen © PID/Ismail Gökmen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MA 42 beim fleißigen Werken. © PID/Ismail Gökmen © PID/Ismail Gökmen
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Open-Air-Klassenzimmer

In der Baumschule Mauerbach wachsen die Bäume für Wiens Straßen und Parks heran. Auf einem riesigen Gelände werden sie für die Stadt herangezüchtet, bis sie bereit für ihren Einsatz sind. Für die Serie stadtUNbekannt wurde ein Einblick gewährt.

"Es gibt kein schlechtes Wetter …", heißt es in einem Sprichwort. Das findet auch Alexander Stepanek, Leiter der Baumschule. Er öffnet die Türe ins Freie hinaus und sagt: "Da wachsen wenigstens die Haare schneller." Die Bäume unter Umständen auch. Aber das werden wir sicher bald erfahren.

Wir befinden uns im 14. Bezirk, am Rande des Wienerwaldes, in der Baumschule Mauerbach. Der Herbst zeigt sich von seiner besten Seite, es regnet immer wieder ziemlich heftig. Trotzdem beginnen wir den Rundgang. Es ist ein großes "Klassenzimmer", das wir hier besuchen. 187.600 Quadratmeter, umgerechnet rund 26 Fußballfelder, umfasst die komplette Fläche.

Alexander Stepanek zeigt uns "seine" Baumschule. © PID/Ismail Gökmen

Vorgeschichte

Der Begriff Baumschule hat seinen Ursprung darin, dass in einer Baumschule die Gehölze "aufgeschult" (angepflanzt) und anschließend über Jahre herangezogen werden. Ausgegraben und umgesetzt werden die Bäume auch von Zeit zu Zeit immer wieder. Sie werden "verschult", "umgeschult" und erzogen. Deshalb lässt sich das Ganze eigentlich gut mit dem Schulalltag vergleichen.

Das Gelände, auf dem wir uns bewegen, war zu Zeiten der Kaiser und Könige Teil des Forst-und Jagdgartens des Schlosses Laudon. Hier wurden also einst Wildschweine gejagt. Unsere Frage, ob diese auch heute noch vorbeischauen, bejaht Herr Stepanek. Die Baumschule liegt direkt an der Mauerbachstraße. "Dort ist früher der Mauerbach geronnen", weiß Stepanek. "Es gab damals auch eine kleine Brücke darüber." Davon steht aber nur noch eine Säule, die zweite wurde bei einem Verkehrsunfall zerstört. In den 1970er-Jahren wurde das Gelände für die Trinkwasserversorgung von Purkersdorf genutzt. Davon zeugen heute noch ein Pumpwerk und diverse Brunnenanlagen.

Drei Mitarbeiter bei der Rückkehr von den Arbeiten. Derzeit sind rund 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb beschäftigt. © PID/Ismail Gökmen

Aus eins mach drei

Wir wollen wissen, seit wann es diesen Betrieb der MA 42 - Wiener Stadtgärten eigentlich gibt. Alexander Stepanek holt zu den frühen Anfängen aus: "Begonnen hat es schon vor langer Zeit, nur ein kleiner Bauwagen stand damals 1987 hier. In Albern beim Hafen wurde davor vom Samenkorn bis zum fertigen Baum alles gemacht." Da das Grundstück dort veräußert wurde, hat man die Kompetenzen auf drei Liegenschaften aufgeteilt. Essling, Spargelfeldstraße und eben Mauerbach - jeweils mit unterschiedlichen Aufgabengebieten.

"Hier bei uns wurden zu dieser Zeit hauptsächlich Koniferen, Rhododendren und Sträucher kultiviert." Nach einer neuerlichen Umstrukturierung vor rund zehn Jahren produziert der Betrieb nur mehr Bäume für die Stadt Wien. "Es gibt nun das sogenannte Wiener Stadtbaumsortiment", erklärt Stepanek. "Das haben wir gemeinsam mit Expertinnen und Experten entwickelt." Es beinhaltet 35 Arten, welche nach den in Wien vorherrschenden Standortansprüchen ausgewählt wurden.

