Der angehende Gesundheits- und Krankenpfleger nimmt seine Verwantwortung gegenüber den PatientInnen sehr ernst und übt fleißig. © PID/David Bohmann

 

"Ich bin angekommen"

Halbzeit: Drei Semester des Studiums der Gesundheits- und Krankenpflege hat Alexander Gsellmann (25) bereits absolviert. Und dabei nicht nur Bücher gewälzt, sondern auch Praktika absolviert.

CLUB WIEN: Wie sieht Ihre Bilanz zur Studienhalbzeit in der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege im Kaiser-Franz-Josef-Spital aus?

Alexander Gsellmann: Es waren sehr intensive und herausfordernde drei Semester. Meine Klasse ist ein Glücksfall, ich konnte viele neue Freundschaften schließen. Ich finde Spaß und Erfüllung in dem, was ich tue, und fühle mich endlich angekommen.

Klingt, als wäre das kein leichter Weg gewesen.

Ich war sehr unsicher, was meine Berufswünsche angeht. Nach der Matura habe ich erst einmal den Zivildienst beim Roten Kreuz absolviert. Das war ein erster Schritt in die richtige Richtung: Der Umgang mit Menschen, die Abwechslung und auch ein wenig die Dankbarkeit der Leute machten die Zivildienstzeit zu einer prägenden Erfahrung. Gegen meine Intuition habe ich dann ein Jus-Studium begonnen – mehr schlecht als recht. Mir hat einfach etwas gefehlt. Nach einer einjährigen Auszeit in Neuseeland mit Feldarbeit, Kühemelken und Kälberaufziehen wusste ich, dass ich einen neuen Weg einschlagen muss. 

Wie hat Ihr Umfeld auf den Richtungswechsel reagiert?

Meine Familie hat mich immer unterstützt. Sie hatten aber zu Beginn ein völlig falsches Bild von der Pflege, haben Aufgaben und Verantwortung unterschätzt.

Ich denke, dass sich die Pflege in Österreich gerade entwickelt: Erst seit kurzer Zeit ist es möglich, Gesundheits- und Krankenpflege zu studieren. Durch diese Neuerung soll der Pflegeprozess in der Praxis besser umgesetzt werden. Das beginnt mit der Anamnese, geht weiter zur Diagnosestellung und endet mit der Evaluation. Aus den Diagnosen werden Pflegehandlungen entwickelt, die wissenschaftlich belegt und individuell auf die Patientinnen und Patienten zugeschnitten sind. Weitere neue Aufgabenfelder sehe ich in der Gesundheitsförderung. Ziel sollte sein, nicht erst beim Einsetzen einer Krankheit aktiv zu werden, sondern schon bei der Erhaltung der Gesundheit. Prävention ist die Zukunft. 

Wo sehen Sie Ihre berufliche Zukunft?

Insgesamt habe ich ja sechs Praktika zu absolvieren, so bekomme ich einen Einblick in verschiedene Bereiche. Das ist dann eine gute Entscheidungsgrundlage. Derzeit find ich die Psychiatrie und die Palliativmedizin besonders spannend. In ein paar Wochen startet mein Praktikum in der Herz- und Gefäßchirurgie im Krankenhaus Nord. Darauf freue ich mich.

Was sind die Herausforderungen bei der Arbeit mit kranken Menschen?

Die Patientinnen und Patienten sind in einer Extremsituation. Dementsprechend einfühlsam sollte man mit ihren Sorgen und Bedürfnissen umgehen. Darum ist hohe soziale Kompetenz eine der Grundvoraussetzungen für den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers. Neben fachlicher Kompetenz halte ich die Teamfähigkeit für besonders wichtig. Kommunikation fördern, klare Zuständigkeiten schaffen, Abläufe optimieren und als Team funktionieren – das ist wichtig, damit eine Station gut läuft.