Altes Bauernhaus im Grünen
Das alte Bauernhaus wurde 1880 im Weinviertel erbaut und steht jetzt in Wien. Für mehr Eindrücke klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. © PID/David Bohmann
Das alte Bauernhaus wurde 1880 im Weinviertel erbaut und steht jetzt in Wien. Für mehr Eindrücke klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. © PID/David Bohmann
Das alte Bauernhaus wurde 1880 im Weinviertel erbaut und steht jetzt in Wien. Für mehr Eindrücke klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. © PID/David Bohmann
Das alte Bauernhaus wurde 1880 im Weinviertel erbaut und steht jetzt in Wien. Für mehr Eindrücke klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. © PID/David Bohmann
Das alte Bauernhaus wurde 1880 im Weinviertel erbaut und steht jetzt in Wien. Für mehr Eindrücke klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. © PID/David Bohmann
Das alte Bauernhaus wurde 1880 im Weinviertel erbaut und steht jetzt in Wien. Für mehr Eindrücke klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. © PID/David Bohmann
Das alte Bauernhaus wurde 1880 im Weinviertel erbaut und steht jetzt in Wien. Für mehr Eindrücke klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. © PID/David Bohmann
Das alte Bauernhaus wurde 1880 im Weinviertel erbaut und steht jetzt in Wien. Für mehr Eindrücke klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. © PID/David Bohmann
Das alte Bauernhaus wurde 1880 im Weinviertel erbaut und steht jetzt in Wien. Für mehr Eindrücke klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. © PID/David Bohmann
Das alte Bauernhaus wurde 1880 im Weinviertel erbaut und steht jetzt in Wien. Für mehr Eindrücke klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. © PID/David Bohmann
Das alte Bauernhaus wurde 1880 im Weinviertel erbaut und steht jetzt in Wien. Für mehr Eindrücke klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. © PID/David Bohmann

Ein Stück Weinviertel in Wien

Entdecken Sie mit unserer Serie stadtUNbekannt einen alten Bauernhof in Hirschstetten, der zwar gerne besucht wird, dessen Entstehungsgeschichte aber kaum bekannt ist.

 

Das hakenförmige Gebäude ist von Weitem sichtbar. Weiß gekalkte Fassade, hellgrüne Türen und Fensterrahmen. Begonien in schmucken Holzbottichen davor. Zwei alte Bänke zum Ausruhen. Wilder Wein an Fassade und Dach. Rechts ein Bauerngarten mit Thymian, Roten Rüben, Stockrosen, Fingerhut und Lauch. Dahinter Gehege mit Schafen und Ziegen. Taubenkobel, Hühnerhaus, Stadel, Presshaus. Alles sehr gepflegt. Alles sehr einladend. Nahezu idyllisch. Als ob man in eine andere Zeit gefallen wäre und die Bäuerin jederzeit aus der Tür kommen könnte. Mit Kopftuch, Schürze und einem geflochtenen Korb unter dem Arm. Wie es früher eben so war, 1880, in einem Dorf.

Zwei Jahre Arbeit

Foto mit kleinen Bildern vom Aufbau eines Hauses.
Zwei Jahre vergingen vom Abbau des Hofes in Spannberg und dem Aufbau in Hirschstetten. © PID/David Bohmann

Dass dieses Bild auf Anhieb auftaucht, ist einem engagierten Team in den Blumengärten Hirschstetten zu verdanken. Dort, genau genommen am nordwestlichen Rand des Florariums, steht nämlich ein altes Bauernhaus, dessen Zauber man sich schwer entziehen kann. Noch interessanter wird es, wenn man weiß, dass die Anlage 2007 in Spannberg im Weinviertel sorgfältig abgetragen und in zweijähriger Arbeit in Wien wieder aufgebaut wurde. Die Mühen haben sich zweifelsohne gelohnt, aber wozu das Ganze eigentlich? "Man kann in Hirschstetten in 90 Minuten um die Welt reisen. Warum also nicht auch ins Weinviertel?", so die verschmitzte Standardantwort von Angela-Jacqueline Rakuscha. "Und um das historische Kleinod wäre es natürlich auch schade gewesen."

