René Müller sorgt beim Winterdienst der MA 48 für schneefreie Verkehrswege. © Bohmann

Ein Tag unter Winterdienst-LenkerInnen: "Wir sorgen bei Schneefall für sichere Straßen"

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. CLUB WIEN begleitet René Müller von der MA 48 beim Winterdienst. Er und seine KollegInnen sorgen dafür, dass in Wien auch bei Schneefall alles glatt läuft.

Allzeit bereit. Das Motto der Pfadfinderinnen und Pfadfinder ist auch beim Winterdienst der Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) Programm. Wenn der Schnee fällt, rückt das Team aus. So auch an diesem Morgen. René Müller beginnt seinen Dienst beim Mistplatz Heiligenstadt. Der Schnee fällt in dicken Flocken vom Himmel und verwandelt den 19. Bezirk schnell in ein winterliches Wunderland. Zeit, die Szenerie zu genießen, hat René aber nicht. "Die Sicherheit auf Wiens Verkehrswegen muss gewährleistet sein, gerade bei so starkem Schneefall, wie wir ihn gerade erleben. Noch bevor die erste Flocke fällt, sind wir schon unterwegs."

Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer können sich auf die MA 48 verlassen: Bei Schneefall und Glatteis kann bei Bedarf auf bis zu 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgegriffen werden, in Summe sind bei Volleinsatz rund 350 Fahrzeuge unterwegs. Und die braucht es auch: Die MA 48 betreut ein Straßennetz von 2.800 Kilometern Länge und zusätzlich 630.000 Laufmeter Gehsteige, Stiegen und kombinierte Geh- und Radwege sowie über 1.200 Kilometer Radwege.

Doppelklingenpflug lässt Schnee keine Chance

Für den Kampf gegen verschneite Verkehrswege steht René ein leistungsstarker Wagen zur Verfügung: der Winterdienststreuer mit Doppelklingenpflug. Mit diesem modernen Pflug sind seit heuer alle großen Fahrzeuge der MA 48 ausgestattet. Er hilft sogar dabei, den Einsatz von Auftaumitteln zu reduzieren. "Der Pflug besteht hier aus zwei hintereinander geschalteten Klingen. Die erste ist ganz starr und macht eine grobe Räumung. Die zweite hat beweglichen Lamellen, ist flexibel und kümmert sich um die Feinräumung der unebenen Flächen. Durch die bessere Räumleistung wird der Streumittelverbrauch reduziert, weil das Feuchtsalz weniger Schnee überwinden muss." Der Winterdienststreuer hat 320 PS und wiegt 20 Tonnen.

Das Salz auf der Straße

Stichwort Sole: Um einsatzbereit zu sein, muss René den Kraftwagen mit Sole, einer wässrigen Salzlösung, befüllen. Das geschieht ganz einfach via Schlauch, ähnlich wie bei einer Tankstellenzapfsäule. Der nächste Schritt ist die Befüllung mit Salz. "Wir nutzen Feuchtsalz, eine Mischung aus Salz und Sole. Diese Technologie hat den Vorteil, dass das Auftaumittel dort haften bleibt und sicher dort landet, wo es auch benötigt wird: auf der Fahrbahn."

Mitten auf dem Mistplatz Heiligenstadt stehen drei riesige Holzsilos. Darin wird das Auftaumittel aufbewahrt. René fährt den Wagen unter einen dieser Silos und einer seiner Kollegen öffnet das Ventil und das Salz wird abgelassen. Schon nach wenigen Sekunden kann man das Salz ganz leicht in der Luft schmecken. "An trockenen Tagen ist das noch viel ausgeprägter", sagt René.

Lenker aus Leidenschaft

Frisch beladen geht René jetzt auf seine Route. Jede Fahrerin und jeder Fahrer hat seine ganz eigene. "Meine Schicht beginnt um sechs Uhr morgens und dann fahre ich gleich meinen Plan ab. Meine Route geht hauptsächlich durch den 2. und 20. Bezirk. Ich bin zum Beispiel auf der Brigittenauer Lände und der Brigittenauer Brücke unterwegs." Der Winterdienst ist auch die ganze Nacht im Einsatz. So stellt man sicher, dass die Wienerinnen und Wiener zu jeder Zeit sichere und rutschfreie Verkehrswege zur Verfügung haben.

René fährt vom Mistplatz zur Brigittenauer Lände. Wenn er Schnee sieht, bringt er den Pflug runter, der den Schnee zur Seite räumt. In welche Richtung der Schnee weggepflügt wird, kann René durch die Ausrichtung des Pflugs selbst bestimmen. Ob und wann er streut, entscheidet er nach Gefühl. "Mit der Erfahrung weiß man ganz genau, wann und wo gestreut beziehungsweise gepflügt werden muss", sagt René, der seit sieben Jahren bei der MA 48 mit dabei ist. Sein Hauptjob ist, Kraftwägen jedweder Art zu lenken, für René ein Traumjob. "Ich habe es schon immer geliebt, so große und spezielle Autos zu lenken. Für mich ist die Arbeit genau die richtige."

Rund um die Uhr im Einsatz

Trotz des recht dichten Schneefalls gibt es für René keine Probleme. Der Schnee ist schnell beseitigt, die Straße im Handumdrehen frei. Selbiges gilt für Busstationen und Parkplätze. Immer wieder kreuzen kleinere Pflüge seinen Weg. "Die reinigen kleine Gassen, für die dieser große Wagen schlicht nicht geeignet ist." Das größte Hindernis bei seiner Arbeit sind weder Schnee noch Eis. Es sind Autofahrerinnen und Autofahrer, die regelwidrig parken. Wer die Einsatzfahrzeuge blockiert, steht nicht nur der Straßensicherheit im Weg - es kann auch teuer werden.

Am Ende der Route zieht René zufrieden Bilanz: "Schaut alles gut aus, wir haben die Straßen im Griff." Schluss ist aber heute noch lange nicht. Der Winterdienst dreht unermüdlich seine Runden, solange das Team gebraucht wird.