Marina dekoriert die Geburtstagstorte für die kleinen PatientInnen die ihren Ehrentag im Spital verbringen müssen. © PID/David Bohmann

 

Mit viel Liebe und Bio

Ein Geburtstag ohne Torte? Undenkbar für Marina Mijajlovic-Joksic (35). Sie arbeitet in der Küche im Krankenhaus Hietzing – und bäckt unter anderem für kleine PatientInnen Torten, die sie die Krankheit kurz vergessen lassen.

CLUB WIEN: Sie dekorieren gerade eine Sacher-Torte. Ist das Standard-Programm hier in der Mehlspeisküche?

Marina Mijajlovic-Joksic: Nicht ganz. Aber leider kommt es vor, dass Menschen ihren Geburtstag im Krankenhaus verbringen müssen. Vor allem die Kinder freuen sich dann ganz besonders, wenn sie zur Aufheiterung eine hübsche Torte bekommen. Es macht mir große Freude, ihnen mit dieser kleinen Aufmerksamkeit ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Was wird hier an einem normalen Tag gekocht und gebacken?

Wir sind eine Frischküche. Das heißt, alle Mahlzeiten für die rund 1.100 Patientinnen und Patienten sowie für die rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden frisch zubereitet. In der Mehlspeisküche haben wir heute schon 800 Stück Bananenkuchen gebacken, außerdem einen Spinatstrudel, Pudding und ein Schichtdessert. Da kommen ordentliche Mengen zusammen. Wenn wir zum Beispiel Biskuitroulade machen, müssen schon mal 400 Eier aufgeschlagen und getrennt werden.

Gibt es spezielle Anforderungen an Mahlzeiten für kranke Menschen?

Wir verwenden besonders viele Bio-Produkte, Eier, Mehl, Zucker, Kakao sind zu 100 Prozent biologisch. Insgesamt liegt der Bio-Anteil in der Küche bei rund 42 Prozent. Wir müssen uns auch an verschiedene Diätpläne halten, zum Beispiel Zucker durch Süßstoff ersetzen oder manchmal sogar gluten- oder laktosefrei backen. Und wir nehmen auch Rücksicht darauf, wenn jemand schwer schlucken kann. Dann kommt die Topfentorte ohne Boden und in einer lockeren Konsistenz daher.

Wieso haben Sie sich für den Beruf der Köchin entschieden?

Zuerst war das der Wunsch meiner Eltern. Sie hatten in Serbien ein großes Restaurant. Heute koche ich mit viel Freude und Liebe. Mit dem Backen habe ich für die Geburtstage meiner zwei Kinder begonnen – und jetzt habe ich das große Glück, das beruflich machen zu dürfen. Ich kann meine kreative Ader ausleben. Noch dazu in einem so netten Team wie hier.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Ich stehe um 4 Uhr auf und beginne hier um 6 Uhr meinen Dienst. Dann bekommen wir die Rezepte für diesen Tag, um 9 Uhr muss schon alles fertig sein. Nach den Bestellungen der einzelnen Stationen portionieren wir dann und schicken die Tabletts in Wärmewagen raus. Zu Mittag helfe ich in der Kantine bei der Essensausgabe für die Kolleginnen und Kollegen. Da haben wir zusätzlich eine Grillstation, die sehr gut ankommt. Und dann wird daheim für meine Kinder weitergekocht. Die lieben meine Lasagne.