MA48-Mitarbeiter am Spritsparsimulator
Der Spritspar-Simulator ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil der sechzehnwöchigen Berufskraftfahrerausbildung der MA 48. © PID/Horst Lassnig

stadtUNbekannt im Abfalllogistikzentrum Pfaffenau

stadtUNbekannt führt nach Simmering in das Abfalllogistikzentrum Pfaffenau. Hier ist das Ausbildungszentrum der Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) untergebracht. Stolz ist die Abteilung auf Wiens ersten Spritsparsimulator.

Die Programme des Fahrsimulators beschränken sich nicht nur auf das Spritsparen, sondern bieten auch Gefahrenschulungen an. Die angebotenen Fahrzeugtypen entsprechen denen des Fuhrparks der MA 48. Der Simulator ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil der sechzehnwöchigen Berufskraftfahrerausbildung der MA 48, der sich jede Fahrerin und jeder Fahrer alle fünf Jahre unterziehen muss. Neben diesen gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildungen und den Erste Hilfe-Kursen müssen sich die Fahrerinnen und Fahrer der MA 48 nun auch ins Cockpit des Simulators setzen.

Herausforderung im virtuellen Straßennetz

Der MA 48-Mitarbeiter Helmut Wukovits hat schon dreimal darin Platz genommen. Sein erster Eindruck: "Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist das Ding schon. Vor allem die nachgebildeten Landschaften irritieren mich beim Fahren." Aber mittlerweile "taugt" ihm jedes Mal die Herausforderung, sich sicher und sparsam auf dem virtuellen Straßennetz der Stadt fortzubewegen.

MA48-Mitarbeiter am Lenkrad des Spritsparsimulators
Helmut Wukovits im Fahrsimulator. © PID/Horst Lassnig

Viele Freiwillige angemeldet

Der Simulator hat sich innerhalb des Personals der MA 48 bereits rasch herumgesprochen. Zusätzlich zu den verpflichtenden Schulungen haben sich laut Ausbildungsleiter Daniel Chum 100 Freiwillige für einen der nächsten Kurse angemeldet. Er plant für heuer die Durchführung von 15 Lehrgängen. Jede Kandidatin und jeder Kandidat macht im Zuge des Spritsparkurses mit dem Simulator zwei Fahrten auf einer Strecke von fünf Kilometern. Die erste Fahrt absolvieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Kursbeginn. Danach werden kleine Gruppen gebildet, um in Workshops das Thema "Ökonomisches Fahren" zu erarbeiten.

Hervorragende Umsetzung des Gelernten

Darüber hinaus gibt es Fachvorträge von Verkehrsexpertinnen und -experten. Nach acht Unterrichtsstunden fahren die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer nochmals denselben Parcours. "Die Unterschiede im Vergleich zur ersten Fahrt waren beachtlich. Die Leute setzten das Gelernte über Öko-Fahren hervorragend um. Die meisten haben zum Beispiel bereits bei einer sehr niedrigen Drehzahl in den nächsthöheren Gang geschaltet und aufgrund weiterer spritsparender Verhaltensregeln beim Fahren auf diese Weise einen halben Liter Treibstoff gespart", erklärt Chum.

Höhere Durchschnittsgeschwindigkeit

Das Ziel der Spritspar-Lehrgänge beschreibt der Ausbildungsleiter so: "Super wär's, wenn jeder, der den Kurs besucht hat, auf lange Sicht zumindest einen Liter auf hundert Kilometer einsparen könnte. Bei rund 1.200 Fahrerinnen und Fahrern ergäbe das ein jährliches Sprit-Einsparpotential von 10.000 Litern Treibstoff." Die Anschaffung des Fahrsimulators dürfte sich dann sehr bald amortisiert haben, ist Chum optimistisch.

Ein interessantes Phänomen war bei allen Kandidatinnen und Kandidaten festzustellen: Trotz Spritsparens erreichten sie bei der zweiten Fahrt mit dem Simulator eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit.

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