Für Wien aufgeschult

Die Grundidee dahinter: Zum Einsatz kommen Bäume, die eine hohe Widerstandsfähigkeit haben und eine schlanke Kronenform. "Hitze, Trockenheit, Wind und Industrie sind Faktoren, die beachtet werden müssen", weiß Herr Stepanek. "Und da Zeit Geld ist, soll der Pflegeaufwand für die Bäume natürlich gering gehalten werden." Deshalb eignen sich folgende Hauptbaumarten für Wien: Winterlinde, Zürgelbaum, verschiedene Arten der Esche, Hainbuche und Ahorn.

Mit diesen traditionellen Bewässerungsrohren werden die Jungbäume mit Wasser versorgt. Kilometerlang liegen die Rohre auf dem Gelände. © PID/Ismail Gökmen

In Reih und Glied

Bei ihrer Ankunft sind die Jungbäume bereits rund zehn bis 15 Jahre alt und haben einen Stammumfang von rund zwölf bis 14 Zentimeter. Halbfertigware nennt sich das. Das ist wirtschaftlicher. 

Wir gehen vorbei an Ahorn und Esche. Frisch eingegraben stehen sie da, in einem Abstand von 1,25 Metern. Zwischen den Reihen sind zweieinhalb Meter Platz. Wie in einem Klassenzimmer, fällt uns auf. "Es hat alles seine Ordnung und seinen Sinn. Bei dem Abstand kommen wir mit den Maschinen auch noch durch." Die Bewässerung funktioniert nach einem bewährten System. Während anderswo Tropfschläuche verwendet werden, liegen hier 2,7 Kilometer Metallrohre auf dem Areal verteilt. Von den Hauptwegen sorgen noch jeweils rund 50 Meter lange Stichrohre für die Wasserversorgung der Baumreihen. Pendelschlagregner begießen die Bäume in jedem Winkel. "Für die Bewässerung wird Grundwasser aus den zwei Brunnenanlagen verwendet. Im Jahresschnitt haben wir einen Wasserverbrauch von rund 18.000 Kubikmetern."

Diese Ballenschneidemaschine erleichtert die Arbeit enorm: Sie schneidet Erd- und Wurzelballen im Durchmesser von rund 80 Zentimetern aus. © PID/Ismail Gökmen

Schwerstarbeit unter optimalen Bedingungen

Rund 3.000 Stück der fertigen Park- und Alleebäume werden pro Jahr an die Kolleginnen und Kollegen der MA 42 ausgeliefert, sprich bewegt. Das heißt, dass eigentlich jede und jeder Bedienstete im Schnitt 20 Tonnen Holz pro Jahr in der Hand hat. Statistisch gesehen. "Das Fitnesscenter können wir uns sparen." Dabei läuft es heutzutage viel einfacher ab als in der Vergangenheit. Herr Stepanek weiß zu erzählen: "Damals bei der Ringstraßenneubepflanzung 1990/1991 habe ich noch mit einem Kollegen das Loch ausgeschaufelt. So haben wir zwei Bäume pro Tag geschafft. Jetzt haben wie eine Ballenschneidemaschine. Die schont die Wurzeln – und unseren Rücken." Wie ein überdimensionaler Eislöffel, können wir uns überzeugen. Mit 80 Zentimetern Durchmesser. Und mit der schaffen die derzeit 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 70 Ballen täglich.

Wieder fängt es an zu regnen. Und wie wir mittlerweile wissen, ist das keine Seltenheit hier. Die Baumschule Mauerbach ist durch den Wienerwald klimatisch besonders begünstigt. In manchen Monaten fällt hier doppelt so viel Niederschlag wie an den Standorten der Betriebe im pannonischen Raum. Das Monatsmittel im heurigen August waren 75 Liter. Zum Vergleich: In Essling fallen im selben Zeitraum nur 51 Liter. Die erhöhte Luftfeuchtigkeit trägt auch ihren Teil dazu bei, dass Jungbäume ausgezeichnete Voraussetzungen vorfinden. "Sie ziehen viel Feuchtigkeit durch ihre Rinde", sagt Herr Stepanek.

