Als eine Mieterin Hilfe brauchte, war Michael sofort für sie da. Dafür wurde er von der Stadt Wien mit dem Goldenen Staffelholz ausgezeichnet. © PID/ Markus Wache

Ein Tag unter Wiener Wohnen-MitarbeiterInnen: "365 Tage im Jahr für Sie da."

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. Wir begleiten Michael, Leiter der Stabsstelle Immobilienmanagement bei seiner Arbeit. Am Neujahrstag 2013 setzte er sich für die Mieterin einer ausgebrannten Wohnung ein.

Michael Ringhofer hat unter seinen 750 Kolleginnen und Kollegen im Wiener Wohnen-Service-Center den Ruf des Problemlösers, der auch in den schwierigsten Situationen einen kühlen Kopf bewahrt. Er ist, mit einer kurzen Unterbrechnung, seit 2012 Leiter der Stabsstelle Immobilienmanagement bei Wiener Wohnen, seit 2005 arbeitet er bei der Stadt. "Zu meinen Aufgaben gehören sowohl Koordinationstätigkeiten als auch die Planung und Umsetzung von Klein- und Großprojekten", erklärt er. Im Jahr 2014 übersiedelten die gesamten regionalen Wiener Wohnen-Standorte an einen zentralen Standort. Dieses Vorhaben gehörte bisher zu Michaels größten Projekten. Er organisierte den neuen Standort, begleitete den Umbau und koordinierte die Übersiedlung von rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in das neue Wiener Wohnen-Gebäude im Gasometer-Areal des 3. Gemeindebezirks.

Seit 2012 ist Ing. Michael Ringhofer Leiter der Stabstelle Immobilienmanagement. © PID/Markus Wache

Als Held ins neue Jahr

Es war sieben Uhr morgens, als Michaels Handy klingelte. "Ich war, wie viele andere in der Silvesternacht 2013, feiern und kam erst in den frühen Morgenstunden nach Hause." Gerade als er sich ins Bett legen wollte, kam die Nachricht von einem Großbrand in einem Vierparteienhaus. Ohne lange zu überlegen, machte er sich auf den Weg zur Unfallstelle.

Im Vierparteienhaus angekommen, traf er auf die betroffene Mieterin. Ihre Wohnung war komplett ausgebrannt. Michael begrüßte die Frau und stellte sich als Mitarbeiter der Hausverwaltung Wiener Wohnen vor, was sie ihm zuerst aber nicht glauben wollte. "Sie meinte, sie sei nicht zu scherzen aufgelegt und dass mit Sicherheit kein Mitarbeiter von Wiener Wohnen an einem Feiertag vorbeikommen würde. Als ich ihr den Dienstausweis zeigte, fiel sie mir dankend in die Arme." In einem halben Jahr hätte die Frau in Pension gehen sollen, aber dann kam das Feuer am Neujahrstag dazwischen. Über die Jahre hatte sie sich ihre Wohnung so eingerichtet, dass sie sich auch in der Zeit ihres Ruhestands darin wohlfühlen konnte. Mit einem Schlag war alles weg. 

"Ich habe vor Ort weniger dazu beigetragen, etwas zu organisieren, aber ein wesentlicher Part ist, und das habe ich auch von der Dame als Rückmeldung bekommen, der psychologische Faktor. Wenn man sich vorstellt, dass die eigene Wohnung komplett ausbrennt und nicht mehr bewohnbar ist, man im schlimmsten Fall nur in Schlapfen und Bademantel vor der Türe steht, was macht man dann?" Michael erzählt, dass viele Menschen nach so einem Vorfall alleine dastehen. "Viele haben weder Familie noch Freunde, zu denen sie gehen können. Eine helfende Hand, auch wenn diese nur unterstützend zur Seite steht, ist dann oft Gold wert." Michael blieb noch bis 17 Uhr bei der Mieterin. "Sie war zutiefst dankbar, dass jemand vor Ort war und ihr beistand. So schlimm der Vorfall auch war, ich möchte diese Erfahrung nicht missen. Es hat mich sehr bewegt, gleichzeitig war es auch sehr schön, bereits zu Beginn des neuen Jahres helfen zu können."

Robert Zwettler, Leiter des mobilen Einsatzteams mit einer Kollegin und einem Kollegen. © PID/Markus Wache

Anstoß für das mobile Einsatzteam

"Das Projekt war schon länger in Planung. Als Michael von seinen Erfahrungen am Neujahrstag erzählte, entschieden wir, das mobile Einsatzteam früher als geplant zu starten. Der eigentliche Start war erst für den Sommer 2013 geplant", so Robert Zwettler, Leiter des mobilen Einsatzteams von Wiener Wohnen. Das Team arbeitet seit dem 1. März 2013 und ist täglich von 0 bis 24 Uhr für spezielle Gebrechen, Brände und Notfälle rund um den Gemeindebau zuständig. Es besteht aus sechs Wiener Wohnen-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern sowie dem Teamleiter. Gemeinsam unterstützen sie Mieterinnen und Mieter in schwierigen Situationen.

Das mobile Einsatzteam ist für rund 220.000 Gemeindewohnungen im gesamten Bundesland Wien unterwegs und mit seinem Konzept europaweit einzigartig. Es gehört zu seinen Aufgaben, bei schweren Bränden, Gebrechen oder auch Gasexplosionen so schnell wie möglich vor Ort zu sein, Hilfe zu leisten und die Mieterinnen und Mieter zu unterstützen. Bei besonders schweren Notfällen, etwa wenn eine Wohnung komplett ausgebrannt ist und keine Möglichkeit für eine zeitlich begrenzte Unterkunft gegeben ist, wird sofort übersiedelt.

"Tu gutes und sprich darüber!" Unter diesem Motto wurde das Goldene Staffelholz im Jahr 2017 an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wien verliehen. © PID/Markus Wache

2017 wurde Michael Ringhofer mit dem Goldenen Staffelholz, einer Auszeichnung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wien ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird seit 2015 verliehen. 2017 stand die Auszeichnung unter dem Motto "Arbeiten für Wien, deshalb macht mein Job Sinn – Erzähl uns dazu Deine Geschichte!".

"Als ich die Wettbewerbsausschreibung erhielt, dachte ich sofort an mein Erlebnis am Neujahrstag 2013 und das es perfekt zu diesem Thema passen würde." Auch wenn es nicht zu Michaels Tätigkeiten gehört, Mieterinnen und Mieter in Not vor Ort zu unterstützen, war es für ihn eine Selbstverständlichkeit zu helfen. Auf dem Goldenen Staffelholz steht geschrieben: "Tu Gutes und sprich darüber". Michael sprach darüber und wurde für seinen Einsatz am Neujahrstag 2013 mit dem "Goldenen Staffelholz" ausgezeichnet.

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