Haus mit allen Nebengebäuden

Frau in einem Raum mit alter Einrichtung.
Angela-Jacqueline Rakuscha führt durch das historische Kleinod und steckt mit ihrer Begeisterung an. © PID/David Bohmann

Rakuscha kümmert sich in Hirschstetten um die volkskundlichen Belange. Regelmäßig führt sie die Besucherinnen und Besucher durch eine ganze, eigene Welt. Vermittelt Geschichte, erzählt Geschichten. "Fünf Generationen haben bis in die 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts in dem Haus gewohnt", holt sie aus. "Danach war es unbewohnt und dem Verfall preisgegeben." Heute ist das Gehöft der Hauptteil des "Ensemble Spannberg", zu dem Weinberg, Hühnerhaus, Stadel und Presshaus gehören. Letztere wurden in Erdpress im Weinviertel gefunden und ebenfalls nach Hirschstetten überführt. "Eine wunderbare Ergänzung zu unserem Bauernhaus", sagt sie und öffnet dessen Eingangstür. "Damit können wir ein Stück bäuerlicher Vergangenheit und Tradition in der Stadt erlebbar machen." Kurzweiliger Geschichtsunterricht, vor allem für Kinder.

Bäuerliches Leben

Raum mit alten bäuerlichen Möbeln.
Die Wohnküche war das Zentrum des Hauses, wo sich die bäuerliche Familie am meisten aufhielt. © PID/David Bohmann

Der Eindruck, um Jahrhunderte zurückversetzt zu sein, verstärkt sich beim ersten Schritt ins Haus. Niedrige Decken, kleine Räume, dunkle Möbel. Spinnrad, Wäschepresse, Heiligenbilder, viel Geschirr. Alles aus dem Besitz der Familie? "Leider nicht", bedauert Rakuscha, "allerdings aus der Gegend. Hausrat, Arbeitsgeräte und Teile des Mobiliars kommen aus dem Weinviertel. Kredenz, Tisch, Bank, Sessel der Wohnküche haben wir zum Beispiel von den Erben einer Familie aus Obritz angekauft. Unser Team und zahlreiche Besucherinnen und Besucher haben auch vieles mitgebracht. Das freut uns zum einen, weil wir die Einrichtung authentisch vervollständigen können. Zum anderen zeigt es, dass den Menschen gefällt, was wir da machen." Das bestätigen auch die ständig steigenden Besucherinnen- und Besucherzahlen und die Eintragungen in das Gästebuch.

Sehr nah am Original

Rustikaler Raum mit großem Besprechungstisch.
Früher waren an der Stelle zwei Schlafräume, heute nutzt das Team den Raum für Besprechungen. © PID/David Bohmann

Das Haus selbst ist man schnell abgegangen. Ein Flur mit altertümlichem Backofen und Selch, links davon eine kleine Küche, die ehemalige Speisekammer. Rechts davon die Wohnküche, wo das gemeinsame Leben stattfand. Eine Tür führt in einen großen Raum, der ursprünglich in zwei Schlafkammern unterteilt war. An der Wand noch ein altes Heiligenbild, das damals traditionell über dem Doppelbett hing. In der Mitte zwei Tische aneinandergereiht mit zehn Sesseln herum. Schaut nach Besprechungstisch aus. "Ist es auch", bestätigt Rakuscha. "Wir halten hier Teamsitzungen und Workshops ab, damit regelmäßig gelüftet und geheizt wird." In der Zeit sind die Räume dann für Besucherinnen und Besucher nicht zugänglich. Sonst ist in dem Haus alles, wie es früher war? Rakuscha: "Das war leider aus mehreren Gründen nicht möglich. An der ursprünglichen Adresse Spannberg 228 stand ein Zwerchhof, das ist ein Hakenhof, allerdings vorderseitig orientiert. Die Fassadenfarbe war Grau. 1979 haben die Besitzer die Fassade dann zum Fußweg gelb und den Sockel weiß gestrichen. Dachschindeln, Holzkastenfenster, Innentüren und Teile des alten Dachstuhls sind aber originalgetreu. Das Gebäude selbst, 1880 aus Ziegel mit den Initialen M S, also Marktgemeinde Spannberg errichtet, wurde aber aus Gründen der Stabilität neu erbaut. Nach alten Plänen. Die Außenfassade haben wir komplett weiß gestrichen und einen stilgerechten Zubau mit Toiletten errichtet."