Dieses Feld wird bereits mindestens ein halbes Jahr im Vorhinein für die Jungbäume vorbereitet. © PID/Ismail Gökmen

Frisch gestrichen

Links von uns fallen liegenden Bäume auf. Sie haben ein gelbes oder violettes Band um ihren Stamm. Auf diesem Band ist der Bestimmungsort vermerkt, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MA 42 beim Einsetzen wissen, wo Ahorn & Co genau hingehören. Das Wurzelwerk ist mit der Erde zu einem Ballen zurechtgestutzt, darüber ein befeuchteter Jutesack. Diese Bäume sind transportbereit. Natürlich fällt sofort die Farbe auf, die jeder dieser Bäume auf dem Stamm hat. Alexander Stepanek: "Das ist ganz einfach Sonnenschutz." Denn was beim Menschen die Haut ist, ist beim Baum die Rinde. "Die spezielle Stammschutzfarbe hilft, das Austrocknen zu verhindern."

Außerdem finden wir auch einen Punkt auf jedem Stamm. Damit wird die Nordseite gekennzeichnet. Beim Einsetzen im Park wird darauf geachtet, dass der Baum wieder exakt so gepflanzt wird wie in der Baumschule. Denn die Rinde ist auf der Nordseite durch das Gewöhnen an die Witterung anders beschaffen. Um dem Baum unnötigen Stress zu nehmen, bleibt die Nordseite im Park oder neben der Straße dieselbe.

Umweltbewusst

Auf der anderen Seite liegt ein aufgepflügtes Feld vor uns, Bäume sieht man noch keine. "Hier wird von uns gerade vorbereitet." Bereits ein halbes Jahr vor dem Einsetzen wird die Erde bearbeitet. Fallschutzrinde, die auf Spielplätzen nicht mehr benötigt wird, wird mit Stallmist und Kompostzugaben eingearbeitet. Der Boden wird so gesund gehalten, der durch die Erdballen abgehende Teil wird dadurch gleichzeitig ergänzt. "Dann setzen wir den Baum praktisch ins gemachte Bett."

Übrigens, auf Herbizideinsatz wird in der Baumschule Mauerbach generell komplett verzichtet. Unkräuter werden mechanisch bekämpft. Gegen Insekten und sonstigen Befall wird nur im Notfall mit Pflanzenschutz vorgegangen. Der Pflanzenschutzdienst der MA 42 schaut zwei Mal im Jahr vorbei und kontrolliert. "Der ortsansässige Imker würde uns auch auf die Finger hauen, wenn wir da sündigten", sagt Herr Stepanek und lacht. Nur rund drei Prozent der Bäume müssen pro Jahr als Ausschuss aussortiert werden.

Schon im Ruhestand: Die drei Eichen werden nicht mehr umgeschult. Sie verbringen ihren Lebensabend in einem Eck der Baumschule. Manchmal kommen Wildschweine zu Besuch. © PID/Ismail Gökmen

Von Eichen und Wildschweinen

Wir machen einen letzten Schwenk, bevor es wieder zum Ausgangspunkt des Rundgangs geht. Alexander Stepanek deutet auf drei riesige Bäume. Wie in einem Dreieck stehen hier drei Eichenbäume. Diese werden aber nicht mehr umgeschult, die haben ihren Lebensabend erreicht. "Rund 150 Jahre sind die beiden größeren. Die daneben wohl etwas jünger." Die Bäume wurden in Zeiten des Grafen Laudon hier gesetzt.

Diese alten Eichen sind auch als beliebter Treffpunkt bekannt. Und zwar für Wildschweine. Denn durch den nahen Wienerwald sind Schweine öfter in der Baumschule zu Besuch. "Sie demolieren gerne Zäune, graben sich durch die Erde und futtern dann die Eicheln", sagt Herr Stepanek. Auch die Rinde wird gern abgeschabt, bis das Harz austritt. Stepanek ergänzt: "Aber grundsätzlich ist das Problem nicht sehr groß. Manchmal muss halt der Förster einschreiten." Dafür gibt es auch andere Anekdoten mit den Schweinchen. "Ich habe vor einiger Zeit eine Wildsau mit ihren Ferkeln im Unterholz gefunden. Gar nicht so ungefährlich." Eine tierische Abwechslung im sonst überhaupt nicht langweiligen Baumalltag.

Video: stadtUNbekannt Baumschule Mauerbach

In der Baumschule Mauerbach kümmern sich täglich zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um ein grünes Wien. Wir haben uns vor Ort umgesehen. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

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