Ziegel verrieten Hersteller

Alter Ziegel mit Inschrift
Durch Initialen und Symbole auf dem Ziegel konnte man Fabriksherren oder die Gemeinde erkennen. © PID/David Bohmann

Dem historischen Gesamteindruck tut das keinen Abbruch. Die alten Ziegel findet man noch beim Boden in der Speisekammer und rund ums Haus. Der Boden im Flur ist gefliest. "Da wurde gebacken. Ein Holzboden wie in den anderen Zimmern wäre wegen des offenen Feuers zu gefährlich gewesen", so Rakuscha. "Ursprünglich baute man im Weinviertel ja mit sogenannten Lehmbatzen, also Lehm, vermischt mit Wasser, Spreu und Ackerunkraut. Das wurde zu Mauern aufgetürmt und nach dem Trocknen mit Spaten oder Haue geglättet. Anschließend mit Lehmmörtel beworfen, verschmiert und mit Kalkmilch geweißt", erzählt Rakuscha. Später verwendete man ein Gemisch aus Lehm und Stroh, das in Schalungsmodeln zu quaderförmigen Würfeln gepresst wurde. Erst mit den immer häufiger zum Einsatz kommenden Feld- und Ringöfen stieg man auf Hartziegel um. Im gesamten Weinviertel entstanden danach kleine Fertigungsanlagen, deren Öfen bis zu 500.000 Stück fassen konnten. "An den eingeprägten Ziegelzeichen, Buchstaben, Ziffern oder Symbolen, erkannte man Fabrikbesitzer, Grundherrschaft oder die Gemeinde."

Altes Kräuterwissen

Bauerngarten mit blühenden Blumen
Die Bäuerinnen wussten um die Wirkung von Heilkräuter und gaben das Wissen von Generation zu Generation weiter. © PID/David Bohmann

Rund um das "Ensemble Spannberg" befinden sich, wie in Hirschstetten nicht anders zu erwarten, wunderbar blühende Gärten. Jeder für sich schön anzuschauen, jeder für sich auch mit einer bestimmten Funktion. Da ist zum einen der Vorgarten an der zur Straße gelegenen Seite. Im Gegensatz zum sogenannten Kuchlgarten mit Kräutern, Obst und Gemüse bestand der üblicherweise aus nahe am Mauerwerk gesetztem Flieder und Holunder sowie Blumen. Damit schmückten die Bäuerinnen vor dem sonntäglichen Gottesdienst gemeinsam die Kirche. Futterrüben, Mais und Erdäpfel, die bis ins 20. Jahrhundert nur Schweinefutter waren, wurden im sogenannten Hintausgarten, also hinter dem Stadel gelegen, angebaut. Gemüse, Obst, Kräuter und Blumen kamen aus dem Bauerngarten. Alles war so angepflanzt, dass Nützlinge einen Schädlingsbefall verhinderten. Das machte den Einsatz von chemischen Substanzen unnötig. Rakuscha: "Man musste damals sehr autonom leben. Tiere züchten, Gemüse anbauen, nachhaltig verarbeiten, Vorräte anlegen, all das gehörte zum Alltag einer Bauernfamilie. Der nächste Arzt war oft kilometerweit entfernt. Die Bäuerinnen wussten daher, welche Wirkungen Kräuter haben und welche am ertragreichsten miteinander gedeihen. Was Blut stillt, was Entzündungen lindert oder Bauchweh heilt, wurde von Generation zu Generation weitergegeben."

Ein Anliegen, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Blumengärten teilen. "Wir sind mehr als ein Museum oder ein Schaugarten", sagt Rakuscha. „Uns geht es darum, Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern Natur und alles, was damit verbunden ist, nahezubringen."

Vorteilspartner CLUB WIEN

City Pilates & Yoga Studio

Mit der CLUB WIEN-Vorteilskarte erhalten Sie 10 Prozent Ermäßigung auf Pilates- und Yoga- Gruppenstunden und Workshops.

Erfahren Sie mehr 29625

Restaurant Family and Friends

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ein Glas Prosecco oder einen Kidscocktail zu jedem Abend- und Mittagessen

Erfahren Sie mehr 30842

Figurentheater Marijeli

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 1 Euro (rund 15 Prozent) Ermäßigung im Figurentheater Marijeli.

Erfahren Sie mehr 34620

MFT Core Disc

Mit der MFT Core Disc werden Liegestütze nun anspruchsvoller. CLUB WIEN-Mitglieder erhalten die MFT Core Disc ermäßigt.

Alle Vorteilspartner